Sektion Freudenstadt e.V. des Deutschen Alpenvereins

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Brunntal- u. Jubiläumsgrat

Knorrhütte - Brunntalgrat - Jubiläumsgrat - Zugspitze

Dass gemeinsames Bergsteigen von der Jugend bis ins Alter noch so richtig viel Freude bereitet, durften wir vergangenes Wochenende am 03. und 04. Oktober erleben.

Dass eine Gruppe bestehend aus drei Generationen, nach abwägen der objektiven Gefahren sowie einschätzen des persönlichen Könnens eine durchaus anspruchsvolle Bergtour durchführen kann bezeugt, dass Bergsteigen ein gemeinsames Abenteuer für Jung und Alt in wilder und schöner Natur sein kann.

Zusammen mit meinem Onkel (70) und meiner Tochter (12) machte ich mich Samstag Früh auf den Weg zur Zugspitze, welche wir dann auch ganz locker mit der Bergbahn von Ehrwald aus erklimmen konnten.

Gedacht war eigentlich, dass wir diesen Tag noch den halben Jubiläumsgrat bis zur Höllentalgrathütte (Biwak) machen und am Sonntag dann ganz gemütlich den Rest bis zur Alpspitze. Bei wolkenlosem Himmel oben angekommen, waren wir dann recht erstaunt, dass das wenige Weiß, was wir schon vom Tal aus gesehen hatten, doch einige Zentimeter Neuschnee war. Es war uns klar, dass wir unser Vorhaben bei diesen Bedingungen wohl kaum durchführen können, wollten jedoch zumindest mal zum Gipfel rüber und einen Blick auf den Grat werfen. Doch schon auf diesem kurzen Weg wurde deutlich, dass es heute zu gefährlich ist, auch wenn das Gestein auf dem Grat nicht ganz so abgespeckt sein würde wie auf diesen paar Metern.

Endgültig abgebracht von der Idee wurden wir dann, als vier Konstanzer Bergsteiger vom Grat zurückkehrten, da es ihnen ohne Seil zu heikel erschien. Trotz Seil im Rucksack wollten wir es nicht angehen und beschlossen, erst einmal ein bayrisches Frühstück mit Weißwurst und Brezel auf der Terrasse des Münchner Hauses zu uns zu nehmen.

Nun beschlossen wir, vorbei am Schneefernerhaus einfach mal runter zur Knorrhütte zu gehen und den restl. Tag sowie den Sonntag mit Wanderungen im Gebiet zu verbringen.

Wegen dem vorhergesagten Temperaturanstieg hoffte ich, dass der Schnee bis Sonntag Früh wieder weg sein wird, obwohl mir klar war, dass der komplette Jubigrat am Stück mit meiner Tochter nicht zu machen ist. Mit einer ganz anderen Idee im Hinterkopf gingen wir nun Richtung Hütte.

Ich schlug nun vor, dass wir bei entsprechenden Bedingungen von der Knorrhütte aus über den Brunntalgrat, welcher auch als Notausstieg vom Jubi genutzt wird, über den Jubiläumsgrat hoch zur Zugspitze gehen könnten.

Im Laufe des Samstag Nachmittags konnte man schon erkennen, dass der Schnee auch Nordseitig weg schmelzen wird. 

Wir machten uns dann morgens um Acht auf den Weg über den Brunntalgrat zum Jubiläumsgrat, welchen wir zwischen der Inneren und Mittleren Höllentalspitze erreichten. Eine wunderschöne Tour mit Kletterstellen bis in den 3. Grad auf dem Jubi, welche zum Teil noch mit Stahlseilen und Tritten versichert sind. Überwältigend waren vor allem die Tiefblicke auf dem Jubiläumsgrat, sofern man direkt auf der Schneide ging. Es bestand aber auch meist noch die Möglichkeit, etwas neben dem Grat zu gehen, so dass man zumindest nicht auf beiden Seiten der Tiefe ausgesetzt war. Manchmal fiel es schwer, sich auf den Weg zu konzentrieren und man musste einfach stehen bleiben und die herrliche Fernsicht genießen. Somit waren wir dann nach vielen kleinen, sowie zwei ausgiebigen Pausen um 16 Uhr auf dem Gipfel der Zugspitze, von wo aus wir glücklich auf den bezwungenen Grat zurück blickten.

Was als einziger Wehrmutstropfen bleibt, ist der erbärmliche Zustand des Höllental- und vor allem Schneeferners, welchen man eigentlich gar nicht mehr als Gletscher bezeichnen kann. Da bleibt zu bezweifeln, dass unsere Kinder auch noch mit ihren Kindern und Enkeln solch schöne Touren machen können.

Alpinis am Battert

Am Sonntag, dem 20.09.09, fuhren wir um 9.30 Uhr am Alpintreff ab. Als wir am Battertparkplatz ankamen, sahen wir, dass wir Glück mit dem Wetter hatten. Doch jeder Zweite musste zusätzlich zu seinem Rucksack noch ein Seil oder einen Helm zu den Felsen tragen. Wir liefen den Unteren Felsenweg entlang und anschließend die Felsentreppen etwas hinauf. Oberhalb des Predigtstuhls legten wir unsere Rucksäcke und Seile ab. Dann wurden wir in Seilschaften oder Gruppen eingeteilt. Die Seilschaften gingen an verschiedene Routen, wie zum Beispiel den Kuhkamin, den Tannenweg oder die Handfegerverschneidung, die leider jedoch meistens besetzt war. Die Toprope-Gruppe ging an die Westwand des Predigtstuhls und kletterte oder seilte sich dort ab. Später konnte man auch noch an der Schönen Wand Toprope klettern. Zwischendurch wechselten wir die Gruppen, vesperten auch mal oder unterhielten uns über die gekletterten Routen.

 

Am späten Nachmittag packten wir schließlich unsere Rucksäcke, nahmen die Seile mehr oder weniger ordentlich auf und liefen zurück zu den Autos. Um ziemlich genau 18.30 Uhr kamen wir wieder am Parkplatz am Alpintreff an.







 

Schöner Klettertag am Eckenfels

Am Sonntag, den 27.09.`09 war ein kleiner Teil der Jugend II am Eckenfels zum klettern.

 

Bei wunderschönem Herbstwetter kletterten wir tolle Genußtouren bis in den oberen 5. Grad, wobei die Höhlentour bei den Jugendlichen große Begeisterung auslöste. Bei dieser 2-Seillängentour beginnt die 2. in einer Höhle, wo man vom Stand weg ca. 4m in einem Kamin hochklettert, bevor man dann durch ein ungefähr 70 X 50 cm großes Loch wieder rücklings hinaus in die Wand kriecht, um die letzten Meter in der Senkrechten zu bewältigen.

Wirklich schade war, dass viele keine Zeit hatten oder Krankheitsbedingt nicht an dieser Ausfahrt teilnehmen konnten. Dennoch war es ein super Klettertag, bei dem Genuss und Spaß im Vordergrund standen. 

 

Mit dabei waren Kathrin, Jakob, Chris, Kem + Oli (v.r.n.l.)

Klettertour im Schweizer Jura

Am Morgen des 12. Septembers treffen sich 6 Kletterer der Alpenvereins-Sektion Freudenstadt zu einer zweitägigen Ausfahrt in den Schweizer Jura-Kalk, genauer in die Region Solothurn. Auf dem Programm steht am ersten Tag der Südgrat auf die Balmflue, die mit 15 Seillängen die längste Klettertour im Schweizer Jura ist. Von Oberrütenen erreichen wir wie geplant in etwa 30 Minuten den Einstieg, der 890 m über Meereshöhe liegt. In drei Seilschaften geht es zügig voran.

Uwe beim Mit dem Südgrat finden wir eine gut abgesichterte Plaisirkletterroute im Schwierigkeitsgrad bis 5c+ vor. Abwechlungsreich bietet der löchrige Kalk neben Reibungskletterei, einer klettersteiggesichterten Passage, vielen Rissen und einem Quergang einen durch Abklettern zu überwindenden „Katzensprung“ von etwa 1,5 m Breite. In der Ferne sind Schießübungen des schweizer Militärs zu hören und wir sind froh, dass die Ursache dafür nicht die uns umgebenden dunklen Wolken sind – im Wetterbericht wurden immerhin keine Gewitter vorhergesagt. Nach 450 Klettermetern erreichen wir den Ausstieg und genießen die Nahsicht auf Solothurn. Die Fernsicht auf das Berner Oberland bleibt uns an diesem Tag leider verwehrt. Der Abstieg erfolgt problemlos auf steilem Pfad. Auf dem Campingplatz Lido in Solothurn finden wir eine Übernachtungsgelegenheit in unmittelbarer Nähe vor und lassen den Abend beim gemütlichen Grillen ausklingen. Reihenschaltung

 

Balmflue Südgrat Für den Sonntag haben wir uns eine 9 Seillängen Klettertour am Eulengrat vorgenommen. Parkplatz für die Tour ist wieder derselbe wie am Vortag. Am Einstieg angekommen taucht kurz darauf eine schweizer Gruppe mit 8 Personen auf und wir steigen daher zügig in die Route ein. Uns erwartet wiederum eine sehr schöne und abwechslungsreiche Kletterei in festem Jura-Kalk.

 

TobiTraudi am gleitenden SeilTraudi

Die Schlüsselstelle erreichen wir im oberen Teil des Grats mit dem Biwakriss, der mit 6a- (UIAA 6/6+) bewertet ist. Hier gibt es bis zu 4 Varianten in unterschiedlicher Schwierigkeit, wie diese Stelle überwunden werden kann. Am Ausstieg wartet ein Gipfelbuch und eine Baumstamm-Sitzgelegenheit, wo wir nach einiger Zeit auch die schweizer Gruppe wiedertreffen und ein verdientes Vesper genießen.

Letzter Standplatz am EulengratAustieg des Eulengrats
Der Abstieg erfolgt wiederum zu Fuß, dieses Mal durch eine steinschlaggefährdete Rinne, die wir unbeschadet überwinden.
Beim Blick aus dem Auto nach rechts sind die Felsen noch einmal zu erkennen. Wie jedoch in diesem Grat aus der Ferne eine Eule zu erkennen sein soll, bleibt vorerst ein ungelöstes Rätsel 

Tourengeher: Patrick und Waltraud Gebert, Tobias und Uwe de Jager,  Andreas Finkbeiner und Oliver Mohrlok

Bildergalerie

Auf grünen Graten über dem Rheintal

 Vom Bödele zum Hohen Frechen und weiter nach Mellau 
So gewiss unten im Rheintal zwischen Bodensee und Feldkirch tausende von Autos jagen, so gewiss hört und sieht man davon hier oben auf unserer aussichtsreichen Wanderung nichts. Das können zehn Wanderer bezeugen, welche sich vom 27.bis 29.8.09 an diesem von unserer Sektion ausgeschriebenen Treck beteiligten.
Start war auf dem Großparkplatz beim Bödele. Zum Einlaufen führte uns der Weg am ersten Tag vorbei an der Lustenauer Hütte Bei der Lustenauer Hüttezur idyllisch gelegenen Bregenzer Hütte, die wir in zwei Stunden erreichten. Nach Quartierbezug unternahmen wir noch eine Erkundungstour über Gräsakopf und Gschwendalmsattel, mit Mosteinkehr bei der dortigen Alm. Der Abend endete in geselliger Runde mit intensivem Volksliedersingen, begleitet von Klaus auf der Gitarre.
 Zum zweiten Wandertag hieß es zeitig aufstehen. Die Wegstrecke war mit 17 Kilometer und sechs Stunden reiner Gehzeit angegeben. Bergauf und bergab ging es zunächst vorbei an Unter- und Obersehrenalpe, über den Firstgrat zur Mörzelspitze. Unterwegs wurde schon immer angehalten um die herrliche Aussicht zu genießen. Die Sicht reichte vom Säntis im Westen, über Sulzfluh und Drusentürme im Süden bis zu den Allgäuer-Alpen mit Mädelegabel, Trettachspitze und Hochvogel u.s.w.. Nach ausgiebiger Rast war die nächste Station, die Altenhofalpe, eine erst in den letzten Jahren neu erbaute Alm. Beim Gespräch mit dem Senner erfuhren wir, dass man auch hier übernachten kann. Das gefiel einem unserer Teilnehmer so gut, dass er sich spontan entschloss hier zu nächtigen, um am nächsten Tag direkt nach Mellau abzusteigen. Dort erzählte er uns dann im Überschwang, was er noch alles erlebt hatte und wie gut es auf der Alm war.
Wir mussten weiter, hatten wir doch noch den schwierigsten Teil unserer Tagesetappe vor uns. Man soll es nicht glauben: Dieser häufig als Mittelgebirge eingeschätzte Landstrich weist durchaus alpine Züge auf – an ausgesetzten Steigen, luftigen Graten und steilen Felsflanken. So ging auch mancher unserer Teilnehmer den Binnelgrat und den Aufstieg zum Hohen Frechen mit gemischten Gefühlen an. Die Müdigkeit machte sich auch schon bemerkbar. Doch frisch gewagt ist halb gewonnen. Mit einem begeisterten „Berg Heil“ gab man sich auf dem Freschengipfel die Hand. Nur - - - leider hatte sich das Wetter inzwischen geändert. Von einer Gipfelsicht konnte keine Rede mehr sein. Nebel, Nebel, Nebel. Das Freschenhaus war bald erreicht, Die Hüttenwirtin servierte uns ein reichliches Bergsteigeressen und alle Mühen waren vergessen.
Die ganze Nacht regnete es. Am Morgen war das Wetter auch nicht besser. Nebel und Regen drückten auf die Stimmung. Es machte keinen Sinn die Tour, wie geplant, fortzuführen. Wir entschlossen uns, auf kürzestem Weg nach Mellau abzusteigen. Unsere Reststrecke über Hohe Matona, Gäviser Höhe, Sünser Joch und Sünser-Spitze bleibt uns für ein anderes Mal vorbehalten.
Bei der obligaten Abschlusseinkehr, hier waren wieder alle vereint , wurde die Tour noch einmal durchgesprochen. Trotz des Schlechtwettereinbruchs zufriedene Gesichter überall.
 
Die Teilnehmer: Helga Heinzelmann, Siegfried Kläger, Fritz Seeger, Martin Schuler, Dieter Mayer, Manfred Risch, Bernhard Gaiser, Willi Mösch, Hanspeter Pfefferle und Klaus Meyer.