Sektion Freudenstadt e.V. des Deutschen Alpenvereins

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2011

Pitztaler "Schmarrn"

 

Vergangenes Wochendende wollte ich eigentlich mit 3 Bekannten den Pitztaler Eisexpress machen. Dieser beinhaltet die Taschach-Eiswand sowie die Nordwände von Petersenspitze, Brochkogel und Wildspitze. Bei guten Bedingungen mit Trittfirn und Eis lassen sich diese Wände bei entsprechender Kondition sogar an einem Tag bewältigen.

Nach unserem Aufstieg am Freitag durch die Nacht erreichten wir gegen 23 Uhr das Taschachhaus und freuten uns auf den folgenden Tag. Nach kurzer Bettruhe gingen wir am Samstag Morgen um 6 Uhr leider nur zu dritt los Richtung Taschachwand. Der Hüttenwirt bestätigte uns Freitags noch, dass die Wände zu machen sind, jedoch sahen wir  schon von Weitem, dass bis auf ein kleines Eisfeld im oberen Teil nur Schnee in der Wand liegt. Mit den Tourenski erreichten wir den Wandfuß und sanken beim ausziehen der Ski auch gleich bis zum Knie in den Schnee. Also nichts mit Trittfirn. Nach den oberen 10 cm Pulverschnee brachen wir durch eine dünne Harschdecke noch tiefer ein, so dass ein Aufsteigen ohne Ski zu mühsam gewesen wäre. In der Hoffnung, weiter oben wird´s besser, sagten wir uns, dass wir mit Ski aufsteigen bis es nicht mehr geht. Dies war wohl der größte Schwachsinn, denn bis vor das kurze Blankeisfeld blieben die Verhätlnisse dieselben und wir fühlten uns wie Wühlmäuse, was natürlich auch an unseren Kräften zehrte.

              

Doch in der Hoffnung auf Besserung ist man irgendwann so weit oben, dass eine Umkehr auch keinen Sinn machen würde und ich fand mich in der Situation wieder, wo ich mich und mein Hobby verfluchte und nicht verstand, wie man freiwillig so einen Schmarrn machen kann. Mit ca. 70 Spitzkehren (dies reicht normal für 3 Winter) und 3/4 der Wand erreichten wir nun endlich das wenige Eis wo wir auf Steigeisen umsattelten. Wir gingen seilfrei und erreichten total geschafft den höchsten Punkt. Diese Schinderei brauchte natürlich seine Zeit, so dass wir auf weitere "Eiswände" gerne verzichteten und dafür in herrlichem Pulver über den Urkundsattel zur Hütte abfuhren. Hier machte sich dann noch ein Ski meines Kumpels selbständig, kam aber Gott sei Dank kurz vor dem Glertscherbruch zum stehen.

                                                                                       

 Nach einer weiteren Nacht im Winterhaus der Hütte machten wir uns dann Sonntag Früh auf ins Tal, wo wir in der Taschachschlucht an einem Eisfall noch unsere Eisgeräte und Frontzacken zum Einsatz bringen konnten, was uns am Ende dann doch noch entschädigte und wir trotz all der Schinderei im Ganzen auf ein schönes Wochenende zurückblicken können.