Sektion Freudenstadt e.V. des Deutschen Alpenvereins

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Ausbildung Kletterschein „Vorstieg“ erfolgreich bestritten

Der erste Teil der Ausbildung fand an der eigenen Kletterwand statt, dann folgte ein Wochenende in der Kletterhalle in Balingen. Auf dem Programm stand die Vermittlung von Grundkenntnissen beim Klettern als Vorsteiger bzw. beim Sichern eines Vorsteigers und ganz wichtig war die praktische Umsetzung. Nach etlichen Klettermetern, vielem Sichern und einem Sturztraining mussten die neun Teilnehmer ihr Können bei einer Prüfung beweisen.

Doch Tanja, Stephanie, Susanne, Nina, Eckhardt, Alexander, Lars, Fabian und Lando zeigten, dass sie die Materie beherrschen und als Belohnung gab es für alle den Kletterschein"Vorstieg".

Besteigung der Aiguille Verte (4122 m) durch´s Whymper Couloir

Recht früh letzten Samstag, und zwar um 4 Uhr, machten sich Jochen und ich auf nach Chamonix.

Im Kopf hatten wir eine Begehung der Aig. Du Jardin durch ein Couloir, dann die Überschreitung von Grande Rocheuse und weiter auf den Gipfel der Aig. Verte, von wo aus wir dann durch´s Whymper wieder absteigen wollten. Doch meistens kommt´s etwas anders!

  

In Chamonix angekommen lösten wir dann auch ziemlich schnell am Bahnhof ein Ticket für die altehrwürdige Zahnradbahn (eröffnet 1909) hinauf zum Montenvers (1913 m). Von hier ging´s dann erst mit Gondel und dann über Treppen ca. 200 Hm hinunter zum Mer de Glace, wo sich eine künstlich angelegte Eisgrotte befindet.

  

Auf dem Gletscher angekommen schnallten wir die Ski an und liefen, entgegen der bestimmt 200 Skifahrer welche von der Aig du Midi kommend den Gletscher abfuhren, das gemächlich ansteigende Mer de Glace hinauf. Links von uns immer die Petit Dru im Auge, wo man noch die Abbruchstelle der großen Felsstürze sehen konnte. Den kompletten Bonattipfeiler gibt’s einfach nicht mehr und mit dessen Abbruch ist auch ein Stück alpiner Geschichte gestorben. Bonattis sechstägiger Alleingang im Jahr 1955 über den Südwest-Pfeiler eröffnete damals neue alpine Dimensionen.

  

So ging es den Gletscher hinauf. Vor uns immer die Grandes Jorasses mit ihrer imposanten Nordwand. Ganz markant der Walker- und Crozpfeiler mit all den bekannten Eis, Mixed- und Felsrouten wie „Linceul“, „Colton – Mc Intyre“, oder eben die Klassiker über die Pfeiler.

Doch bei knallender Sonne und einem viel zu schweren Rucksack mußte ich mir schon bei diesem Aufstieg meine konditionelle Schwäche eingestehen. Mit viel Verspätung kam ich dann endlich auch am Biwak, der alten Hütte des Ref. Du Couvercle (2687 m) an. Dort kaum angekommen wurden wir dann Zeuge, wie zwei Bergsteiger vom Heli abgeholt wurden. Einer der Beiden hatte sich während der Besteigung der Aig. Verte die Finger verfroren, was mir so paradox vorkam, da ich doch bei der sengenden Hitze auf dem Gletscher von der Sonne regelrecht gebraten und ausgemergelt wurde.

Wir beschlossen dann, am nächsten Tag etwas zu ruhen und mit den Ski nur die etwa 800 Hm bis zum Bergschrund der Aig. Verte und Aig. du Jardin zu gehen, um uns die jeweiligen Couloirs und deren Einstieg anzusehen. Nachdem wir feststellten, dass die Rinne hinauf zum Sattel zwischen Jardin und Rocheuse noch nicht begangen wurde und auch noch recht viel Schnee drin lag, war klar, dass wir nur die Aig. Verte mit Auf- und Abstieg durch das Whymper-Couloir machen werden.

So machten wir uns dann am Montag Morgen kurz nach 3 Uhr auf den Weg, welcher durch unsere Inspektionstour vom Vortag auch bei Nacht sehr gut für uns zu finden war. Eine wunderbare Ruhe herrschte und die Konzentration sowie Gedanken lagen während dessen schon beim „Whymper“ - dieser Klassiker! Es war eine herrliche Stimmung, nur der Atem und das „einbeißen“ der Harscheisen war zu hören. Tausende von Sternen am klaren Himmel und der Mond über der dunklen Facette der Grande Jorasses.

Nach 3 ½ Std. waren wir dann pünktlich zum Sonnenaufgang am Bergschrund angelangt. Ski abschnallen, Steigeisen und Gurt anziehen, Geräte in die Hand und los ging´s. Die ersten 200 bis 300 Höhenmeter gingen ganz gut. Es war eisig und der Schnee gefroren, so dass die Geräte gut hielten. Doch spätestens nachdem wir vom Sekundärcouloir hinüberwechselten wurde die Schneeauflage immer weicher und tiefer. Bei zunehmender Sonneneinstrahlung und Wärme begann eine regelrechte Wuhlerei, zum Teil bis zur Hüfte durch den Schnee. Hier begannen wir dann auch gleitend zu Sichern, da wir nicht wußten ob der Hang hält und uns im schlimmsten Fall auf den insgesamt 600 Höhenmetern durch das Couloir nichts würde aufhalten im „Flug“ nach unten. Das Zwischensichern war an den eingerichteten, nicht vom Schnee verdeckten Abseilständen auch ganz gut möglich.

  

  

Angekommen am Col de la Grande Rocheuse eröffnete sich uns ein toller Anblick gen Norden und hinunter auf den Argentiére Kessel. Nun waren nur noch ca. 200 Hm, entlang dem Firngrat, hinauf zum Gipfel vor uns.

Recht erschöpft aber glücklich konnten wir eine sagenhafte Aussicht vom Gipfel genießen. Richtung Nordosten das Matterhorn, Dent Blanche und viele weitere walliser Riesen. Gegenüber den Mont Blanc, den Mont Blanc du Tacul mit seinem Teufelsgrat, die schöne Felsnadel des Dent du Géant und natürlich die Grande Jorasses.

  

Nach kurzer Pause machten wir uns an den Abstieg hinunter in den Sattel, von wo aus wir dann in 13 Abseillängen, an guten und nicht so guten, eingerichteten und improvisierten Abseilständen, zum Bergschrund abseilten. Die Abfahrt zum Biwak wurde dann nochmals zur Tortur, da mittlerweile schon wieder ein Harschdeckel auf dem Schnee war. Somit konnten wir mit dieser Abfahrt bestimmt keinen Preis gewinnen. Aber egal! Erleichtert, glücklich und zufrieden erreichten wir das Biwak und werden uns in Zukunft bestimmt noch oft von diesem schönen Erlebnis erzählen.

                                                  

Sportkletterer bestätigen ihre Sicherungsleistungen

Insgesamt neun Sportkletterer der Alpenvereinssektion Freudenstadt bestätigten erfolgreich ihre Sicherungsleistungen im Topropeklettern und legten erfolgreich ihre Kletterscheinprüfungen ab.

 
Mit dabei waren: Lando, Fabian, Ivonne, Helmut, Stephanie, Alexander, Susanne, Tanja und Nina. Die Kletterscheine im Toprope wie auch die noch folgenden Kurse für Vorstieg und den Übergang von Hallen- zu Felsklettern sind mitentscheidend über zuverlässige Leistungen im Sicherungsvorgang. Nur, wer das Sichern mit Tube, HMS oder Grigri einmal richtig gelernt hat, kann es auch erfolgreich und sicher anwenden. Also gilt das Motto: „Weiter so!“
 
Andreas Heim, FÜL Klettersport Schule

 

Seniorenwanderung vom Lotharpfad nach Buhlbach

Am Donnerstag, 21.02. waren wir bei eisigen Temparaturen und scharfem Nordostwind mit 28 Teilnehmern wieder unterwegs.

Ein Extrabus brachte uns von FDS zur Schwarzwaldhochstraße . Unser Guide Rolf Wein mit Frau und die Wanderfreunde vom Murgtal stiegen unterwegs in Mitteltal bzw Obertal zu.

Am Lotharpfad hieß es dann hinaus in die Kälte. Rolf führte uns auf schmalem ungebahntem Pfad durch den traumhaften Winterwald zur Hahnenhütte.

Nach einer kleinen Stärkung (45%ig und leckerem Kuchen) gings auf nun teilweise geräumten Wegen aussichtsreich zur Lichtengehren Hütte.

Von hier aus vollends hinab nach Buhlbach. Wir freuten uns alle auf eine gutgeheizte Gaststube. In der "Blume" verging die Zeit bis zur Busabfahrt bei guter Verpflegung und bester Stimmung wie immer viel zu schnell.

Ein großes Lob für den schönen Nachmittag an Rolf und Heide

Eiskaltes Vergnügen im Brandnertal

Ungläubige Blicke einer Busreisegruppe von Skifahrern zogen wir auf uns, als wir am Samstag Morgen um 7:30 am Parkplatz des Skilifts der Palübahn unsere Rucksäcke marschfertig machten. Mit dabei hatten wir das volle Programm, Zelt, Schlafsack, Matratze, Gaskocher, Schneeschuhe, Eisgeräte, Eisschrauben und noch viele andere nützliche Utensilien. Erstaunt waren wir selbst, was in einem 30 Liter Rucksack alles transportiert werden kann – notgedrungen musste ein erheblicher Teil der Ladung irgendwie außen befestigt werden. Gestaunt haben wir auch nicht schlecht über die Anzeige der Hängewaage, zwischen 19,5 und 21,8 kg Zusatzgewicht auf dem Rücken – nicht schlecht.

Die 6 km lange Fahrstraße zur Talstation der Lünerseebahn verließen wir in der ersten Kehre und konnten so den Kesselfall von der Brücke in der Tiefe bestaunen. Ebenso zog links vom Tal die Brandner Fluh, ein Eisklettergebiet unsere Aufmerksam auf sich. Wir hatten am Parkplatz kurz einen Bergführer mit Kunden getroffen, nach dessen Einschätzung dort der Eisaufbau noch nicht ausreichend war, um eine Begehung zu wagen. Ohnehin hatten wir das nicht vor.

Vorbei an der Schattenlaganthütte erreichten wir die Talstation der Lünerseebahn. Dort entschieden wir uns schnell dazu, mit unseren Lawinenschaufeln einen geeigneten Schlafplatz auszuheben. Geschützt von einer Schneewehe bauten wir unser Zelt in der Ecke des Gebäudes auf, der idealer Platz für ein Winterbiwak. Nun ging es weiter mit Schneeschuhen zum Einstieg der Eisklettertour „Eisfee“. In der mit WI 4-5 bewerteten Tour fanden wir gute Bedingungen vor, wenn auch etwas Schnee in der Einstiegsseillänge überwunden werden musste. In der Dreierseilschaft kletterteten wir die etwa 100 m hohe Rinne hinauf und fanden zwei frisch eingerichtete Eissanduhren vor. Der Abstieg durch Abseilen war somit ohne Materialverlust einfach möglich.

Nun ging es ersteinmal zurück zu unserem Lager, wo Schneeschmelzen angesagt war. Infiziert vom Eisklettervirus trafen wir kurzerhand die Entscheidung, eine weitere Tour direkt hinter der Talstation zu klettern, dem „Fall an der Talstation“. Hier fanden wir im unteren Teil gute Verhältnisse vor. Durch die fortgeschrittene Tageszeit seilten wir glücklich und zufrieden im Schein der Stirnlampe die letzte Seillänge ab.

  

Eine frostige Nacht bei -10°C verbrachten wir in unseren warmen Schlafsäcken, in denen wir die nassen und gefrorenen Handschuhe trockneten. Leider waren in der Zwischenzeit unsere Hochtourenschuhe vom Frost starr gefroren, außen und auch innen. So mussten wir diese erst einmal mit unseren Füßen auftauen, die dadurch nicht unbedingt wärmer wurden. Nach dem abbauen des Zelts machten wir uns bei Kaiserwetter auf den Weg zum Seilbahnfall, einer 200 m langen Tour zur Staumauer des Lünersees. Durch die nordseitige Ausrichtung des gefrorenen Falls bekamen wir vom Sonnenschein nicht viel ab. Wir begnügten uns mit der schönen ersten Seillänge, da unsere Füße nicht so recht warm werden wollten. Der Abstieg war auch hier durch eine eingerichtete Eissanduhr kein Problem.

    

Eine lustige Aktion war schließlich die Rodelfahrt von der Schattenlaganthütte hinunter nach Brand. Die Schlitten konnten wir dazu für 5 Euro in der Hütte ausleihen. Durch unser Rucksackgepäck brachten wir ordentliches Gewicht auf die Kufen und so konnten uns auch gelegentliche Abstecher in die seitlichen Schneeruder nicht aufhalten.

        

Mit dabei waren: Moritz Bergdoll, Tobias de Jager, Oliver Mohrlok