Sektion Freudenstadt e.V. des Deutschen Alpenvereins

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Aktuelle Seite: Start Touren 2014 Brochkogel Nordwand

Brochkogel Nordwand

Vergangenes Wochenende konnten Rolf und ich den Hinteren Brochkogel (3635m) über dessen Nordwand besteigen.

Nachdem wir uns am Samstag Früh auf den Weg nach Vent (1896m) im Ötztal machten, stiegen wir von dort auf den Resten der Skipiste auf bis zu deren Ende. Rechts haltend querten wir dann die unteren Hänge des Rofenkars, um durch das hier beginnende Tuiftal nicht wieder zuviel an Höhenmetern zu verlieren. Über eine letzte Steigung erreichten wir dann die auf 2844m hoch gelegene Breslauer Hütte, in deren Winterraum wir die Nacht verbrachten.

 

  

  

 

Am Sonntag Morgen starteten wir dann um 6.30 Uhr um über das Mitterkar und den Mitterkargletscher hinauf zum Mitterkarjoch (3468m) zu gelangen, welches einen Übergang vom Ötztal auf den Taschachferner im Pitztal ermöglicht. Allerdings müssen hier die Ski an den Rucksack geschnallt werden und eine mit Drahtseil versicherte Felsrippe überwunden werden, welche den Brochkogel mit der Wildspitze verbindet.

Im Joch angekommen hieß es dann wieder Ski anschnallen und etwas hinunter auf den Taschachferner abzufahren, um über diesen an die Nordwand des Brochkogels zu gelangen.

Da wir recht „faul“ sind, querten wir die Nordhänge ziemlich hoch, um nicht unnötigerweise Höhenmeter zu verlieren. Sorge bereitete uns zu diesem Zeitpunkt allerdings das Wetter, denn in dichtem Nebel konnten wir überhaupt nichts sehen und hatten somit keine Ahnung, wo der Einstieg in die Wand denn nun genau ist. Doch der Berg- und Wettergott meinte es wieder gut mit uns und riss die Nebelwand für einen kurzen Augenblick auf, damit wir unseren Standpunkt erkennen konnten. Und siehe da, wir waren direkt am Einstieg.

 

   

 

   

 

(Anm.: Das Bild mit der Aufstiegsroute wurde schon früher einmal aufgenommen. Doch die Wand präsentierte sich in ziemlich dem Selben Zustand)

Also noch ein paar Meter mit den Ski nach oben und dann die Selben abermals an den Rucksack, die Steigeisen an die Füße, Eisgeräte in die Hand und aufwärts ging´s. So stiegen wir in direkter Falllinie zum Gipfel in bestem Firn die ersten 200 Hm hinauf. Zwar waren wir mit dem Seil verbunden, sicherten uns aber in diesem Teil der mit ca. 55° steilen Wand nicht und gingen es frei bis zum Beginn der Eisnase. Hier bauten wir dann den ersten Standplatz und diskutierten kurz, ob wir die leichtere Variante nehmen und nach links queren sollten um im Firn den weiteren Aufstieg zum Gipfel zu wählen, oder ob wir direkt über die Eisnase klettern wollen. Wir entschieden uns für den direkten Weg, was auch die richtige Entscheidung war. Denn dieser Teil stellte mit etwas höheren Schwierigkeiten das Salz in der Suppe dar. So ging es nun im blanken Eis, welches für kurze Stellen mindestens 80° steil, war hinauf zum Gipfel. Jener war nun wieder mit Schnee bedeckt, so dass nach kurzem, sinnlosen graben nach Eis nur der Rammski als Fixpunkt zum sichern des Nachsteigers übrig blieb. (Die Bilder in der Eisnase konnte ich nur machen, da Rolf eine von mir fallengelassene Eisschraube holen musste, welche glücklicherweise im Firn stecken blieb und ich ihn dahin an meiner Zwischensicherung ablassen konnte. Ansonsten hätte ich hierfür wohl kaum Zeit und Sinn gehabt).

Nach einer kurzen Pause auf dem Gipfel stiegen wir über den stellenweise sehr ausgesetzten Ostgrat zum Mitterkarjoch ab, von wo aus wir dann wieder zurück zur Hütte und weiter nach Vent abfuhren, um uns zufrieden auf den Heimweg zu machen.