Sektion Freudenstadt e.V. des Deutschen Alpenvereins

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Jugendbetreuerwochenende im Jura

Vom 25. bis 27. April trafen wir uns im SAC-Haus „Cabane de Gorges“ in Moutier, einem Teil der französischen Schweiz im Jura. In der landschaftlich reizvollen Gegend sind die senkrecht aufgefalteten Kalkfelsen markant, die fürs Klettern wie geschaffen sind. Neben fachlichen Themen des Bergsports stand die Jugendarbeit in den unterschiedlichen Altersgruppen und gemeinsames Kochen auf dem Programm.
Am Freitag legten wir erstmals Hand an den Fels. Olli erkundete mit Sven und Eva die ersten 3 Seillängen der Route arête spéciale, direkt in der Nähe des Hauses. Aufgrund des wechselhaften Aprilwetters war ein gutes Zeitmanagement gefragt und so beschlossen wir, mit der großen Gruppe diese Tour am Samstag Nachmittag zu klettern.

Das Wetter spielte mit und wir konnten im Schönwetterfenster am Nachmittag die sieben Seillängen dieser Genusstour mit Stellen im sechsten Grad klettern. Im Zustieg führte entlang der Birs ein leichter Klettersteig in etwa fünf Minuten waagrecht zum Einstieg. In drei Dreierseilschaften und einer Zweierseilschaft ging es zügig voran und nach etwa vier Stunden waren wir bereits wieder zurück im SAC-Haus.

Am Samstagabend und Sonntagvormittag beschäftigten wir uns noch mit Themen wie der Ausschreibung von Gruppenausfahrten, der Physik des Fangstoßes und der Prävention sexueller Grenzverletzungen. Auf Grund des Wetters mussten wir die geplante Plattenkletterei an der „Dalle de Court“ auf einen späteren Besuch vertagen.

Mit dabei waren:
Loreen, Max, Luca, Kacper, Eva, Sven, Simon, Andreas, Roland, Thomas, Miriam, Oliver und Kilian

UpSeilDown am Battert

Für ein Gruppenbild suchten wir uns den Gipfel der Villnöser Nadel am Battert aus, der auf 3 unterschiedlichen Routen bestiegen wurde. Der Ausstieg der grauen Wand an der Fermeda schien eine gute Perspektive zu bieten, jedoch hatten wir den Hintergrund des Blockgrats nicht bedacht - so kommt die Exponiertheit des Gipfels nicht zur Geltung...

 

In drei unabhängigen Seilschaften kletterterten wir anschließend verschiedene Routen an Fermeda, Blockgrat, Falkenwand und dem Beckerturm – teils Klassiker wie den Blockgrat, den Hallweg oder die Wespenkante.

 

Mit dabei waren
Julia, Lena, Simon, Urs, Andi und Olli

Winterstock SW-Couloir & Galenstock Überschreitung

Seitdem ich das Mammutfoto vom Kleinen Camel das Erste mal gesehen habe, faszinierte mich das Couloir im linken Bildhintergrund. Bei einer Skitour auf das Chli Bielenhorn konnte ich es dann in Original sehen und seitdem ist es auf meiner Wunschliste weit nach oben gerückt.

Als das Wetterfenster und die Lawinensituation Ende März sehr gut waren, fragte ich in der Hochtourengruppe nach einem geeigneten Tourenpartner. Rolf konnte ich dann für die Tour begeistern und da wir eh schon in der Gegend waren, wollten wir den Galenstock am Folgetag auch noch mitnehmen.

So starteten wir morgens um 5 Uhr in Realp und stiegen mit Harscheisen an den Ski die südseitige, vereiste Spur am Hotel Galenstock vorbei bis unterhalb der Albert-Heim-Hütte.

Dort erreichte uns die Sonne und nach einer Pause suchten wir den besten Weg zum Einstieg ins Couloir. Mit unzähligen Spitzkehren konnten wir bis auf 2900 m mit Ski gehen, dort richteten wir unser Skidepot ein und es ging mit Steigeisen und Pickel wühlend und krabbelnd weiter. Der Schnee war im unteren Teil sehr weich, dadurch sanken wir teilweise bis zur Hüfte ein und mancher Fluch war im Couloir zu hören.

Ab der Mitte des Couloirs hatten wir dann perfekten Trittschnee und konnten bald den Sattel und die wärmende Sonne erreichen.

Nun folgte die Schlüsselstelle der Tour, ein griffarme Platte.

Danach erklommen wir eine kurze Firnflanke bis zum Gipfel, den wir bei Bestem Wetter und toller Aussicht nur kurz genossen, da wir das Couloir verlassen haben wollten, bevor die Sonne es zu sehr aufweichte.

     

    

Zurück am Skidepot erwartete uns schönster Firn für die Abfahrt und ein kurzer Gegenanstieg bis zur Albert-Heim-Hütte. Dort Piz Buinten wir auf der Terrasse und schauten uns die Tour auf den Galenstock für den Folgetag an.

Wir starteten um 6:30 Uhr, querten das Flachstück bis zum Tiefengletscher und stiegen diesen direkt auf der linken Seite bis zum Beginn der Flanke welche auf den Nordgrat führt.

In der Flanke konnten wir in Trittschnee bis unter eine Wechte hochsteigen und unter dieser queren bis zum Durchschlupf auf den Grat. Dort angekommen erwartete uns noch ein Steilaufschwung in kombiniertem Gelände, welcher uns, mit den Ski im Kreuz, doch etwas plagte und das eine oder andere Panoramagenusspäuschen abverlangte.

Bei einer ausgiebigen Gipfelpause in der Hoffnung auf eine besser auffirnende Abfahrt, genossen wir die grandiose Rundumsicht der Berner, Walliser und Mont Blanc Berge.

Mit Respekt rutschten wir die ersten Meter der 44° steilen, windgepressten Flanke ab.

Danach hätte es eine wunderschöne Firnabfahrt werden können aber wir waren noch etwas zu früh dran, wollten aber auch nicht länger warten, da wir über den Furkapass zurück nach Realp wollten.

     

Somit ging es mit unterschiedlichsten Schneebedingen und brennenden Oberschenkeln bis zum Hotel Belvedere auf der Walliser Seite des Furkapasses. Dort fellten wir wieder an und folgten der winterlichen Straße bis zum Furkapass. Die ersehnte Abfahrt mußte am Anfang mit viel gestöckle erst einmal in Fahrt gebracht werden. Der aufgeweichte, südseitige Schnee bremste den Abfahrtsgenuss, aber irgendwann erreichten wir den geplanten Boxenstop am Hotel Tiefenbach. Von dort ging es direkt nach Realp und weiter in die frühlingshafte Heimat.

Im Gepäck haben wir die Erinnerung an zwei super schöne Frühjahrskitourentage.

 

Tourengänger: Rolf & Jochen

Brochkogel Nordwand

Vergangenes Wochenende konnten Rolf und ich den Hinteren Brochkogel (3635m) über dessen Nordwand besteigen.

Nachdem wir uns am Samstag Früh auf den Weg nach Vent (1896m) im Ötztal machten, stiegen wir von dort auf den Resten der Skipiste auf bis zu deren Ende. Rechts haltend querten wir dann die unteren Hänge des Rofenkars, um durch das hier beginnende Tuiftal nicht wieder zuviel an Höhenmetern zu verlieren. Über eine letzte Steigung erreichten wir dann die auf 2844m hoch gelegene Breslauer Hütte, in deren Winterraum wir die Nacht verbrachten.

 

  

  

 

Am Sonntag Morgen starteten wir dann um 6.30 Uhr um über das Mitterkar und den Mitterkargletscher hinauf zum Mitterkarjoch (3468m) zu gelangen, welches einen Übergang vom Ötztal auf den Taschachferner im Pitztal ermöglicht. Allerdings müssen hier die Ski an den Rucksack geschnallt werden und eine mit Drahtseil versicherte Felsrippe überwunden werden, welche den Brochkogel mit der Wildspitze verbindet.

Im Joch angekommen hieß es dann wieder Ski anschnallen und etwas hinunter auf den Taschachferner abzufahren, um über diesen an die Nordwand des Brochkogels zu gelangen.

Da wir recht „faul“ sind, querten wir die Nordhänge ziemlich hoch, um nicht unnötigerweise Höhenmeter zu verlieren. Sorge bereitete uns zu diesem Zeitpunkt allerdings das Wetter, denn in dichtem Nebel konnten wir überhaupt nichts sehen und hatten somit keine Ahnung, wo der Einstieg in die Wand denn nun genau ist. Doch der Berg- und Wettergott meinte es wieder gut mit uns und riss die Nebelwand für einen kurzen Augenblick auf, damit wir unseren Standpunkt erkennen konnten. Und siehe da, wir waren direkt am Einstieg.

 

   

 

   

 

(Anm.: Das Bild mit der Aufstiegsroute wurde schon früher einmal aufgenommen. Doch die Wand präsentierte sich in ziemlich dem Selben Zustand)

Also noch ein paar Meter mit den Ski nach oben und dann die Selben abermals an den Rucksack, die Steigeisen an die Füße, Eisgeräte in die Hand und aufwärts ging´s. So stiegen wir in direkter Falllinie zum Gipfel in bestem Firn die ersten 200 Hm hinauf. Zwar waren wir mit dem Seil verbunden, sicherten uns aber in diesem Teil der mit ca. 55° steilen Wand nicht und gingen es frei bis zum Beginn der Eisnase. Hier bauten wir dann den ersten Standplatz und diskutierten kurz, ob wir die leichtere Variante nehmen und nach links queren sollten um im Firn den weiteren Aufstieg zum Gipfel zu wählen, oder ob wir direkt über die Eisnase klettern wollen. Wir entschieden uns für den direkten Weg, was auch die richtige Entscheidung war. Denn dieser Teil stellte mit etwas höheren Schwierigkeiten das Salz in der Suppe dar. So ging es nun im blanken Eis, welches für kurze Stellen mindestens 80° steil, war hinauf zum Gipfel. Jener war nun wieder mit Schnee bedeckt, so dass nach kurzem, sinnlosen graben nach Eis nur der Rammski als Fixpunkt zum sichern des Nachsteigers übrig blieb. (Die Bilder in der Eisnase konnte ich nur machen, da Rolf eine von mir fallengelassene Eisschraube holen musste, welche glücklicherweise im Firn stecken blieb und ich ihn dahin an meiner Zwischensicherung ablassen konnte. Ansonsten hätte ich hierfür wohl kaum Zeit und Sinn gehabt).

Nach einer kurzen Pause auf dem Gipfel stiegen wir über den stellenweise sehr ausgesetzten Ostgrat zum Mitterkarjoch ab, von wo aus wir dann wieder zurück zur Hütte und weiter nach Vent abfuhren, um uns zufrieden auf den Heimweg zu machen.

 

 

Ausbildungskurs Vorsteigen in Halle und Fels im März 2014

Doris, Elena, Sabine, Oliver absolvieren zusammen mit Dominic und Andreas erfolgreich ihren Vorstiegskurs und bestehen den DAV-Vorstiegsschein.

  

In insgesamt zwei Abenden lernten die Teilnehmer die Stärken und Schwächen verschiedener Sicherungsgeräte im Vorstieg kennen. In mehreren Sequenzen übten die Kletterer korrektes Klippen, das Seil korrekt auszugeben und wieder einzuziehen. Besonderer Schwerpunkt war das dynamische Sichern im Sturzfall. Herausforderung blieb bis zuletzt das Reinsitzen ins Seil und insbesondere das Stürzen in allen Varianten. Manche weiten Stürze waren jedoch auch dabei! Am Falkenstein wurde die sofortige Umsetzung an den Kletterfels geleistet. Allen Teilnehmern war zum Schluss klar: Spaß hat es gemacht, alle wurden sicherer beim Sichern, mutiger im Vorstieg. Die Kursinhalte „Von der Halle an den Fels“ wären dann als nächstes dran!

   

 

Dominic und Andreas