Sektion Freudenstadt e.V. des Deutschen Alpenvereins

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Piz Linard (3410m)

Trotz einer nicht ganz 100%igen Wettervorhersage für beide Tage, aber mit einer unerschütterlichen positiven Grundeinstellung, machten wir uns am 13.09. auf ins Unterengadin nach Lavin.

Dort gegen 11 Uhr angekommen, starteten wir unseren Aufsteig durch den Lärchenwald zur Chamanna dal Linnard (2327m), für welchen wir zu unserer Überraschung nur knapp 2 Stunden bei annehmbarem Wetter aus einem Mix zwischen Sonne und Wolken brauchten.

 

Uns wohl kommen sehen, wurden wir dann schon vor der Hütte von dem klasse Hüttenteam um Heidi, Werner und Hans Ruedi herzlich empfangen. Da diese Hütte im wochenweisen Wechsel von Mitgliedern der ``Secziun Engiadina Bassa´´ des SAC bewirtet wird, kann man die Freude am Tun dieser Mannschaft förmlich mit jeder Tat und jedem Wort spüren.

Da es ja noch recht früh am Mittag war, genossen wir die Sonne auf den Bänken vor der Hütte und machten noch einen kleinen Spaziergang hinauf zu den Seen in Richtung Fuorcla da Glims, wo sich am nächsten Morgen dann unser Weg abzweigen sollte in Richtung Südostgrat.

Am Sonntag Morgen begrüßte uns dann ein wolkenloser Himmel und wir machten uns nach dem Frühstück auf den Weg, den höchsten Berg der Silvretta zu besteigen. Auf bekanntem Weg ging es dann wieder hinauf zu den Seen, weiter auf steilem Steig zu der Schutthalde am Fuß der Südwand, welche wir dann mühsam aufsteigend querten bis zu einer Felsrinne, welche uns direkt zum Sattel hoch brachte, von welchem aus wir dann auf den Grat gelangten. Von hier aus ging es dann meist direkt am Grat entlang hinauf in Richtung Gipfel. Die Klettereien, in manchen Routenbeschreibungen mit max. III angegeben, bereiteten keine Probleme, da diese Schwierigkeiten wohl höchstens für kurze Aufschwünge in diesem Bereich liegen dürften und die Verhältnisse recht gut waren. Zudem hatte man oft die Möglichkeit zu wählen, ob man´s nun etwas direkter oder eben bissl leichter angehen möchte. So konnten wir nebenbei die wundervolle Aussicht auf Ortler, Piz Palü und Richtung Norden die Berge der Silvretta genießen. Als wir dann die großen Steinmänner direkt auf dem Grat erreichten, ging es nur noch leicht hinüber zum Gipfel, wo wir Rast einlegten und unser Glück über das tolle Wetter kaum fassen konnten.

    

 

 

   

 

Nach kurzem Vesper machten wir uns dann an den Abstieg über den Normalweg, wo sich uns der Berg dann von seiner nicht so schönen Seite zeigte. Viele Höhenmeter sind in brüchigem und schottrigem Gelände abzusteigen und auch die steile Firnrinne zeigte sich nicht in bester Verfassung. So hieß es nochmal die Konzentration hoch halten, bis wir wieder am Fuß der Südwand angelangt waren.

 

Zurück auf der Hütte gönnten wir uns noch Kaffee, Kuchen, Bier und machten uns dann an den Abstieg ins Tal und die Heimfahrt. Denke mit Gerhard, Uli, Bernhard und mir fand ein klasse Team zusammen, welches sehr viel Freude miteinander hatte.

UpSeilDown auf Hochtour im Wallis

Arolla war der Ausgangspunkt für eine dreitägige Ausfahrt in die Walliser Alpen in der Schweiz. Vom Parkplatz am Kurhaus ging es hinauf zum Pass Col de Chèvres, über Eisenleitern hinunter zum Cheilon-Gletscher und nach etwa 1000 Höhenmetern und dreieinhalb Stunden Fußmarsch war die SAC-Hütte Cabane de Dix auf 2928 m erreicht. Die Unterkunft war sehr angenehm und als Ausgangspunkt für die geplanten Hochtouren ideal.


Am Samstag starteten wir um 6 Uhr eine abwechslungsreiche Tour auf den Mont Blanc de Cheilon. Über den Col de Cheilon erreichten wir einen Felsgrat, den wir am gleitenden Seil  begingen. Im Anschluss folgte eine 40 Grad steile Firnflanke, die sich anbot, um eine Übung zum Fixseil in die Tour zu integrieren. Nach einem weiteren Felsgrat erreichten wir den exponierten Gipfel (3870 m) gegen Mittag. Nach einer ausgeprägten Gipfelrast und dem Genuss der Aussicht ging es gemütlich entlang der Aufstiegsroute wieder zurück zur Cabane.

 

 

Am Sonntag stiegen wir auf den Aussichtsberg La Luette 3548 m. In zwei Gletscherseilschaften querten wird den Glacier de la Luette und standen nach 2 Stunden um 8 Uhr auf dem zugigen Gipfel. Das Panorama in der Morgensonne war eindrücklich. Die Mont Blanc-Gruppe auf der einen, die Walliser auf der anderen Seite - Matterhorn, Obergabelhorn, Zinalrothorn, Weisshorn, Dent d'Herens und Dent Blanche.

 


Auf dem Rückweg holten Eva und Sven ihre Fahrräder ab, die sie im Aufstieg unterhalb der Leitern des Col de Chèvres deponiert hatten und ernteten ungläubige Blicke der umgebenden Wanderer. Es passte alles bei der Tour -  Wetter, Verhältnisse und Kondition – so konnten alle ein schönes Wochenende in den Bergen genießen.

 

Mit dabei waren
Eva, Sven, Jochen, Moritz, Frank, Lars und Olli

Alpinis auf der Sulzfluh

Ende August verbrachten die Alpinis drei Tage im Rätikon. Bei Regenwetter brachen wir vor Sonnenaufgang in Freudenstadt auf, leider in reduzierter Besetzung. Vier Teilnehmer hatten wegen Krankheit kurzfristig abgesagt. Nach rund vier Stunden Autofahrt traf die Gruppe in Latschau ein, immernoch bei strömendem Regen. Der Prognose vom Vortag vertrauend, widmeten wird uns erst einmal dem Schauraum der Vorlarlberger Illwerke im Lünersee-Kraftwerk in Latschau und hofften auf Wetterbesserung. Diese trat auch tatsächlich ein. Ohne von Regentropfen behelligt zu werden, bewältigten wir den Aufstieg zur Lindauer Hütte, immer unser Ziel für den folgenden Tag vor Augen. Auf der Hütte erwarteten und bereits Florian und Roland, die schon einige Tage in der Region verbracht hatten.

Der nächste Tag brach mit einem prächtigen Sonnenaufgang unter klarem Himmel an. Wir Glückspilze konnten einen wunderbaren Bergtag genießen. Kacper und Max führten uns über den Gauablick Klettersteig und durch die gleichnamige Höhle auf die Sulzfluh. Über die beeindruckende Kalksteinwüste neben dem Karrenfeld erreichten wir den Gipfelklotz wo wir an einem kümmerlichen Rest des Gipfelschneefeldes Rast machten. Auf dem Gipfel konnten wir das Panorama rundherum und weit über die Alpen genießen. Die Luft war kalt und klar. Der Abstieg führte uns durch den Rachen wieder hinunter zur Lindauer Hütte. Auch vom Rachenschneefeld trafen wir nur einen kümmerlichen Rest an. Die kurze Abfahrt endete jäh im Geröll.

Welch großes Glück wir hatten, den Tag auf der Sulzfluh bei Sonne und klarer Sicht genießen zu können, zeigte uns der nächste Tag. Der gab sich schon deutlich bewölkter und ließ auch den einen oder anderen Regentropfen auf uns fallen. Nach einem kleinen Abstecher in den Klettergarten traten wir den Abstieg an und konnten vor der Heimfahrt neben dem Stausee Latschau in der Sonne sitzend noch Eis und Kaffee genießen.

Mit dabei waren Florian, Moritz, Noah, Kacper, Max, Lutz, Roland und Thomas.

Alpinkletterrunde in der Dauphiné

Durch die Beschreibungen und Bilder aus dem Topoguide 2 inspiriert bot ich dieses Jahr eine Alpinkletterrunde in der Dauphiné im Nationalpark Écrins an. Vom Weiler La Bérarde wurden wir schon beim Zustieg zur Châtelleret Hütte durch eine üppige Pflanzenwelt in der Vegetationszone um die 2000 m begrüßt, der rotstielige Steinbrech wächst an den Südhängen in großer Zahl.


Ein paar Regentropfen während der 500 Höhenmeter störten uns nicht, da für die Woche gutes Bergwetter vorhergesagt war. Nach eineinhalb Stunden erreichten wir die Hütte, die aus Granitsteinen gebaut und daher kaum von der Umgebung zu unterscheiden ist.

Gleich bei der Anmeldung wurde das morgige Tagesziel Tête Sud du Replat abgefragt und entsprechend die Frühstückszeit auf 4 Uhr früh festgesetzt. Das Abendessen war gut, in französischer Art mit Suppe, Hauptspeise, Käse und Dessert.

Am nächsten Morgen ging es bei sternenklarem Himmel im Stirnlampenlicht in westlicher Richtung in Serpentinen zum Glacier de la Gandolière und nördlich über Firnfelder in drei Stunden zum Einstieg. Hier tauschten wir Steigeisen und Eispickel gegen Seil und Kletterausrüstung – die Route Pilier Chèze galt es komplett selbst abzusichern, es steckten nur einige wegweisende Schlaghaken. Die Absicherung mit zehn Camalots, einem Satz Klemmkeilen und Schlingen verschiedener Längen machte durch die vielen schönen Risse im Granit und dem Schwierigkeitsgrad bis 5+ besonderen Spaß.

Bis zum Gipfel 3428 m gab es noch hundert Meter leichtes Gelände am gleitenden Seil und zur Belohnung gab es einen 360°-Rundblick auf Meije, Pelvoux und die umliegenden Gipfel. Abwärts ging es am gleitenden Seil über den Nordostgrat in einer halben Stunde zum Pass „Col du Replat“ und als Gletscherseilschaft links über den Normalweg zur Refuge de la Selle 2673 m.

Hier wurden wir freundlich empfangen, es gab frischen Heidelbeerkuchen, eine neu gebaute improvisierte Dusche im Freien mit von der Sonne temperiertem Gletscherwasser und einer Paradeaussicht auf die morgige Tour, die Nordkante der Pointe d'Amont. Diese stellte das Herzstück der Runde dar, ein Zustieg über Moränen und Gletscher, elegante Kletterei an der Kante mit 22 Seillängen und 850 Klettermetern, dem Übergang am Grat zur Pointe Central und anschließendem Abstieg mit mehrfachem Abseilen. Da wir zu dritt gute Voraussetzungen hatten und das Wetter sehr gut vorhergesagt war, entschieden wir, die Tour umzusetzen, unsere Frühstückszeit wurde auf fünf Uhr festgesetzt. Am nächsten Morgen staunten wir nicht schlecht – alle anderen Seilschaften wurden um vier Uhr geweckt, wir hatten uns wohl die leichteste und kürzeste Tour ausgesucht! Es gab noch eine weitere Dreierseilschaft, die wir am Vorabend kennen gelernt hatten, die mit uns die Hütte verließ und die gleiche Tour vorhatte. Der Plan ging auf,

wir kamen gut voran, schafften den Zeitplan gerade noch am oberen Limit, im Abstieg gab es noch Verzögerungen durch die Wegsuche und das Abseilen, doch nach 15 Stunden erreichten wir die Sonnenseite unter der Aiguille Dibona, die Soreiller Hütte 2719 m.

Am Donnerstag gönnten wir uns einen Ruhetag in traumhafter Umgebung und beobachteten das lebhafte Treiben in den Routen an der Aiguille Dibona. Hier gibt es mehrere Traumlinien, unter anderen die Visite Obligatiore, die sich reger Beliebtheit erfreut. Am Nachmittag packte uns wieder der Aktionismus und wir kletterten einige Seillängen in den umliegenden Platten – auch zur Übung einiger Seiltechniken.

Für Freitag suchten wir uns mit der „Remise à Flo“ an der Pointe Central de Burlan eine besonders schöne Genusstour in rötlichem Granit aus, die wenig frequentiert wird. Der Zustieg von eineinhalb Stunden von der Soreiller Hütte ist genau richtig. Die 8 Seillängen, die meisten etwa im sechsten Grad sind gut mit Edelstahlhaken gesichert und wir konnten durch die Abseilpiste zu dritt mit einem kleinen Rucksack klettern. Im Abstieg verhakte sich das Seil in einer der vielen Schuppen und die Befreiung eine weitere Übung zum Thema Seiltechnik.

Zurück auf der Hütte wurden wir freundlich gefragt, ob wir bei dem aufziehenden Schlechtwetter wirklich noch die Nacht auf der Hütte bleiben wollten. Kurzentschlossen packten wir unsere Sachen und fuhren noch am selben Tag wieder zurück nach Hause.

Mit dabei waren Lando, Lars, Olli

Hochtouren im Zillertal

Eine Woche Urlaub im Zillertal war durch den Einfluss eines Höhentiefs über Genua mit eher schlechtem Wetter begleitet, doch für den letzten Tag war gutes Bergwetter vorhergesagt. So beschloss ich eine längere Tour zu wagen. Um 3:46 startete ich am Berggasthof Breitlahner mit Stirnlampe und wanderte den Zemmgrund hinauf. Im Morgengrauen erreichte ich um 5:27 die Berliner Hütte und genoss in aussichtsreicher Lage auf den Waxeggkees kurz vor der Weggabelung zum Schwarzenstein ein Rucksackfrühstück. Ich hielt mich links, vorbei am malerischen Schwarz- und dem kleinen Eissee und kletterte über Blockgelände und harte Firnfelder hinauf Richtung Feldscharte. Auf den Felsen hatte sich durch den Regen der vergangenen Tage und die tiefen Temperaturen der Kaltfront auf manchen Felsen eine dünne Eisglasur gebildet, die vorsichtiges Steigen gebot.

Etwa 50 m links der Feldscharte befindet sich in der Südwestflanke der rampenartige Einstieg des Normalwegs. Hier zog ich den Klettergurt an und bereitete ein 50 m Halbseil für Seilmanöver vor. Nach dem Erreichen des Südgrates ging es einige Meter direkt an diesem entlang, bis die Kletterschwierigkeiten zunahmen und ein Band nach links in die Flanke leitete. In der Mitte des Bandes setzte ich das vorbereitete Seil ein, um eine nasse und dadurch heikle Plattenpassage durch die vorhandenen Bohrhaken abzusichern. Nach einer Stunde stand ich auf dem Gipfel der Zsigmondyspitze (AD-, 3087 m). Gipfelbuch war keines mehr vorhanden, sonst hätte mich der Eintrag von Peter Habeler interessiert, den Edwin Schmitt und Wolfgang Pusch in ihrem Führer Hochtouren Ostalpen erwähnt hatten...

Der Abstieg war einfach, in direkter Linie des Südgrates konnten die Schwierigkeiten durch zweimaliges Abseilen von jeweils 25 m überwunden werden.

Jetzt folgte der zweite Teil, der Aufstieg zum Schwarzenstein. Hierzu stieg ich zunächst wieder bis kurz vor die Berliner Hütte ab und bog an der Weggabelung rechts ab. In der Aufstiegsspur der viel begangenen Tour ging es ohne technische Schwierigkeiten (F+) zum Aussichtspunkt Schwarzenstein auf 3369 m und wieder zurück über die Berliner Hütte zum Gasthof Breitlahner, um kurz nach Sieben mit der Familie das gemeinsame Abendessen zu genießen. Geschafft waren über 3000 Höhenmeter und 36,8 km Wegstrecke in 15:23 Stunden - zwei lohnende Hochtouren in der reizvollen Landschaft des Zillertaler Hochgebirgskammes.