Sektion Freudenstadt e.V. des Deutschen Alpenvereins

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5-Gipfel-Klettersteig im Rofan

Trotz einer vorhergesagten Gewitterneigung entschlossen wir uns die Tour durchzuführen. Begünstigt wurde diese Entscheidung durch eine gute Sicht von den Klettersteigen auf den Alpenhauptkamm und ins Zillertal, aus der das schlechte Wetter vorranging kommt.ch der Ankunft am späteren Freitag-Nachmittag entschlossen wir uns, noch den Übungsklettersteig auszuprobieren. Leider war die Ausschilderung nicht vorhanden, so dass wir unverrichteter Dinge zur Erfurter Hütte zurückkehren mussten,  um das Abendessen nicht zu verpassen. Somit ging es dann mit vollem Elan sofort nach dem Frühstück am Freitag los. Begonnen haben wir dann mit dem Hochiss (2299m), einen mittelschweren Klettersteig. Dort konnte das an der Spinne vorm Alpintreff gelernte Handling in die Praxis umgesetzt werden.


Na

Nach dem Abstieg auf dem Normalweg ging es dann in Richtung Spieljoch (2236m) mit dem leichtesten Teil des Klettersteigs. Dabei handelt es sich um einen Klettersteig am Grat, immer wieder mit ungesicherten Passagen durch Schroffen. Dabei wurden wir zwischendurch durch viele Edelweiße belohnt.

Nach dem Abstieg vom Spieljoch kam dann der Rosskopf (2246m) im Visier. Dabei handelt es sich um den schwersten Klettersteig in der 5-Gipfel-Tour. Der Einstieg hat mehrere leicht überhängende Passagen, so dass hier sowohl Armkraft als auch Technik gefragt war. Selbst am Gipfelkreuz hört der Klettersteig nicht auf, da der Abstieg in Richtung Seekarlspitze ebenfalls ein Klettersteig ist. Nach einer Rast mit Vesper nahmen wir uns den 4. Gipfel des Tages, die Seekarlspitze (2261m), vor.

Nach einer Querung auf Bügeln folgt dann der Klettersteig einfach einen Band bis kurz vorm Gipfel. Hier geht es noch einmal richtig zur Sache, da die Ausstiegspassage stark nach außen drängt und nur sehr wenig Tritte bietet. Am Gipfel sah man dann langsam, wie sich die Wolkentürme aufbauten, so dass wir nur eine kurze Rast einlegten. 
Da sich jetzt von der Nordseite eine Gewitterfront aufbaute beeilten wir uns mit dem Abstieg und fuhren dann das Geröllfeld unterhalb des Rosskopfes ab. Trocken kamen wir dann auf der Hütte an, während sich über dem Gipfelkamm des Rofan ein Gewitter entlud.

Auf der Hütte kam uns dann der Gedanke am nächsten Morgen zum Sonnenaufgang auf dem Gipfel der Haidachstellwand (2192m), den letzten der fünf Gipfel, zu sein. Somit standen wir nachts um 4:00 Uhr auf, waren abmarschbereit und wollten nur noch die Schuhe hohlen. Aber die Tür in Richtung Gastraum und Trockenraum war abgeschlossen. Somit ging es leider zurück ins Matratzenlager. Beim Frühstück haben wir dann erfahren, dass auf der Innenseite der Tür vom Trockenraum ein Schild steht. Leider klemmt aber die Tür und ist immer offen, so dass wir das Schild nicht gelesen hatten.
Aber natürlich haben wir den 5. Gipfel, wie im Programm angekündigt, auch noch durchgeführt. Wir wurden durch eine super Aussicht belohnt.

Mit dabei waren:
Jesco Poppenberg, Georg Kloss, Uwe de Jager und Swen Haubold
 

 

Monterosa

Wallis – Spaghettirunde vom 16. bis 19. August 2015

  

Am Sonntag starteten Oli Dorka mit seinem Mädel (Ellena) und seinen Mannen (Helmut S., Bernhard G., Claus, Sven Springwald und Lando) gegen fünf Uhr am Alpintreff.

Sechs Stunden später gelangten wir in Staffal im Aostatal (Monte Rosa) an, wo sich die „Vernünftigen“ (also Gehfaulen – Oli, Helmut und Lando) mit der Seilbahn zum  Gletscher von Indren chauffieren ließen. Die völlig Übermotivierten hechelten der bereits aus Innsbruck separat und einige Stunden vorher angereisten und  aufgebrochenen Eva hinterher und erreichten die Montova – Hütte (3.498 m) nach der Überwindung von 1.600 Höhenmetern und einem eigentlich überflüssigen aber wohl der Übermotivation entsprungenen Schlenker zu einem Nebengipfel der Monta- Rosa - Gruppe einigermaßen pünktlich zum Abendessen, welches – als (un-)gerechter Lohn für die (entfallenen) Strapazen - weniger als spärlich und phantasielos ausfiel.  

   

Tags drauf startete die Truppe um 6:30 Uhr vor der Hütte und marschierte in  20 Minuten zur nahegelegenen und 150 m höher gelegenen  Gnifettihütte (3.647 m), wo die drei „Vernünftigen“ am Vortag bereits Seile und Material wohlweislich und nach strategischer, taktischer und operativer Planung deponiert hatten (tatsächlich hatte man sich am Vortag schlicht und ergreifend im Nebel verlaufen und die falsche Hütte angesteuert). Von dort ging es weiter zur Vinzent – Pyramide (4215 m)  im südlichen Teil des Monte-Rosa-Massivs. Über dem Gipfel, welchen die meisten der acht Bergsteiger als ihren ersten 4.000er mit der oralen Einnahme einer liquiden Zwetschge feiern durften, verläuft die Grenze zwischen Aostatal und Piemont. Angemessen gefeiert wurde die erste Station unserer „Individual – Spaghettirunde“  am Nachmittag auf der Terrasse der Gnifettihütte. Das dort gereichte Abendessen entsprach im Vergleich zum spärlichen Mahl auf der Montovahütte einer „haute cuisine“.

    

Am dritten Tag unserer Unternehmung klingelte der Wecker deutlich früher, so dass nach einem gestaffelten Frühstück – es zeigte sich, dass so jeder seine eigenen morgendlichen Vorlieben und Gewohnheiten besitzt – um halb sechs zwei komplett ausstaffierte Vierer – Seilschaften erwartungsvoll vor der Hütte standen. Kameradschaftlich wurden Stirnlampen – Vakanzen unter den Seilschaften ausgeglichen, so dass dem Sturm des zweiten 4.000ers nichts mehr im Wege stand. Der Corno Nero (4.321 m) sollte es sein – das Objekt der Begierde. Wir ließen diesmal die Vinzentpyramide rechts liegen, - im dichten Dunst, so ohne Sicht,  leider auch den Corno Negro (Schwarzhorn) – so dass wir nach einem beherzten Durchstieg eines im Gipfelbereich kombinierten Geländes auf der Ludwigshöhe (4.341 m), also etwas abseits unseres eigentlichen Ziels landeten. Immerhin hatten wir dadurch dank unserem Oli einen selbst gespurten und technisch interessanten sowie 20 Meter höheren Gipfelaufstieg realisiert.

   

Der dritte Streich erfolgte sogleich – mit der Parrotspitze (4.432 m). Nachdem sich zwischenzeitlich das Wetter von seiner schönsten Seite zeigte, war der Aufstieg und die Sicht in die umliegende Bergwelt spektakulär. Von Westen und Osten erscheint dieser selbstständige 4.000er der Monta Rosa – Gruppe als schnittige Firnpyramide, von Norden (Grenzgletscher) als  breiter Firnbuckel und von Süden als Berg mit einer steilen kombinierten Wand. Auf der „Himmelsleiter“ ging es auf einem scharf geschnittenen Grat, welcher auf der Südwestseite ins Bodenlose zu fallen scheint, zum höchsten Punkt der Parrotspitze, dem Punta Parrot (4.432 m), wo wir uns aufgrund der eisigen Temperaturen nur kurz aufhielten, und Richtung Nord  -Nord – West ein kleines Stück zu unserem sonnigen Schnapserl – Rastplatz abstiegen.

   

Unser nächstes Ziel für den Nachmittag war die Zumsteinspitze (4.563 m), ein  Grenzgipfel zwischen Schweiz und Italien. Sie liegt zwischen der Dufourspitze und Signalkuppe, jeweils getrennt durch den Grenzsattel (4453 m) und Colle Gnifetti (4453 m). Nachdem der Weg auf den Gipfel der Zumsteinspitze konsequent die Sicht zur heute als letztes Ziel anvisierten Rifugio Margharita bot, stellte dieses Etappenziel nochmals auch in psychischer Hinsicht eine echte Herausforderung dar. Wie bereits die Vinzentpyramide am Vortag bot die Zumsteinspitze im Gipfelbereich kombiniertes Gelände. Auch hier fiel die Gipfelrast aufgrund der eher ungemütlichen Temperaturen kurz aus, und wir stiegen ab in Richtung Signalkuppe (4.554 m). Diese trägt direkt auf dem Gipfel die höchstgelegene Schutzhütte Europas, die Capanna Regina Margherita, benannt nach der italienischen Königin Margarethe von Italien, welche den Berg im August 1893 bestiegen hatte. Nachdem wir von der Zumsteinspitze Richtung Süd – Süd – Ost im Rahmen des Abstiegs wieder deutlich an Höhe verloren, war die psychische  Belastung des letzten Anstiegs auf die Signalkuppe extrem. Die beiden eingesetzten Seile dienten nicht mehr nur der Sicherung sondern bisweilen auch der Unterstützung der physisch Ausgezehrten durch Einsatz des Seils auf Zug. Die Hütte gehörte nahezu uns alleine, mit  Ausnahme einer größeren ungarischen Gruppe, einem Medizinstudenten aus Lausanne sowie ein paar wenigen anderen Bergsteigern.

 

Der Student sprach uns auch bald an und gewann den einen oder anderen aus unserer Gruppe als Studienobjekt für seine Masterarbeit. Deren Ziel war die Erforschung des Zusammenhangs zwischen der Produktion des körpereigenen Cortisols und den Symptomen der Höhenkrankheit. Oberhalb einer Schlafhöhe von 2.500 Meter („Schwellenhöhe“) muss sich der menschliche Organismus mittels eines komplexen Mechanismus mühsam umstellen, um überleben zu können. Die „Höhenakklimatisation“ ist in erster Linie eine Frage der Zeit, der Flüssigkeitszufuhr und der individuellen Anpassungsfähigkeit. Wenn die Akklimatisation scheitert, etwa weil zu schnell zu hoch gestiegen, zu wenig getrunken  wurde o. ä., kippt das System, und man wird höhenkrank. Laut früheren Untersuchungsergebnissen auf der Rifugio Margherita ist jeder Zweite betroffen, was wir innerhalb unserer Gruppe von acht Personen  empirisch ermitteln und bestätigen konnten.

 

Nachdem die Capanna Regina Margherita und die Gnifetti Punta gemeinsam geführt werden, war auch hier die Verköstigung exzellent, so dass wir wieder zu Kräften kommen und regenerieren konnten. Viele von uns schliefen ausgiebig im Lager, bevor wir am Abend wieder ein vorzügliches Mehrgänge - Menu genießen durften. Natürlich wurde auch hier wieder die für eine Spaghettirunde obligatorische Pasta als Vorspeise gereicht. Während des Abends riskierte man immer wieder einen Blick aus den Fenstern der Hütte und glaubte, morgen wäre Weihnachten; es schneite unaufhörlich.

Die Nacht war von individuell mehr oder weniger Kopfschmerzen geprägt, so dass am nächsten Morgen des mittlerweile vierten Tags der eine oder andere verkatert am Frühstückstisch saß. Ein Tritt vor die Hütte bestätigte die Vermutung, dass uns die Nacht wohl einen halben Meter Neuschnee beschert hatte, und es schneite immer noch.  Nachdem die Studienteilnehmer zeitgleich mit ihren Untersuchungen (Speichelprobe, Blutdruck- und Pulsmessung) beschäftigt waren, dauerte das Frühstück heute etwas länger als üblich. Oli hatte sich mit dem Führer der ungarischen Gruppe abgesprochen, dass man zeitgleich aufbreche und sich beim Abstieg mit dem Spuren abwechsle.

 

So standen am späten Morgen ungefähr zwanzig Bergsteiger aufbruchsbereit im Schnee vor der Hütte – die Deutschen sollten den Anfang machen. Weniger beherzt als zögerlich brachen wir auf. Nach wenigen Schritten brachen wir auf Geheiß unseres bis zur Hüfte im Schnee eingesunkenen Führers Oli ab und mussten erkennen, dass wir nichts erkennen. Zu dem tiefen Schnee addierte sich die miserable Sicht. Nachdem bereits die erste Etappe eine steile Rampe darstellte, war die Gefahr eines Lawinenabgangs zu groß, und wir beendeten unser Vorhaben. Die Ungarn hingegen wollten nicht klein beigeben und setzten ihr Himmelfahrtskommando fort.

Ungefähr zwei Stunden später trafen sie völlig erschöpft wieder bei uns in der Hütte ein und berichteten uns von ihrem Abenteuer, welches sich leicht zu einem Drama hätte auswachsen können. Ein Mitglied der ungarischen Gruppe war bei uns geblieben und hatte uns währenddessen von dem einen oder anderen „Geniestreich“ ihres Führers berichtet.

Wir hatten uns die Zeit bis zum Mittag mit Gesprächen, Lesen und Kartenspielen vertrieben. Endlich riss der Himmel auf, und wir schickten uns an, unsere Rucksäcke zu packen, aufzusetzen und die Klettergurte zu fixieren. Schnell waren unsere beiden Seilschaften gebildet, und so standen wir bald startbereit vor der Hütte. Die Ungarn hatten sich uns angeschlossen und folgten uns. Unser Glück war zum einen ein Zeitfenster von ca. drei Stunden mit einer stabilen Wetterlage – ein wolkenloser Himmel mit einer phantastischen Sicht in die umliegende Bergwelt beglückte uns -, zum anderen der Umstand, dass Karawanen von Bergsteigern den Weg nach oben suchten und uns den Weg zur Gnifettihütte spurten.

 

Den potentiell sechsten Gipfel – den versäumten Corno Nero – ließen wir nach langem Zögern und seilschaftsinternen Diskussionen, verbunden  mit einigem Wehmut, links liegen und erreichten nach zweieinhalb  Stunden die Gnifettihütte, wo wir, eingesetzt als „Spediteur“  ein paar Nahrungsmittel – Vorräte der Rifugio Margherita dem Hüttenpersonal übergaben und ein paar dort zurück gelassene Habseligkeiten in unsere Rucksäcke packten. Weiter ging es, erstmalig ohne Steigeisen und Seil, zur Bergstation  der Gletscherbahn, wo wir gerade noch rechtzeitig vor dem nächsten ausgiebig einsetzenden Niederschlag in die Gondel einstiegen.

Glücklich und erschöpft erreichten wir am frühen Abend den Parkplatz in Staffal, wo wir in unsere Fahrzeuge stiegen und mit immerhin fünf Gipfeln im Gepäck die Heimreise antraten.    

Lando                    

 

 

Rothorngrat im Wallis und Klettern im Grimselgebiet

Am Montag den 3. August reisten wir ins Wallis ins Mattertal nach Herbriggen, fuhren mit Rosis Hausbus vom Hotel Bergfreund nach Zermatt und stiegen zur Rothornhütte 3198 m auf.

Am nächsten Morgen gab es um 3:30 Frühstück und wir starteten gegen vier Uhr mit einer Kollone anderer Bergsteiger auf dem Normalweg Richtung Zinalrothorn. Auf dem oberen Firnfeld beim Frühstücksplatz 3761 m verließen wir diesen und stiegen auf den spaltenreichen Triftgletscher ab und erreichten am oberen Rothornjoch 3835 m um sieben Uhr den Einstieg des Rothorngrats.

Hier richteten wir für unsere Dreierseilschaft eine Seilweiche ein und kletterten am gleitenden Seil oder mit Standplatzsicherung. Der Fels am Grat ist von sehr guter Qualität und die Kletterei ein Genuss. Verschiedene Gendarme werden entweder links umgangen oder überklettert – daher ist die Wegfindung nicht immer einfach.

Am Plattenturm nach dem dritten Gendarm hatte ich gerade den zweiten Nachsteiger der Seilweiche an den Standplatz nachgesichert, der dritte Nachsteiger war noch am klettern, als dieser stürzte, beide Füße rutschen gleichzeitig auf der Platte weg und er landete einen Meter unterhalb auf einem Band mit dem Knie. Platzwunde, Schmerzen und es war ungewiss, ob eine ernstere Verletzung vorlag – wir konnten uns mit dem Erstehilfe-Set behelfen. Langsam und vorsichtig setzen wir nach einiger Zeit die Klettertour fort. Um 12:30 erreichten wir die Gabel. Das Wetter hatte sich verschlechtert, leichter Schneefall, so war die Entscheidung klar – auf dem schnellsten Weg zurück zur Rothornhütte. Auf dem Normalweg erreichten wir diese um 15 Uhr, etwas durchnässt durch den einsetzenden Regen.


Durch die Verletzung änderten wir alle Pläne, stiegen am Mittwoch wieder nach Zermatt ab und fuhren weiter ins Grimselgebiet. Die dort geplante Sektionstour im Gelmerseegebiet am Wochenende mussten wir wetterbedingt absagen.


Nachdem wir uns erholt hatten und die Verletzung am Knie sich positiv entwickelte, fanden wir in Handegg neue Ziele. Wir kletterten direkt neben der Gelmerseebahn den Plaisirklassiker Fair Hands Line (10 SL, VI+) von Jürg v. Känel, eine schöne und abwechslungsreiche Kletterei. Am Freitag stiegen wir mit vielen anderen Seilschaften in die Mittagfluh Südwand ein. Wir kletterten die Route „Em Ueli sis chueli (9 SL, VI-), die oberen Seillängen in der Mittagshitze und seilten anschließend über die Wand wieder ab.

 

Mit dabei waren: Lars, Tobi und Olli

Keepwild – Klettern im Gruebenkessel

Als praktischer Teil des Alpinkletterkurses war letztes Jahr eine Ausfahrt ins Gruebengebiet geplant. Wetterbedingt fiel diese aus und wurde dieses Jahr ins normale Sektionsprogramm aufgenommen. Empfangen wurden wir sieben Kletterer am Hotel Handeck nahe dem Grimselpass von einem gutmütigen Gewitter – das wir bei der Alpkäserei Handeck an uns vorbei ziehen ließen.

Die dreieinhalb Stunden Aufstieg zur Gruebenhütte (2512 m) vergingen kurzweilig, die Vorfreude auf die kommenden Tage stellte sich ein. Die kleine gemütlich Selbstversorgerhütte bietet alles was das Bergsteigerherz begehrt und an jedes Detail wurde gedacht. Die Landschaft ist einzigartig, ein Kessel mit dem eingeschlossenen Gruebensee umgeben von wilden Gletschern und einer Kulisse aus Granitfelsen.

Am Samstag starteten wir um 5 Uhr, um in eineinhalb Stunden über Felsen und Firnfelder den Einstieg am Ostgrat (4c, S) des Hiendertelltihorns zu erreichen. Die Route führt abwechslungsreich über steile Platten im unteren Teil. während im oberen Teil oft direkt am Grat am gleitenden Seil geklettert wurde. Die Absicherung war problemlos mit mobilen Sicherungsmitteln möglich, es gab obwohl als „cleane“ Route beschrieben sogar einige Bohr und etliche Schlaghaken. Der Abstieg hingegen war gänzlich frei von Hilfsmitteln, so richteten wir drei Abseilstellen ein, um die Gruppe sicher auf den Gletscher zu bekommen.

 

Am Sonntag machte sich die Anstrengung des Vortags bemerkbar. Wir starteten nur noch zu fünft von der Hütte. Lars klemmte sich bei einer ruckartigen Bewegung einen Nerv ein und war danach auch nicht mehr kletterfähig. So blieben nur noch vier übrig, die im Nordgrat auf den Chlynen Diamantstock (4b, ZS+) eine schöne Genussklettertour machten. Der Abstieg war wenig einladend, viele lose Steine, doch dieser war zum Glück recht kurz. Nicht hingegen der Abstieg ins Tal nach Handeck – dieser zog sich noch einmal in die Länge, auch wenn dieser durch eine wunderschöne alpine Landschaft führte.

 

 

Mit dabei waren: Uwe, Frank, Lars, Rainer, Harry, Tobi und Olli

Clariden und mehr

Am frühen Freitagmorgen fuhren wir an Zürich und Schwyz vorbei nach Sisikon und ins Riemenstalder Tal. Mit einer Seilbahn ging es auf 1710 m. Hier begann die eigentliche Bergtour vorbei an der Lidernen Hütte (1727 m) über ausgedehnte Grashänge bis unter die steilen Wände des Chaiserstocks. Über Schuttfelder und leichter Kletterei ging es zum Chaisertor. Ab hier führte ein gesicherter Steig über den Felsgrat und schließlich ging es unschwierig zum Gipfel des Chaiserstocks (2515 m). Nach einer Pause kehrten wir auf fast gleichem Weg zurück.

Übernachtet wurde im Berggasthaus Biel oberhalb Bürglen am Klausenpass, das nur mit der Seilbahn erreicht werden konnte. Angesichts der Hitze im Tal war es aber eine gute Wahl, da es hier nachts wenigstens etwas abkühlte.

Während Thomas und Ruth die nähere Umgebung von Biel-Kinzig erkundeten, startete der Rest von der Passhöhe des Klausenpasses (1948 m). Der Aufstieg über die Nordhänge war anstrengend, aber nicht sonderlich schwierig und auch der Gletscher war gut begehbar. Nach einer kurzen Pause nahmen wir den Vorgipfel (3191 m) in Angriff und schließlich gelangten wir über einen Schnee- und Felsgrat, der zum Teil mit Seilen versichert ist, nach 5 Stunden auf den Gipfel des Clariden (3267 m). Die Aussicht war großartig, wenngleich es dunstig war. Auch diesmal führte uns der fast gleiche Weg hinunter in die Gluthitze des  Tales.

Am Sonntag begann die Tour in der letzten Kehre vor der Klausenpass-Höhe auf ca. 1780 m Höhe. An Rustigen vorbei ging es nach Norden zur Ruosalper Chulm (2178 m), dann westlich zu einer Runse und durch diese auf ein Plateau. Weiter über Stein- und Schneefelder zum Wandfuß und in leichter, aber sehr ausgesetzter Kletterei durch die Südwand zum Gipfel des Schächentaler Windgällen (2764 m), den wir nach ca. 4 Stunden erreichten. Nach ausgiebiger Pause ging es auf gleichem Weg zurück, wobei sich zeigte, dass Abklettern auch sehr anspruchsvoll sein kann.

Nach dem Abstieg machten wir noch kurz Pause auf dem Klausenpass, bevor es dann auf die Heimfahrt ging.

Drei heiße und anstrengende Tage lagen hinter uns und auch das Wetter spielte mit. Wir hoffen, dass es allen so gut gefallen hat, wie uns. Mit dabei waren: Swen, Lars, Thomas und Ruth, Thomas, Hilde, Bernhard und Traudi.