Sektion Freudenstadt e.V. des Deutschen Alpenvereins

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Aufs Matterhorn by fair means

Das schweizer Wahrzeichen, weltbekannt und außergewöhnlich, markant und formschön – die Liste liese sich noch weiterführen. Leider stehen der Besteigung entgegen, dass es dort einen enormen Rummel durch viele Aspiranten gibt und die Preise der Hüttenübernachtung selbst für schweizer Verhältnisse exorbiatant sind.
So musste eine gute Taktik her, Anreise mit der Bahn für 39 Euro von Alpirsbach nach Zermatt. Vier Wochen Planung, der Termin wurde auf den 22. Juli gesetzt. Nachteil der Variante war die Zugbindung – sollte das Wetter oder die Verhältnisse nicht passen. Der Termin kam näher, das befürchtete traf ein, die Vorhersage meldete bis zu 40 mm Regen. Die Vorhersagen sind nicht immer korrekt und zur Hörnlihütte komme ich bei jedem Wetter sagte ich mir, doch bei Fronten ist die Trefferquote leider recht hoch.
Trotzdem fuhr ich nach Zermatt, baute im strömenden Regen mein Zelt auf und hoffte auf eine geringe Chance der Wetterbesserung. Gegen 20 Uhr hörte der Regen auf, das Matterhorn trat hervor und zeigte sich bei teilweise blauem Himmel.
Um 23:30 startete ich in Zermatt, erreichte um 0:49 den Schwarzsee und um 3 Uhr den Einstieg des Hörnligrats. Eigentlich hatte ich geplant, dort um 4 Uhr anzukommen, doch trotz des langsamen Tempos war ich eine Stunde zu früh. Bis die Bergführer mit ihren Gästen aufbrechen, würde noch gut eine Stunde vergehen. So zog ich Gurt und über die kurze Hose eine Überhose und kletterte die Fixseile am Einstieg hinauf. Ich hatte die Worte des SAC-Führers im Kopf „man sollte sich an die Aufbruchszeiten der Hörnlihütte halten, da in der Dunkelheit fast alle Seilschaften vom rechten Weg abkommen“. Ich hatte mich intensiv mit dem Weg befasst, trotzdem übersah ich in der Dunkelheit einen Haken mit einem kurzen Fixseil und kam zuweit in die Ostfanke – es gibt einfach viele Verhauer, die gut ausgetreten sind.
Über einen kleinen Umweg erreichte ich trotzdem den Grat und genoss die schöne Kletterrei dort. Gegen 5:30 schlug das Wetter um, Graupelschauer und dunkle Gewitterwolken. Durch die durchgezogene Kaltfront hatte sich in den flacheren Passagen Neuschnee gesammelt – ich musste die Faktoren nicht lange abwägen und beschloss den Rückzug. Auf der Hörnlihütte staunte ich nicht schlecht, außer 3 Wanderern war niemand auf der Hütte, an diesem Tag war kein weiterer Bergsteiger auf der Hütte. Ich setzte mich im neuen Anbau an die Ecke der Panoramafenster und genoss die Aussicht – eine wunderbare Gegend und keinerlei Trubel!
Obwohl es mit dem Gipfel nicht geklappt hatte stieg ich voller Freude nach Zermatt ab, mit dem Gefühl alles richtig gemacht zu haben, mit dem Versuch das Matterhorn „by fair means“ ohne Seilbahn zu besteigen.
Oliver M.

Bergell und Wilder Kaiser

 

Kurzer Nachtrag zur geplanten Sektionstour in den Wilden Kaiser, wo die Ellmauer Halt über den Kopftörlgrat bestiegen werden sollte. Leider machte uns am angedachten Termin das Wetter einen Strich durch die Rechnung und die Tour wurde von mir abgesagt.

     

Zum 2. Termin hatten dann nicht mehr alle Teilnehmer Zeit und wieder sollte das Wetter im Wilden Kaiser nicht mitspielen. So entschlossen wir uns kurzer Hand, das Ziel zu ändern und der Sonne zu folgen. Gute Aussichten dafür bot das Bergell. So fuhren Ellena, Sven, Rolf und ich dann nach Graubünden, wo wir auf die wunderschön gelegene Albignahütte aufstiegen um am Folgetag die Spazzacaldeira und im Anschluß die imposante Fiamma zu erklettern. Nach anfänglichen Problemen mit der Routenfindung erwischte uns dann in der zweitletzten Seillänge auch noch ein heftiges Gewitter mit Blitz, Donner und Hagel, so daß wir klatschnaß auf dem Gipfel ankamen. Somit war dann für alle auch klar, daß wir die Fiamma für dieses mal sein lassen würden und uns lieber an den Abstieg machen. Das Wetter wurde zwar wieder ganz gut, doch zehrte das "in der Wand hängen" bei Gewitter doch an unseren Nerven und wir wollten das Glück für diesen Tag nicht überstrapazieren.

       

Der Kopftörlgrat sollte es dann doch noch sein, allerdings im privaten Rahmen mit den selben Teilnehmern. Nach der Fahrt nach Ellmau übernachteten wir auf der Alm im Bus und gingen am Samstag Morgen früh los in Richtung Kopftörl. Auch dieses mal schien das Wetter durchwachsen zu sein, jedoch versprach der Wetterbericht bis in die Mittagsstunden keinen Niederschlag. Das sollte reichen. Doch kurz nach dem Einstieg zog es zu, fing an zu regnen und wir wurden unsicher, ob wir es "durchziehen" sollten. Nasser Kalk ist schließlich recht unangenehm, auch wenn die Schwierigkeit nie über den 4. Grad hinausgehen sollte. Wir entschieden weiter zu gehen und einfach mehr zu sichern - auch Stellen welche in trockenem Zustand wohl seilfrei zu bewältigen wären. Zeit hatten wir ja genug. So überkletterten oder umgingen wir sämtliche Türme des Grates bis wir kurz vor dem letzten Turm Stimmen hinter uns hörten. Da die Sicht dauernd recht schlecht war, konnten wir nicht ahnen, daß noch jemand hinter uns unterwegs war. Es tat jedoch gut zu wissen, daß noch Weitere sich von den Verhältnissen an diesem Tag nicht abschrecken ließen. So kam dann eine schweizer Zweierseilschaft, mit welcher wir uns kurz unterhielten und sie dann an uns vorbeiziehen ließen. Am Ende standen wir dann sogar wieder trocken auf dem Gipfel der Ellmauer Halt und es begann der Abstieg über den Klettersteig zurück zur Gruttenhütte und weiter ins Tal.

 

Gletscherkurs auf dem Taschachhaus

Verfasst von Lars

 

Am Samstagmorgen des 02. Juli brachen die 8 Gletscherkurs-Aspiranten und Oli bei strömenden Regen in Richtung Pitztal auf, um nach mehr oder weniger langer Anfahrt bei schönsten Wetter zum Taschach-Haus anzusteigen. Noch am Parkplatz gab es bereits die erste Lektion in Sachen Gepäck- und Ausrüstungs-Management. Beeindruckend beim Aufstieg waren zum einen ein noch vorhandener Lawinenkegel und auch die Beschreibung der Gletscherentwicklung in den letzten 150 Jahren Noch am gleichen Nachmittag machten wir uns nach kurzer Knotenkunde mit der Prusik-Technik vertraut. Da uns das Regenwetter mittlerweile wieder eingeholt hatte, fand die Übung am Gebäude des Winterraumes statt.

    

Am zweiten Tag des Kurses ging es dann schon an die ernsthafteren Themen auf dem Gletscher. Zuallererst waren die verschiedenen Steigeisentechniken in unterschiedlich steilem Gelände zu üben, welche dem einen oder anderen schon einiges abverlangte. Nachmittags, als sich die Sonne erstmals wieder blicken ließ, verfeinerten wir dann unsere „Selbstrettungsversuche“ mittels Prusik-Technik und Selbstflaschenzug an einer Gletscherspalte. Am dritten Tag, bei schönstem Wetter, gab es dann für einige (fast) kein Halten mehr. Bei den Übungen zur Rettung mittels loser Rolle in Dreier-Seilschaft stürzten sich einige Seilschafts-Erste, voller Vertrauen in Ihre Kameraden, in die Gletscherspalte und starteten damit eindrucksvoll in den Ausgangszustand für die nachfolgende Trainings-Situation. Aufgrund des ausgezeichneten Übungsgeländes und des großzügigen Zeitrahmens hatte jeder genügend Gelegenheit, diese Prozedur aus jeder Position intensiv zu üben.

 

  

Höhepunkt des Kurses war natürlich die Abschlusstour am vierten Tag auf die Sexengertenspitze auf dem Normalweg bei ausgezeichnetem Wetter. Leider waren aufgrund einiger „Material-Probleme“ nur 6 Teilnehmer dabei. Nach ausgedehnter Gipfelrast und dem Knüpfen neuer Bergfreundschaften mit Teilnehmern nachfolgender Seilschaften ging es dann leider auch schon wieder auf dem Heimweg. Alles in allem war es ein gelungenes, intensives und schönes Kurswochenende. Bei aller Ernsthaftigkeit der einzelnen Themen, kam der Spaß nie zu kurz.

Vielen Dank an Oli für die vielen wertvollen Tipps und Informationen und Deine Geduld mit uns.

Mit dabei waren Oli D., Hanspeter, Felix, Arthur, Daniel, Jonathan, Markus, Frank,Lars

Auf die Hohe Künzelspitze übern Bregenzer Wald

Erst vor ein, zwei Wochen sind die letzten Schneefelder an der Biberacher Hütte geschmolzen und jetzt ist rund um die Hütte alles grün und weiß gesprenkelt vom Alpen-Hahnenfuß.

Wir sind vom Tal der Bregenzer Ache durch den Schandelstobel aufgestiegen. Zu fünft wollen wir auf die Hohe Künzelspitze (2.397 m) und sind froh, dass wir den Anstieg bis zur Hütte auf 1.841 m noch bei bedeckten Himmel meistern. Hinter dem Schadona Pass liegt die Biberacher Hütte, wo wir an diesem Wochenende gerade noch Platz finden und ausgezeichnet versorgt werden. Es bleibt uns noch Zeit für einen Abendspaziergang mit Blick tief ins Große Walsertal und die mächtige Braunarlspitze, auch den Klettergarten an besten Kalksteinplatten - nur einen Steinwurf weit von der Hütte - können wir begutachten.

Am nächsten Morgen erstrahlt ein blauer Himmel. Am Giglturm vorbei ( dem zweiten Kletterfelsen) kommen wir schnell höher und steigen von Nordwesten auf den Vorgipfel. Mit wenigen Schritten über einen schmalen Grat erreichen wir den Hauptgipfelbrocken. Einige Drahtversicherungen weisen die Richtung zum Gipfelkreuz. Wir sind froh, dass die Temperaturen noch angenehm sind und ein leichter Wind weht. In jeder Richtung ist freie Sicht auf die tief gestaffelten Bergketten.

Im Abstieg kommen wir an vier Bergseen vorbei. Der unterste ist auf der einen Seite noch im Schnee und auf der Sonnenseite tummeln sich schon die Bergmolche. Aber wir müssen weiter abwärts. Die 1400m Abstieg sind in der prallen Sonne heftiger als der Gipfelanstieg.

Es war eine schöne Tour mit Christine, Hilde und Thomas². - vor der Biberacher Hütte - im Bergsee

                                                                                                           - auf der Künzelspitze - Blick auf die Braunarlspitze

 

UpSeilDown unternimmt Alpinkletterausfahrt ins Lechtal

Von Freitag 8. bis Sonntag 10. Juli unternahmen wir, neun junge Erwachsene der Gruppe UpSeilDown, eine Ausfahrt zur Hermann-von-Barth-Hütte im Lechtal. Von der Schnitzereischule in Elbigenalp vorbei am Geierwally Freilichtmuseum wanderten wir in zweieinhalb Stunden zur Hütte.

Wir bezogen Quartier im gemütlichen Boulderraum Basecamp und machten uns kurz darauf auf den Weg zum Einstieg in die Südwandrouten der Wolfebnerspitze. Ein Problem stellte sich dort heraus – wurde aus Versehen statt einem Einfachseil nur ein gleichfarbiges Halbseil eingepackt. So mussten wir improvisieren, statt Zweierseilschaften kletterten wir nun auch mit einer Dreierseilschaft in der Seilweiche. Mit der Kauschkaführe (VI-) und der Südwestkante (VI+/A0) kletterten wir zwei klassische Touren die auf den Hauptgipfel führten. Eine Seilschaft seilte über die Route ab, um einen heruntergefallenen Zustiegsschuh zu bergen, der Rest stieg über den Normalweg abseilend und mit Geländerseil ab.

Am Samstag verschlechterte sich vormittags das Wetter, die Zeit nutzten wir für eine Übung zur behelfsmäßigen Bergrettung. Mittags zeigte sich bereits wieder die Sonne und so kletterten wir einige kürze Touren an der Plattenwand, einem vorgelagerten Gifpel der Wolfebnerspitze.

Mit der Halbpension wurden wir sehr gut versorgt und am Sonntag erwartete uns bestes Bergwetter. Die drei selbstständigen Dreierseilschaften suchten sich jeweils einen anderen Gipfel aus und kletterten im gut griffigen Lechtaler Kalk die Baderführe an der Plattenwand, die Hans-Wurst-Kante am Hans-Wurst-Turm und die Via Jonas am Hermannskar-Turm, um nach einem langen und erlebnisreichen Wochenende die Heimreise anzutreten.

 

Mit dabei waren: Andi, Frank, Simon, Lena, Olli, Laura, Dennis, E und Stefan.