Sektion Freudenstadt e.V. des Deutschen Alpenvereins

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UpSeilDown klettert im warmen Süden

Der Termin unserer Ausfahrt 6. bis 8. Oktober ins Val Bedretto rückte näher und der Wetterbericht verhieß nichts Gutes – Kaltfront, Wettersturz, Temperatur Minus-Zehn Grad am Nufenenpass. Das sind nicht gerade optimale Bedingungen fürs Alpinklettern, höchstens im Eis, aber dafür ist es definitiv noch zu früh.

Unser Plan B lautete Tessin, Maggiatal, dort hatten wir in den letzten Jahren schon einige tolle Pfingstlager verbracht. Der Entschluss war goldrichtig, bei der Anfahrt am Freitag 6.10. reichte das Sturmtief bis an die Nordseite des Gotthards, auf der Südseite dagegen strahlend blauer Himmel – die Wetterscheide am Alpenhauptkamm.

Wir trafen uns bei Ponte Brolla und kletterten gleich einige Routen am Fuß des Monte Garzo an den „Placche Rosso“, die Un po di piú (6a), Cini (5a), Harlem (5b) und Lavori di giardina (5a) – herrliche Routen an den braunen geneigten Gneisplatten mit bis zu 200 m Länge.

Anders als in den letzten Jahren wählten wir als Stützpunkt einen Campingplatz in Italien, direkt nach der Grenze im Ort Cannobio. Hier fanden wir einen schönen Platz am Lago Maggiore. Vorteil dieser Idee war, dass wir Abends bequem zu Fuß eine Pizzeria erreichen konnten und damit die Camping-Küche kalt blieb. Reizvoll war auch am nächsten Morgen das Bad im Lago oder eine Joggingrunde im gemütlichen Ort mit mediteranem Ambiente.

Unsere Nachbarn am Campingplatz waren sehr nett, sie versorgten uns mit einer Kanne Kaffee, einem Liegestuhl, Feldbett für den Draußenschläfer und Kissen – wir waren mehr als beeindruckt von der Gastfreundschaft der beiden Schweizern. An ihrem Wohnmobil stand das Motto „Zum Arbeiten zu alt, zum Sterben zu jung, zum Reisen Top Fit“.

Unser Tagesziel war ein uns völlig neues Gebiet, das Valle Onsernone. Schon die Fahrt auf einer oft einspurigen Straße die sich in das Tal schlängelte war eindrücklich. Im Zustieg ging es in dem einsamen Tal hinauf durch Maronenwälder zur „Placche di Paleria“ in den Sektor „Ove tornar desio“. Dieser war nicht ganz einfach zu finden – hier gibt es deutlich weniger Betrieb und Begehungsspuren als im Maggiatal, die Routen sind jedoch ebenso schön. Wir fanden einige genüssliche Mehrseillängenrouten bis 5c, „Ove tornar desio“, Figlio del vento“ und „Sono libero“ und verbrachten dort schöne Stunden in der warmen Oktobersonne.

Am Abend freuten wir uns bereits wieder auf die bevorstehende Pizza im nahegelegenen Italien.

Am Sonntag beschlossen wir im Gebiet des Speroni di Ponte Brolla noch einmal längere Routen zu klettern, die Nika (4b) 250 m und die Omega (5c+), bevor wir glücklich und zufrieden die Heimfahrt in die nicht mehr ganz so sonnige und warme Heimat antraten.

 Mit dabei waren: Laura, Moritz, Frank, Dennis, Sven, Olli

Als hätte Traudi es geahnt,...

...das zum ursprünglich geplanten Termin unserer Ausfahrt ohnehin nicht so gutes Wetter sein wird (und natürlich der Vortrag von Alex Huber stattfindet), bat sie mich im Herbst letzten Jahres, dass ich doch einen anderen Termin für die Ausfahrt festlegen sollte. Und dass war nur ein Grund, warum wir am Wochenende des 23./24. Septembers zwei wunderschöne Klettertage an der Martinswand in den Vogesen erleben durften. Doch nun der Reihe nach...

Am Samstagmorgen trafen wir bei wunderschönem Wetter nahe Hohneck ein. So, wie es sich für "Sportkletterer" gehört, parkten wir nahe der Martinswand, sodass sich ein nur minimaler Zustieg ergab. Beginnend im Sektor 1 nahmen wir in ersten kurzen Routen Kontakt mit dem dortigen Granit auf. Das fühlte sich schon mal nicht ganz schlecht an! Nach einer kleinen Vesperpause wurde der Wunsch nach den etwas längeren Routen stärker, die wir auch im Sektor "Straßburger Wand" fanden. Spätestens hier war dann endgültig klar, der Fels ist extraklasse und die Routen sind einfach nur schön. Ein winziges Detail gab es dann doch, welches den ersten Klettertag nicht ganz perfekt machte. Trotz wunderschönem Wetter stand den ganzen Tag eine kleine Wolke am Himmel - genau über der Martinswand! Dafür ließen wir den Tag in der nahe gelegenen französischen Alpenvereins-Hütte "chalet-refuge des trois fours" genussvoll ausklingen. Mit einem Vier-Gänge-Menü und einer Flasche "Pinot noir d'alsace" war das auch gut möglich!

Nach langer Überlegung, ob wir am nächsten Tag nun etwas früher oder doch nicht so früh an den Fels gehen sollten, entschieden wir uns für die erste Variante. Das Wetter und der Fels haben uns dafür belohnt. Nahezu wolkenloser Himmel und freie Routenwahl bescherten uns einen wunderbaren zweiten Klettertag in den längeren Routen des Sektors "Martinswand".

Ich denke, das wir alle, Traudi, Thomas H., Roland und ich, ein wunderschönes Klettergebiet kennengelernt und tolle Erinnerungen mit nach Hause genommen haben.

 

Zum Abschluß der diesjährigen Hochtourensaison bestiegen wir am 24. September das Oberaarhorn (3631)

Am Samstag, den 23.09. trafen sich Jonathan Kohler, Bernhard Gaiser, Helmut Springmann, Rolf Eberhardt und ich, um uns auf den Weg in die Berner Alpen zu machen. Geplant war die Überschreitung von Oberaarhorn und Studerhorn. Die Anfahrt führte uns über den Grimselpass zu einer gebührenpflichtigen Bergstraße, welche uns bis zum Berghaus Oberaar und den gleichnamigen Stausee (2305) brachte.

       

Von hier führte der Weg dann über die Staumauer hinweg und dem NW-Ufer des Oberaarsees entlang, bis wir an dessen Ende dann über Gletscherschliff und Moränenschutt die Zunge des Oberaargletschers betraten. Über diesen ging es erst gemächlich, später steiler hinauf durch den doch recht zerissenen Gletscher zum Oberaarjoch (3216). Eine zu durchquerende Bruchzone erforderte dann doch einiges an Umweg, da wir die großen Spalten im „Zick Zack“ umgehen mußten. Der Schneefall der Vorwoche stellte sich mitunter auch als recht heimtückisch heraus, da die Spalten zwar teils bedeckt waren, aber die dünnen Schneebrücken uns immer wieder einbrechen ließen. Am Joch angekommen ging es dann versichert eine kurze Felsstufe hinauf zur Hütte (3256), welche wie ein Adlerhorst über dem Gletscher trohnt. Leider zog es mittlerweile etwas zu, so daß von der angeblich grandiosen Aussicht nicht viel zu sehen war. Nicht einmal die gegenüberliegenden Berner Riesen wie Finsteraarhorn und Lauteraarhorn konnten wir erblicken, nur der Blick Richtung Grünhörner wurde uns ganz kurz gewährt.

   

Da die Hütte die Tage zuvor den Betrieb für diese Saison einstellte, wurden wir anstatt vom Hüttenwirt von drei Schweizern mit heißem Teewasser begrüßt, was sofort eine tolle, angenehme Atmosphäre zwischen uns aufkommen ließ. Wir sollten dann im Verlauf des Abends noch recht viel Spaß mit diesen Eidgenossen haben und es wurde viel gelacht. Zuerst aber stillten wir unsere hungrigen Mägen und kochten uns im prima eingerichteten Winterraum unser klassisches Biwakmahl – Nudeln mit Tomatensoße - allerdings verfeinert mit Tunfisch, was ganz gut ankam.

  

   

Am Sonntag Früh stellte sich dann heraus, daß die kleine angekündigte Front etwas Verspätung hatte. Eigentlich sollte sie über Nacht hindurchziehen und ab dem frühen Morgen bestes Wetter herrschen. Aber so genau läßt es sich dann eben oft doch nicht vorhersagen und so schneite und windete es Morgens um 6 noch ziemlich kräftig. Der Entschluß war schnell gefasst und wir legten uns noch eine Weile hin, um dann zu späterem Zeitpunkt die abgespeckte Version zu versuchen. So machten wir uns dann um halb 9 Uhr auf den Weg zum Gipfel des Oberaarhorns, was bei den verfrachteten Schneemengen doch sehr anstrengende Spurarbeit von uns forderte. Von der Hütte aus ist dieser Gipfel eine ziemlich kurze Tour, was unsere Zufriedenheit aber keineswegs schmälerte, denn bei diesen Verhältnissen war es wohl das Otimale, was wir heraus holen konnten. Auch die Schweizer folgten uns etwas später und nach kurzer Rast auf dem Gipfel machten wir uns dann auch gleich wieder an den Abstieg, da uns ja noch der ganze Weg zurück zum Auto und die Heimfahrt bevor stand.

 

Sommerferienprogramm FDS

Impressionen vom Freudenstädter Sommerferienangebot des DAV

Danke an Traudi, Lutz, Dominic, Sandra fürs Mitarbeiten

 

 (Bilder: Andreas)

Besteigung des Dente del Gigante

Am 23. August traf unsere Nachhut auf dem Campingplatz im wundervollen Val Veny bei Courmayeur ein. Die Männer waren da !!! Meiner Lieben war glaub nicht ganz wohl und sie befürchtete, von nun an den „Hirschen“ hinterher springen zu müsssen. So, so, der Mann der Hirsch! Hmm, glaub eher, der Mann - der Gockel ! Doch selbst dieses stolze Tier muss manchmal Federn lassen! Aber nun von Anfang an. Die komlette Truppe für den Dent du Geant, den Zahn des Riesen, oder viel schöner, da eh von Italien aus bestiegen, der Dente del Gigante (40134 m) und dem Arete de Rochefort mit dessen Aiguille (4001) und Dom (4013) de Rochefort bestand aus Sven Springwald, Rolf Eberhardt, Lando Huber Denzel, Ellena Beck und Oliver Dorka. Da die zwei letzt genannten dieses Jahr noch nicht so arg viel in der Höhe unternahmen, fuhren sie ein paar Tage früher los, um sich gemütlich zu akklimatisieren. Wir gingen nicht hinauf auf den höchsten Berg der Alpen, wir gingen unter ihm hindurch. Unterschritten ihn sozusagen. Wie eben die meisten Menschen, welche dem Mont Blanc nahe kommen.Wir fuhren hinüber nach Chamonix, durch den Tunnel, denn ich wollte Ellena unbedingt dieses Ambiente zeigen. Dieses Ambiente war dann schrecklicher als vorgestellt! Menschen ohne Ende. 99 % Touristen. Also nichts gegen diese Spezies, aber wir sind hier schließlich im Bergsteiger-Mekka !!! Was machen all die Touries hier ??? Hoch zur Aiguille de Midi mit der Bahn, wie wir eben auch. Wir wollten doch heute noch den Cosmique Grat und morgen den Midi-Plan-Grat machen. Aber das war zuviel, wir fühlten uns unwohl in dieser Menge. Ok, Programmänderung – die Menschenmenge auf dem Platz vor der Kasse der Bahn ist erdrückend. Wir lassen das mit dem Midi-Plan-Grat. Laufen heute dafür vom Dorf hinauf nach Montenvers, immerhin auch ein paar Höhenmeter und zur Belohnung der Blick auf die Petit Drus, Aig. Verte, ... und nehmen dann morgen in der Früh die erste Bahn um 6.30 Uhr. Unser Plan ging ziemlich auf. Mit einer der ersten Bahnen ließen wir uns hinauf katapultieren – hinauf auf die Aig. Du Midi auf über 3800 m. Liefen dann praktisch im Halbkreis zur Hälfte um sie herum bis zum Biwak Abri Simond und kletterten über den Cosmique Grat wieder auf sie hinauf. Dann: Menschenmenge – Gondel – Tal. Gut, der Cosmique ist wunderschön zu klettern, wahnsinns Aussicht auf sämtlicher 4000er des Gebiets und außer uns nahmen wir nur zwei weitere Seilschaften wahr. Auch eine Seltenheit hier. Aber wie gesagt, Chamonix war voller Touristen. Nach kurzem schlendern duch Chamonix entflohen wieder der Menschenmasse und zogen uns auf unseren Campingplatz im Val Veny zurück.

   

   

Einfach herrlich diese Idylle, diese Ruhe. Die Aiguille Noire de Peuterey zieht den Blick magisch an und läßt uns von großen Touren träumen, welche von dieser Seite des Berges hinauf auf dessen Gipfel ziehen – Peutereygrat – Innominatagrat – Brouillardgrat. Alles sehr, sehr lange und klassische Anstiege auf den höchsten Berg der Alpen. Die Länge dieser Anstiege ist die Crux, nicht etwa die technischen Schwierigkeiten. Hier sollte das Wetter und die Verhältinisse 2-3 Tage passen, sonst hat man ein Problem. Diese Art von Bergsteigen hat mit, wie wir es tauften, unserem „Gondelalpinismus“ überhaupt nichts zu tun. Es ist noch ehrliche Bergsteigerei. Wie dem auch sei, um uns vor dem Eintreffen der Anderen noch ein wenig zu bewegen, gingen wir noch über eine Art Klettersteig hoch zum Rifugio Monzino, von wo aus man in alle drei dieser Grattouren einsehen konnte. Einfach atemberaubend! Als wir nun wieder auf dem Zeltplatz eingetroffen sind, waren zwischenzeitlich sämtliche Hirsche (Gockel) eingetroffen.

  

Manch Einer wollte wohl noch am Nachmittag hinauf zur Pointe Helbronner, doch ich zog es vor, diesen Tag gemütlich ausklingen zu lassen. Gemütlich kochten wir Leckeres zusammen und beschlossen, in der Früh um halb Sieben mit der ersten Bahn von Courmayeur hinauf zu fliegen um den Dente del Gigante zu erklimmen. Also wieder, Gondelalpinismus! Von der Südseite her aber bei Weitem nicht so von Touristen überfüllt. Und dies Obwohl die Bahn viel moderner ist. 2015 eröffnet, drehen sich seither bei der 9m/s Auffahrt die Gondeln um ihre eigene Achse! Da mußt dann nicht mal mehr den Kopf drehen um in sämtliche Himmelsrichtungen zu klotzen. 110 Mio. Euro kostete dieses technische Wunderwerk. Eigentlich ein Schnäppchen, wenn man bedenkt, was für Summen heutzutage für Fußballer ausgegeben werden. Auf der Pointe Helbronner (ca. 3460) angekommen, durch ein Tunnel- und Aufzugsystem mit dem Rifugio Torino und dem Schritt hinaus auf den Glacier du Geant verbunden, machten wir uns daran, dem Zahn des Riesen näher zu kommen. Der Weg ist nicht weit. Man quert das Gletscherplateau des Col du Geant unter den Aiguilles Marbes und steigt am Ende etwas steiler den Firnhang zum Sockel der Gengive des Dent du Geant hinauf. Sozusagen an dessen Zahnfleisch geht es dann, ohne zwingende Route über gestuften Fels, Blockgelände und Schottersteige hoch zum Frühstücksplatz, dem Ausgangspunkt der eigentlichen Kletterei zum ersehnten Gipfel. Wie sich herausstellte, fanden wir hier nicht den günstigsten Weg und waren in der Schusslinie des von der Seilschaft vor uns ausgelösten Steinschlags. Schläge abbekommen wichen wir dem aus und suchten unsere eigene, neue Linie, was in der Summe dann doch auch an den Nerven des Einen oder Anderen nagte. Nichtsdestotrotz setzten wir vom Frühstücksplatz aus dann den Aufstieg fort. Allerdings nur noch zu viert, die Gockel! Ellena wollte hier auf uns warten und die andere Seilschaft kehrte um. So konnten wir die gesamte Tour und den Gipfel für uns alleine genießen. Eine Seltenheit an diesem sonst recht überlaufenen Berg. Das lag wohl daran, daß ab dem Nachmittag schlechtes Wetter vorhergesagt war. Tatsächlich machte mich der Blick zum Himmel auch recht nervös, da ein Gewitter an diesem exponierten Berg eine Katastrophe wäre. Also Vollgas! Recht zügig erreichten wir dann auch den Gipfel, bestaunten die Blitzeinschläge an der Gipfelmadonna und machten uns alsbald an den Abstieg. Dieser Bestand aus viermaligem, zum Teil sehr luftigem Abseilen durch die überhängende Südwand, wo uns dann auch das Wetter erwischte und es anfing zu Graupeln. Wir hatten Glück! Das Gewitter blieb aus und der Regen, bzw. Schneefall hielt sich in Grenzen.

   

    

 

Meine Gedanken während dem Abstieg drehten sich dann viel um die Fortsetzung dieser Tour. Mir war beim Anblick des Rochefortgrates gleich bewußt, daß die Verhältinisse alles andere als optimal sind und mir diese Tour zu risikoreich sein wird. Nur mit größtem Aufwand würden die ausgesetzen Stellen auf dem Grat und in den aperen Flanken sicher begehbar sein. Der schlechte Winter zeigt seine Folgen und blankes Eis oder nur wenig Schneeauflage machten diese Tour für mich unverantwortlich. Doch wie soll ich dies den Männern beibringen ?? Es half nichts, meine Entscheidung auf den Verzicht stand fest und ich teilte ihnen einfach meine Gedanken mit. Ein wenig Enttäuschung machte sich doch breit beim Einen oder Anderen. Dennoch bin ich froh über diese Entscheidung und glaube, daß wir am Folgetag mit der Klettertour Velociraptor (6a) auf die Aiguille de Chatelet einen wunderschönen Abschluß dieser DAV-Gemeinschaftstour gefunden hatten. Es war eine herrliche Kletterei an Leisten, Rissen, über Platten und durch Verschneidungen. Alles was das Kletterherz höher schlagen läßt – und dies alles beim Anblick der drei oben genannten klassischen Grate auf den Monte Bianco. Die Männer machten sich dann am selben Abend noch auf nach Hause.

     

Ellena und ich fuhren nach einer weiteren Nacht auf dem Campingplatz noch ein Stück das Aostatal hinunter. Ins Valpelline, mit dem Gedanken, einen der entlegensten 4000er der Alpen zu besteigen. Den Dent d´Herens (4174 m).Schon allein der Hüttenzustieg zum Rifugio Aosta fordert mit seinen 14 Kilometern ein gewisses Durchhaltevermögen. Doch wir genossen die Ruhe und Einsamkeit in diesem versteckten Winkel der doch recht oft überlaufenen Alpen. Den Gipfel ließen wir dann sausen, denn die Vorhersagen waren wieder recht unsicher und die einzigsten Gäste auf der Hütte, ein italienischer Berführer mit seinen holländischen Kunden, wollten „nur“ auf den Tete de Valpelline und wir wären dann bei den eh schon schlechten Verhältinissen die einzigsten am Berg geswesen. Ein Traum zwar, doch manchmal muß man den Gipfel einfach Gipfel sein lassen und auf seine innere Stimme hören. Wieder einmal! Wie am Rochefortgrat. Doch dieses Mal wurden wir duch den Verzicht des Gipfels auf andere Weise belohnt. Wundervolle, nette Stunden verbrachten wir mit den zwei Brüdern Diego und Marco, welche die Aostahütte betreiben. Diese Bekanntschaft, ich will es schon Freundschaft nennen, erfüllt mich mehr als ein erreichter Gipfel. Somit kann ich als Gockel für mich dankbar für diese Tage sein, denn trotz dem „Federn lassen“ beim einen oder anderen Berg, fand ich hier tiefste Zufriedenheit. Fernab des schnellen Lebens, des Gondelalpinismus und des egobefriedigenden - nur der Gipfel zählt – Bergsteigens, wurde ich hierbei wieder geerdet und stieg voller Freude und Glückseeligkeit die selben verdammten 14 Kilometer wieder zurück ins Tal. Ohne Gipfel, dafür mit dem Schatz der Freundschaft!