Sektion Freudenstadt e.V. des Deutschen Alpenvereins

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Aktuelle Seite: Start Touren 2017 Kurs Eisfallklettern 2017 im Avers

Kurs Eisfallklettern 2017 im Avers

Am Donnerstag den 9. Februar trafen wir uns um 9 Uhr in der Früh am Parkplatz am Ortsausgang von Ausserferrera. Die Temperatur im leichten Minusbereich, blauer Himmel und Sonnenschein, ein wunderschöner Tag, doch auch fürs Eisklettern? Unser Ziel war der Fall „Rotes Vergissmeinnicht“, nach einem mühsamen Aufstieg durch ein Bachbett erreichten wir den Fall. Gleich nebenan im „Linken Vergissmeinnicht“ fanden wir sicheres Gelände für die geplanten Übungen. Der Hauptfall und der Fall rechts daneben standen noch in der Sonne und waren vom Eisschlag betroffen.

Mit Schaufeln präparierten wir das Gelände am Boden und starteten mit Techniktraining, am Anfang nur mit Steigeisen und später mit Eisgeräten.

Um im Toprope weitere Übungen machen zu können war danach erst einmal etwas Praxis zum Aufbau von Standplätzen für das Klettern im Toprope notwendig. Hierzu wurden fleissig Abalakov-Eissandsuhren am Boden gebohrt und Schlingen gefädelt.

Auch das Rätsel des abgeschnittenen Gartenschlauchs löste sich nun, er wurde zum Schutz der Topropeseile über das Ende gestülpt.

Frank im Toprope mit eingebundenem Seilstück bei der Übung "Eisschrauben setzen"

Im Toprope konnten nun weitere Übungen durchgeführt werden, das Setzen einer Eisschraube, das Klettern in einer sauberen Dreieckstechnik, die Raupentechnik und einiges mehr. Auch der spielerischer Wettkampf zur Verfeinerung der Technik mit verschiedenen Varianten ließ die Zeit schnell verstreichen und wir mussten uns beeilen um noch rechtzeitig ins Hotel Bergalga zu kommen, wo wir herzlich von Silvia empfangen wurden. Vier Tage lang wurden wir dort oben auf knapp über 2000 m bestens verpflegt.

Für den Freitag war der Brückenfall unterhalb von Cresta geplant, vom Hotel eine kurze Anfahrt. Leider hatte die Wärme der letzten Woche ganze Arbeit geliefert, der linke Ausstieg war nicht vorhanden und die untere Seillänge sah sehr dünn aus – nicht gerade ideales Übungsgelände. Der nächste Fall, Trugschluss war zu schwierig, so entschieden wir uns für den Übungsfall in Campsut für Übungen zum Standplatzbau, Seiltechnik und der Vorübungen zum Vorstieg. Der Zapfen im Hauptsektor gefiel uns nicht, da dieser bei warmen Temperaturen immer ein Risiko darstellt. Als die Temperaturen anzogen und das Eis hart wurde trauten wir uns auch in diesen Sektor und probierten das Gelernte im steilen Eis aus. Für eine spätere Videoanalyse wurden die Teilnehmer in diesem Sektor gefilmt.

Für den Samstag hatte ich mir den Fall Pianeta Verde im Val Madris ausgesucht, das auch für mich neu war. Der Fall kann von der Straße aus eingesehen werden und je nach Verhältnissen kann dann eine Entscheidung getroffen werden. Leider war das Ergebnis eindeutig, statt einem kompakten Fall war nur eine kleine Säule vorhanden. Nun musste eine Alternative her, der Brückenfall? Wir zogen die Schneeschuhe an und verschafften uns auf der gegenüberliegenden Seite einen Überblick – nicht kletterbar. Nun blieb noch die Route Trugschluss – sehr gutes Eis, aber eine Schwierigkeit von WI4+. Wir überlegten kurz und der Entschluss stand fest, das ist unsere Übungstour. Wir seilten 120 m über den Fall ab und kletterten in zwei Seilschaften durch diesen sehr schönen Fall. Eisschlag war kein Problem, da in 3 Linien geklettert werden konnte. Das Sahnestück stellte die letzte der drei Seillängen dar, eine etwa 15 m hohe und mächtige Säule. Ich richtete die Route ein und die Kursteilnehmer konnten nun im Nachstieg und ein Teilnehmer sogar im Vorstieg diesen imposanten Fall klettern.

Wir fünf vor der Abschlussseilänge der Route "Trugschluss", einer 15 m hohen Säule

Die geplanten Kursinhalte waren nun nach drei Tagen bereits alle erledigt, so hatten wir nun für den letzten Tag noch Zeit für das Thema Bergrettung. Wieder ließen wir uns auf etwas Neues ein und stiegen bei Pürd ins Bachbett ab, in der Hoffnung dort gutes Gelände zu finden. Unser Mut wurde belohnt, in der Nähe von Cresta fanden wir bereits eingerichtete Eisuhren und ideales Gelände für einige Übungen zur Bergrettung – Seilverlängerung mit Aufstieg am Seil und der Einmannbergemethode mit Kappbergung.


Moritz beim Einrichten einer Toprope-Station im Vorstieg in der Schlucht von Cresta Dennis beim Einrichten einer Toprope-Station im Vorstieg in der Schlucht von Cresta

Olli demonstriert die Einmannbergetechnik, Aufstieg am fixierten Seil

Einmannbergetechnik - Olli seilt ab, Frank wird gerettet

Vielen Dank an die motivierten Teilnehmer, Frank, Dennis, Moritz und Stefan

Kursleiter Oliver Mohrlok, Trainer B Eisfallklettern