Sektion Freudenstadt e.V. des Deutschen Alpenvereins

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Toprope-Kurs - "Der Zweite"

Der bereits zweite Toprope-Kurs dieses Jahr war wieder gut besucht. Mit 7 Teilnehmern starteten wir am Samstag, den 11.02.2017, mit ein wenig Theorie, kleinen Übungen und viel Klettern und vor allem Sichern. Jeder kam natürlich auch in den Genuss der obligatorischen Fallübung. Nach diesem anstrengenden aber doch sehr erfolgreichen Tag konnten alle dann am darauffolgenden Donnerstag Ihre Prüfung mit Erfolg bestehen. Mit dabei waren Michael, Toni, Luca, nochmal Michael, Sophia, Marie und Lilli.

 

Eisklettertour Thron im Avers

Nach vier Tagen Eisfallkletterkurs im Avers verlängerten wir noch für einen Tag, um eine private Tour anzuhängen. Im Führer Hot Ice Ost von Urs Odermatt wird von dieser 240 m langen Linie als einem der „schönsten Eisfälle der Schweiz“ geschwärmt, der „in Punkto Schönheit seinesgleichen sucht“, „ein absoluter Extremklassiker, ein Muss für jeden Eisfreak“. Gemeint ist der „Thron“ im Avers, WI 5+. Die Route hat ihren Namen von ihrer Form, die ersten beiden Seilängen sind mäßíg steil, etwa 70 Grad, danach folgt ein flaches Stück mit 60 Grad und die letzten 110 m sind 90 Grad senkrecht.

Am Abend packten wir gewissenhaft unser Material, um in der Früh gut vorbereitet mit leichtem Gepäck starten zu können. Da die Route stark frequentiert und begehrt ist wählten wir bewusst einen normalen Wochentag für die Begehung.

Der Plan ging auf, am 13. Februar starteten wir um 7:30 bei Tagesanbruch in die erste Seillänge. Als ich noch am Stand war trafen zwei weitere Eiskletterer aus München ein, die hinter uns in den Fall einstiegen. Wir waren nun besonders vorsichtig und kletterten in zwei parallelen Linien, um die Gefahr des Eisschlags zu minimieren. Wir arrangierten uns gut und so war es sogar schön sich während der Tour mit der anderen Seilschaft zu unterhalten.

Die Bedingungen waren erstklassig, durch die Begehungen der letzten Tagen konnten teils vorhandene Placements verwendet werden. Ich kletterte die letzten drei steilen Seillängen rechts der Mitte des Falls, eine logische Linie. Obwohl senkrecht war das Eis nie schwierig. Ich war sehr überrascht und glücklich, als ich nach der dritten steilen Seillänge bereits kurz vor 11:30 den Ausstieg und eine Abalakov erreichte. Leider hatte ich keine Möglichkeit diese imposante Kulisse zu fotografieren, da sich der Akku meines Fotos durch die tiefen Temperaturen entladen hatte. Auch der Abstieg mit Abseilen über den Fall war ein Genuss und ein besonderer Moment, als wir die ersten Sonnenstrahlen am Fuß des Falls erreichten.

 

Mori und Olli

Kurs Eisfallklettern 2017 im Avers

Am Donnerstag den 9. Februar trafen wir uns um 9 Uhr in der Früh am Parkplatz am Ortsausgang von Ausserferrera. Die Temperatur im leichten Minusbereich, blauer Himmel und Sonnenschein, ein wunderschöner Tag, doch auch fürs Eisklettern? Unser Ziel war der Fall „Rotes Vergissmeinnicht“, nach einem mühsamen Aufstieg durch ein Bachbett erreichten wir den Fall. Gleich nebenan im „Linken Vergissmeinnicht“ fanden wir sicheres Gelände für die geplanten Übungen. Der Hauptfall und der Fall rechts daneben standen noch in der Sonne und waren vom Eisschlag betroffen.

Mit Schaufeln präparierten wir das Gelände am Boden und starteten mit Techniktraining, am Anfang nur mit Steigeisen und später mit Eisgeräten.

Um im Toprope weitere Übungen machen zu können war danach erst einmal etwas Praxis zum Aufbau von Standplätzen für das Klettern im Toprope notwendig. Hierzu wurden fleissig Abalakov-Eissandsuhren am Boden gebohrt und Schlingen gefädelt.

Auch das Rätsel des abgeschnittenen Gartenschlauchs löste sich nun, er wurde zum Schutz der Topropeseile über das Ende gestülpt.

Frank im Toprope mit eingebundenem Seilstück bei der Übung "Eisschrauben setzen"

Im Toprope konnten nun weitere Übungen durchgeführt werden, das Setzen einer Eisschraube, das Klettern in einer sauberen Dreieckstechnik, die Raupentechnik und einiges mehr. Auch der spielerischer Wettkampf zur Verfeinerung der Technik mit verschiedenen Varianten ließ die Zeit schnell verstreichen und wir mussten uns beeilen um noch rechtzeitig ins Hotel Bergalga zu kommen, wo wir herzlich von Silvia empfangen wurden. Vier Tage lang wurden wir dort oben auf knapp über 2000 m bestens verpflegt.

Für den Freitag war der Brückenfall unterhalb von Cresta geplant, vom Hotel eine kurze Anfahrt. Leider hatte die Wärme der letzten Woche ganze Arbeit geliefert, der linke Ausstieg war nicht vorhanden und die untere Seillänge sah sehr dünn aus – nicht gerade ideales Übungsgelände. Der nächste Fall, Trugschluss war zu schwierig, so entschieden wir uns für den Übungsfall in Campsut für Übungen zum Standplatzbau, Seiltechnik und der Vorübungen zum Vorstieg. Der Zapfen im Hauptsektor gefiel uns nicht, da dieser bei warmen Temperaturen immer ein Risiko darstellt. Als die Temperaturen anzogen und das Eis hart wurde trauten wir uns auch in diesen Sektor und probierten das Gelernte im steilen Eis aus. Für eine spätere Videoanalyse wurden die Teilnehmer in diesem Sektor gefilmt.

Für den Samstag hatte ich mir den Fall Pianeta Verde im Val Madris ausgesucht, das auch für mich neu war. Der Fall kann von der Straße aus eingesehen werden und je nach Verhältnissen kann dann eine Entscheidung getroffen werden. Leider war das Ergebnis eindeutig, statt einem kompakten Fall war nur eine kleine Säule vorhanden. Nun musste eine Alternative her, der Brückenfall? Wir zogen die Schneeschuhe an und verschafften uns auf der gegenüberliegenden Seite einen Überblick – nicht kletterbar. Nun blieb noch die Route Trugschluss – sehr gutes Eis, aber eine Schwierigkeit von WI4+. Wir überlegten kurz und der Entschluss stand fest, das ist unsere Übungstour. Wir seilten 120 m über den Fall ab und kletterten in zwei Seilschaften durch diesen sehr schönen Fall. Eisschlag war kein Problem, da in 3 Linien geklettert werden konnte. Das Sahnestück stellte die letzte der drei Seillängen dar, eine etwa 15 m hohe und mächtige Säule. Ich richtete die Route ein und die Kursteilnehmer konnten nun im Nachstieg und ein Teilnehmer sogar im Vorstieg diesen imposanten Fall klettern.

Wir fünf vor der Abschlussseilänge der Route "Trugschluss", einer 15 m hohen Säule

Die geplanten Kursinhalte waren nun nach drei Tagen bereits alle erledigt, so hatten wir nun für den letzten Tag noch Zeit für das Thema Bergrettung. Wieder ließen wir uns auf etwas Neues ein und stiegen bei Pürd ins Bachbett ab, in der Hoffnung dort gutes Gelände zu finden. Unser Mut wurde belohnt, in der Nähe von Cresta fanden wir bereits eingerichtete Eisuhren und ideales Gelände für einige Übungen zur Bergrettung – Seilverlängerung mit Aufstieg am Seil und der Einmannbergemethode mit Kappbergung.


Moritz beim Einrichten einer Toprope-Station im Vorstieg in der Schlucht von Cresta Dennis beim Einrichten einer Toprope-Station im Vorstieg in der Schlucht von Cresta

Olli demonstriert die Einmannbergetechnik, Aufstieg am fixierten Seil

Einmannbergetechnik - Olli seilt ab, Frank wird gerettet

Vielen Dank an die motivierten Teilnehmer, Frank, Dennis, Moritz und Stefan

Kursleiter Oliver Mohrlok, Trainer B Eisfallklettern

Toprope-Kurs erfolgreich bestanden

 

Das Interesse an unserer Kletterwand ist groß. Die Faszination des Kletterns ist ungebrochen. Viele wollen es einmal ausprobieren. Aber Klettern ist eine Risikosportart. Ganz ohne Grundkenntnisse ist es sogar gefährlich.

Wir bieten deshalb immer wieder Kurse in verschiedenen Abstufungen an, damit jeder in den Genuss des Kletterns kommen kann.

Hier die Teilnehmer des letzten Toprope-Kurses mit ihren Ausbildern Lars und Traudi.

Das Wegekonzept des Nationalparks liegt auf dem Tisch – Informieren wir uns, bringen wir unsere Vorstellungen ein

Die Wegeführung für Wanderer, Radfahrer und Reiter im Nationalparkgebiet soll dieses Frühjahr beschlossen werden. Deshalb wird das Wegkonzept vom Montag, den 16. Januar, bis Sonntag, den 12. Februar 2017, online auf die Homepage des Nationalparks gestellt:

www.schwarzwald-nationalpark-im-dialog.de

Alle können sich an Hand der Karten informieren, ihre Meinung dazu abgeben und Vorschläge machen. Da es viel Detailwissen über einzelne Bereiche in der Sektion gibt, können wir uns bei dieser Aktion einbringen. Zum allgemeinen Verständnis hier einige Grundlagen der Planung:

am Westweg

- Verlässliche Planung: das Wegekonzept soll über einen langen Zeitraum gelten. Auch wenn in einigen Jahren zum Beispiel die Managementbereiche geändert werden oder die Kernzone vergrößert wird, soll die Ausweisung der Wege und der Wegenutzung weiterhin gelten.

- Wegmarkierung: im Nationalpark werden alle Wege gekennzeichnet sein, ob sie nur für Wanderer gelten oder ob sie auch für Radfahrer und Reiter genutzt werden können.

- Rücksicht: um die Fläche nicht unnötig mit parallelen Wegen zu zerstückeln, können Wege für Rad und Pferd immer auch für Wanderer genutzt werden. Es gibt aber viele Wege, die nur für Wanderer ausgewiesen sind. Wenn wir unterwegs sind, gilt die Devise: wir nehmen Rücksicht auf die Menschen wie auf Tiere.

- Differenziert und erlebnisreich: es wird Wege geben, die für Rollstuhlfahrer und Kinderwagen geeignet sind und es wird Wege geben, die Trittsicherheit und Umsicht erfordern. In der Summe sollen für viele verschiedene Bedürfnisse Touren angeboten werden.

- Reduktion der Wegstrecken: zur Zeit gibt es vor allem viele Forststraßen und Rückgassen für die Waldwirtschaft, davon werden viele nicht ins Wegekonzept übernommen, um größere zusammenhängende Waldgebiete zu schaffen. An Hand der Karten sieht man, welche Wege außerdem aufgelassen werden sollen.

- Schutzzeiten im Winter und Frühjahr: schon jetzt können die Wege in einigen Gebieten erst nach der Balz und Brut begangen werden, zum Beispiel am Ochsenkopf. Der Nationalpark will durch flexible Regelung die Wege im Sommer und Herbst freigeben. Schildern vor Ort und Nachrichten auf der homepage informieren die BesucherInnen.

- separate Fahrgassen für Bergrettung etc.: einige Forstwege werden bestehen bleiben und sollen trotzdem nicht für Wanderer und Radfahrer offen stehen. Sie dienen zum Beispiel der Bergrettung und bei Katastrophenfällen für Einsatzkräfte. Ansonsten gehören sie zum Rückzugbereich der Tiere.

www.schwarzwald-nationalpark-im-dialog.de vom 16. Januar bis zum 12. Februar 2017 - unsere Beteiligung ist erwünscht

Naturschutzreferentin Ruth Dörschel