Sektion Freudenstadt e.V. des Deutschen Alpenvereins

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2009

Zimba Überschreitung

Jugend II
Zimba Überschreitung
 
Am Freitag, den 10.07. machten sich 10 Sektionsmitglieder im Rahmen der Jugend II-Ausfahrt zur Zimba (2643) auf den Weg ins Brandner Tal im Montafon.
Angekommen auf dem Parkplatz der Lünersee-Bergbahn stiegen wir auch gleich über eine zum Teil etwas ausgesetzte Abkürzung hinauf zum Saulasteig, über welchen wir dann das Saulajoch erreichten und hinab zur Heinrich-Hueter-Hütte gingen.
Anlässlich des 100-jährigen Bestehens wurde die Hueterhütte dieses Jahr komplett umgebaut und renoviert. Die Küche und der Gastraum wurden gänzlich neu gestaltet und aus den ehemals riesigen Lagern sind nun mehrere kleine Lager entstanden. Außerdem befindet sich im oberen Stock nun sogar eine kleine Boulderecke.
Diese Ecke wurde nach dem Essen natürlich auch gleich belagert und wir hatten wirklich Mühe, unsere vier Jugendlichen ins Bett zu bekommen.
Am Samstag Morgen war das Wetter wie schon so oft dieses Jahr, entgegen der Vorhersage nicht so gut wie erhofft, aber dennoch machten wir uns nach dem Frühstück auf den Weg, die Zimba von Ost nach West zu überschreiten.
Von der Hütte dem Weg zum Zimbajoch folgend, zweigten wir auf ca. halber Höhe rechts ab Richtung Neyerscharte. Hier bot sich uns ein ziemlich unwirklicher Blick an, da der ganze Hang mit größeren und kleineren Trichtern, den sogenannten Dolinen übersät war, wovon sich auch zwei riesige in unmittelbarer Hüttennähe befinden.
Nach Überquerung eines Altschneefeldes wurde es auch wieder steiler, so dass wir alsbald unsere Helme und Gurte anzogen und einen versicherten Steig hinauf zur Scharte “kletterten”.
Hier ging nun die eigentliche Kletterei über den Ostgrat (4) los, was wir in fünf Zweierseilschaften angingen.
Die eigentlich schöne und nicht allzu schwere Kletterei wurde dann aber doch zu einer heiklen Sache, da es anfing zu regnen und sogar für kurze Zeit zu schneien. Es war nun also auch in den einfachen Passagen höchste Vorsicht geboten, da der Grat sehr ausgesetzt ist und ein abrutschen wahrscheinlich nicht so schöne Folgen gehabt hätte.
Nachdem die letzte Seilschaft dann den Gipfel erreichte, machten wir uns auch sofort an den Abstieg über den Westgrat, da die Zeit drängte und wir schon viel zu spät dran waren. Wir gingen in den leichten Passagen zu Zweit am kurzen Seil und die Stellen, welche abzusichern waren, bewältigten wir hauptsächlich am gleitenden Seil. Als die erste Seilschaft nun oberhalb der Sohmplatte angekommen war, richteten sie eine Abseilstrecke ein, worüber dann alle noch knappe 30 schöne Meter abseilen konnten.
Jedoch fing es an dunkel zu werden nachdem der Letzte unten war und wir waren froh darüber, dass wenigstens Drei von uns die Stirnlampe im Rucksack hatten, da vom Zimbajoch Richtung Hütte ein doch recht absturzgefährdeter, versicherter Steig hinunter führt. Sehr erleichtert darüber, als alle die letzten steilen Stücke bewältigten (die Zimba fordert lt. Hüttenwirt alle 2 Jahre ein Todesopfer, hauptsächlich während des Abstiegs), erreichten wir dann um 23.30 Uhr die Hütte.
Unser Dank galt dann dem Hüttenwirt (hatten uns vom Gipfel aus schon telefonisch bei ihm gemeldet), welcher auf uns wartete und uns sogar noch mit seinem Menü bewirtete.
Am Sonntag Morgen waren alle dann recht müde, jedoch musste ich ein wenig drängen das Material zu verteilen, da ich doch zum Grundlehrgang auf die Darmstädter Hütte musste. Hier gilt mein ausdrücklicher Dank noch Traudi und Uwe, welche sich von Anfang an bereit erklärten mitzukommen, damit der Rücktransport der Teilnehmer gewährleistet wurde.
Alles in Allem hatten wir ein sehr schönes, aufregendes Wochenende, wo wir die Tour trotz der wetterbedingten Umstände meisterten. Mein Fazit war jedoch, dass eine Überschreitung dieser Art mit 10 Leuten und den nicht optimalen Bedingungen eigentlich nicht machbar ist und ich in Sachen Führungstechnik einiges dazugelernt habe.
Es wäre wohl auch darüber nachzudenken gewesen, die Tour abzubrechen, doch haben wir jetzt eine abenteuerliche Erinnerung, woran wir bestimmt noch einige Zeit denken werden.
 
Mit dabei waren: Robert Wagner, Tobias de Jager, Oliver Mohrlok, Swen Hauboldt, Eva Winter, Thomas Winter, Uwe de Jager, Ines Gebert, Traudi Gebert (v. l. n. r.) und Oliver Dorka

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