Sektion Freudenstadt e.V. des Deutschen Alpenvereins

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Aktuelle Seite: Start Touren 2009

Nadelgrat

Am Samstag Morgen, 15. August starten wir, zwei Alpinisten aus Loßburg und Dietersweiler, mit dem Ziel Kanton Wallis in der Schweiz. Genauer gesagt, es geht nach Saas Fee, einer Stadt in der es wie in Zermatt nur Elektroautos gibt. Da wir wie gewohnt früh losfahren kommen wir stressfrei in der geplanten Zeit im Parkhaus an. Es ist ein sehr heißer Tag und es wartet ein 1600 Höhenmeter Anstieg auf die 3320 m hoch gelegene Mischabelhütte.

Mischabel bedeutet übersetzt Mistgabel und ist eine Anspielung auf die Dreigestirn von Viertausendern Täschhorn, Dom und Lenzspitze, die wie eine Gabel von Saas Fee gesehen in den Himmel ragen.

Mischabelgruppe: Alphubel, Täschhorn, Dom

Der Aufstieg zur Hütte in der brütenden Mittagshitze ist anstrengend und lang. Ich merke dass ich nicht wirklich fit bin, da ich mir am Donnerstag noch eine Erkältung eingefangen hatte. Die letzten Höhenmeter zur Hütte sind drahtseilversichert aber unschwierig. Die Hütte ist an diesem Wochenende brechend voll, der freundliche Hüttenwirt fragt uns gleich nach dem Ziel für den nächsten Tag. Auf meine Antwort „Lenzspitze über den Nordnordostgrat und wieder zurück“ entgegnet er „den Grat kann man nur hinaufgehen, der Abstieg geht nur über das Nadelhorn“. Na toll, das bringt unsere Tourenplanung schon gleich durcheinander, am ersten Tag wollten wir eine kürzere Akklimatisationstour machen.

Der Entschluss ist gefasst, wir starten am Sonntag die geplante Haupttour über den Nadelgrat. Die Verhältnisse sind gut, bei sternklarer Nacht starten wir um 3 Uhr 30 und können sogar noch das Frühstück in der Hütte mitnehmen. Wir sind beide hoch motiviert und es läuft gut, besser als der Anstieg zur Hütte. Mit Stirnlampen ist die Orientierung am Grat kein Problem und in der Ferne blinken auch schon einige Lampen. Die Felsen weisen noch eine leichte Eisschicht auf.

Als gegen 5:30 die Sonne aufgeht, zeigen sich die Walliser Berge in ihrer vollen Schönheit. Im Führer ist der Anstieg zur Lenzspitze mit G7, AD+ angegeben, Kletterstellen bis zum IV. Grad und daher ist die Tour nicht zu unterschätzen. Die Entscheidung des Vortags nur ein leichtes 50 m Halbseil mitzunehmen erweist sich als richtig, wir gehen den gesamten Grad am gleitenden Seil am doppelten Strang in Wechselführung. Ab etwa 3800 m legen wir die Steigeisen an. Dieser Anstieg macht richtig Spaß, der Fels ist überwiegend fest und im hartgefrorenen Traumfirngrat ist die eine Spur angelegt. Auch die Schlüsselstellen im IV. Grad sind problemlos – die Verhältnisse sind optimal. Links schauen Täschhorn und Dom zu uns herüber, diese Tour hatten wir ursprünglich ins Auge gefasst.

Normalweg auf den DomTobi am Nordostgrat zur Lenzspitze

Am Gipfel der Lenzspitze (4294 m) treffen wir zwei Italiener, die die 55 Grad steile Nordost-Eiswand auf die Lenzspitze genommen haben und die letzten Meter im Fels rechts gequert sind. Sie stöhnen über die harte Tour – es gibt kaum eine Möglichkeit die Waden im Anstieg zu entlasten.

Lenzspitze NordnordostwandNadelgrat, v.l. Hohbärg-, Stecknadel- und Nadelhorn

Weiter geht es auf dem Nadelgrat hinüber zum Nadelhorn, der wie ein Katzensprung aussieht, doch der Eindruck täuscht. Obwohl keine großen Höhenunterschiede überwunden halten die vielen „Gendarme“ am Grat doch etwas auf. Tobias und ich sind begeistert von der Tour, jetzt ist auch das Matterhorn zu sehen. Die Gratüberschreitung ist ebenfalls mit G7 bewertet und auf dem Gipfel des Nadelhorns (4327 m) erreichen wir das Dach der Tour.

Blick zum MatterhornWeisshorn, Bishorn

Nun haben wir die Wahl zwischen der Verlängerung der Tour über Stecknadel- und Hohbärghorn zum Dürrenjoch oder dem Direktabstieg zum Windjoch. Da im Osten dunkle Wolken aufsteigen und wir die längere Tour zeitlich nicht bis zum Abendessen schaffen würden, entschließen wir uns für den Abstieg.

Tobi am Gipfel des NadelhornsLenzspitze Nordostwand

Vom Windjoch geht es heikel über fast blank liegende Gletscherspalten mit dünnen Schneebrücken und wir halten das Seil straff. Wir kommen ohne Spaltensturz bei der Mischabelhütte an und werden mit einem Abendessen belohnt.

Am Montag folgt der Abstieg nach Saas Fee und die Fahrt nach Hause – was bleibt ist die Erinnerung an eine super Tour im Wallis!

Tourengeher: Tobias de Jager, Oliver Mohrlok 

Zimba Überschreitung

Jugend II
Zimba Überschreitung
 
Am Freitag, den 10.07. machten sich 10 Sektionsmitglieder im Rahmen der Jugend II-Ausfahrt zur Zimba (2643) auf den Weg ins Brandner Tal im Montafon.
Angekommen auf dem Parkplatz der Lünersee-Bergbahn stiegen wir auch gleich über eine zum Teil etwas ausgesetzte Abkürzung hinauf zum Saulasteig, über welchen wir dann das Saulajoch erreichten und hinab zur Heinrich-Hueter-Hütte gingen.
Anlässlich des 100-jährigen Bestehens wurde die Hueterhütte dieses Jahr komplett umgebaut und renoviert. Die Küche und der Gastraum wurden gänzlich neu gestaltet und aus den ehemals riesigen Lagern sind nun mehrere kleine Lager entstanden. Außerdem befindet sich im oberen Stock nun sogar eine kleine Boulderecke.
Diese Ecke wurde nach dem Essen natürlich auch gleich belagert und wir hatten wirklich Mühe, unsere vier Jugendlichen ins Bett zu bekommen.
Am Samstag Morgen war das Wetter wie schon so oft dieses Jahr, entgegen der Vorhersage nicht so gut wie erhofft, aber dennoch machten wir uns nach dem Frühstück auf den Weg, die Zimba von Ost nach West zu überschreiten.
Von der Hütte dem Weg zum Zimbajoch folgend, zweigten wir auf ca. halber Höhe rechts ab Richtung Neyerscharte. Hier bot sich uns ein ziemlich unwirklicher Blick an, da der ganze Hang mit größeren und kleineren Trichtern, den sogenannten Dolinen übersät war, wovon sich auch zwei riesige in unmittelbarer Hüttennähe befinden.
Nach Überquerung eines Altschneefeldes wurde es auch wieder steiler, so dass wir alsbald unsere Helme und Gurte anzogen und einen versicherten Steig hinauf zur Scharte “kletterten”.
Hier ging nun die eigentliche Kletterei über den Ostgrat (4) los, was wir in fünf Zweierseilschaften angingen.
Die eigentlich schöne und nicht allzu schwere Kletterei wurde dann aber doch zu einer heiklen Sache, da es anfing zu regnen und sogar für kurze Zeit zu schneien. Es war nun also auch in den einfachen Passagen höchste Vorsicht geboten, da der Grat sehr ausgesetzt ist und ein abrutschen wahrscheinlich nicht so schöne Folgen gehabt hätte.
Nachdem die letzte Seilschaft dann den Gipfel erreichte, machten wir uns auch sofort an den Abstieg über den Westgrat, da die Zeit drängte und wir schon viel zu spät dran waren. Wir gingen in den leichten Passagen zu Zweit am kurzen Seil und die Stellen, welche abzusichern waren, bewältigten wir hauptsächlich am gleitenden Seil. Als die erste Seilschaft nun oberhalb der Sohmplatte angekommen war, richteten sie eine Abseilstrecke ein, worüber dann alle noch knappe 30 schöne Meter abseilen konnten.
Jedoch fing es an dunkel zu werden nachdem der Letzte unten war und wir waren froh darüber, dass wenigstens Drei von uns die Stirnlampe im Rucksack hatten, da vom Zimbajoch Richtung Hütte ein doch recht absturzgefährdeter, versicherter Steig hinunter führt. Sehr erleichtert darüber, als alle die letzten steilen Stücke bewältigten (die Zimba fordert lt. Hüttenwirt alle 2 Jahre ein Todesopfer, hauptsächlich während des Abstiegs), erreichten wir dann um 23.30 Uhr die Hütte.
Unser Dank galt dann dem Hüttenwirt (hatten uns vom Gipfel aus schon telefonisch bei ihm gemeldet), welcher auf uns wartete und uns sogar noch mit seinem Menü bewirtete.
Am Sonntag Morgen waren alle dann recht müde, jedoch musste ich ein wenig drängen das Material zu verteilen, da ich doch zum Grundlehrgang auf die Darmstädter Hütte musste. Hier gilt mein ausdrücklicher Dank noch Traudi und Uwe, welche sich von Anfang an bereit erklärten mitzukommen, damit der Rücktransport der Teilnehmer gewährleistet wurde.
Alles in Allem hatten wir ein sehr schönes, aufregendes Wochenende, wo wir die Tour trotz der wetterbedingten Umstände meisterten. Mein Fazit war jedoch, dass eine Überschreitung dieser Art mit 10 Leuten und den nicht optimalen Bedingungen eigentlich nicht machbar ist und ich in Sachen Führungstechnik einiges dazugelernt habe.
Es wäre wohl auch darüber nachzudenken gewesen, die Tour abzubrechen, doch haben wir jetzt eine abenteuerliche Erinnerung, woran wir bestimmt noch einige Zeit denken werden.
 
Mit dabei waren: Robert Wagner, Tobias de Jager, Oliver Mohrlok, Swen Hauboldt, Eva Winter, Thomas Winter, Uwe de Jager, Ines Gebert, Traudi Gebert (v. l. n. r.) und Oliver Dorka

 Bildergalerie

 

Seniorenwanderung zum Huzenbacher See, am 01. 07. 2009

Bei hochsommerlichen Temperaturen unternahmen 33 Wanderfreunde eine Tour zum Huzenbacher See. Zügig ging es durch den verträumten Ort Huzenbach. Der vorgesehene Aufstieg durch das Seebach Tal, wurde uns durch Baumfällarbeiten verwehrt.
Am Ende des schweißtreibenden Ersatzweges waren wir froh, dass wir uns am Gitschenbrunnen mit seinem frischen Quellwasser erfrischen konnten.
 
Bevor wir den Pavillon am See, erreichen konnten überraschte uns ein Gewitterregen.
Bedingt durch den Regen konnten die Teichrosen nicht ihre volle Pracht entfalten.
Umso zutraulicher waren die Stockenten, und bettelten nach Futter.
Der idyllisch eingebettete Karsee ist einer von den sieben Karseen des Schwarzwaldes, welche in der letzten Eiszeit vor 30 – 25000 Jahren entstanden sind.
Es ranken sich viele Sagen um den See, der auch Nonnensee oder Wilder See benannt wurde.
Mit dem Ziel “Roter Rain“ ging es vorbei an der Graner Hütte, und dem Aussichtspunkt Lieberg. Hier öffnete sich ein herrlicher Blick Richtung Schönmünzach und den vielen Bergkuppen.
Nach einer Stärkung in Pfeifles Höhenhotel, waren die 235 Höhenmeter vom See bis zum
Bahnhof rasch überwunden, von wo wir zufrieden die Heimfahrt antraten, und uns schon wieder auf die nächste Seniorenwanderung freuen.

 
Hartmut Klaißle

Ausbildung Klettersteige gehen

Klettersteig gehen - das Element zwischen Wandern und Klettern. Unter diesem Motto trafen sich am Freitag, den 26.06.2009 Silke, Daniela, Ruth, Martin, Thomas, Bernhard, Uwe und Swen.

Zuerst legte uns Uwe de Jager die theoretischen Grundlagen dar. Dazu gehörten die Gefahren beim Klettersteiggehen, die Ausrüstung und eine Übersicht über die verschiedenen Systeme der Klettersteigsets. Damit keine Langeweile aufkam und wir außerhalb des Klettersteiges üben konnten, ging es sofort danach an die Seilspinne vor dem Alpintreff. Hier ging es zur Sache: Klinken im Überhang, klettern bis auf die Spitze und sichern mit einer Bandschlinge. Zuletzt durfte jeder der wollte, die Unterschiede Hüftgurt bzw. die Kombination aus Hüft- und Brustgurt mit einem schweren Rucksack testen.

Leider wurde aus dem angesetzten Praxisteil am Sonnabend und Sonntag nichts. Petrus sandte immer wieder heftige Gewitter über die Alpen und den Schwarzwald. Daher verschoben wir den Praxisteil um eine Woche. Jedoch auch hier sahen die Verhältnisse nicht gut aus. Trotzdem trafen wir (Daniela, Martin, Bernhard, Uwe und Swen) uns um 06:30 Uhr in Loßburg und fuhren nach Vorarlberg. Hier wurde unser Mut belohnt. Obwohl ringsherum sich an den umliegenden Bergketten die Wolkentürme aufbauten, wurde das Rheintal verschont und mit Sonnenschein verwöhnt.
Zum Einstieg ging es auf den Klettersteig Franz 'Francesco' Tarmann (Kategorie C/D) nach Nüziders. Hier war dann recht bald das Klicken der Karabiner am Stahlseil zu hören. Ziemlich schnell waren wir auf dem Gipfel und hatten den Industriepark von Nüziders zu unseren Füßen. Nachdem es allen viel Spaß gemacht hatte und das Wetter stabil blieb, kam der Wunsch nach weiteren Taten auf.
Die nächste Herausforderung für die Teilnehmer war dann die Via Ferrata Via Kessi (Kategorie D) in der Nähe von Götzis. Nach dem etwas verstecktem Weg zum Abstieg standen wir bald vor dem Wandfuß. Dieser Steig war etwas anspruchsvoller. Hier mussten schon zusätzlich natürlich Tritte genutzt werden und das Klinken fand dann schon teilweise im leichten Überhang statt. Aus der Wand gab es einen tollen Blick in das Rheintal und den Bodensee in der Ferne. Nach dem Kessiloch fanden wir auch den Zapfhahn des Wirtes vom Spallenhof in der Wand, leider ohne Funktion. Nach dem Ausstieg seilten dann einige von uns wieder durch das Kessiloch in den oberen Teil des Klettersteiges ab.
Zum Abschluss ging es dann zum Spallenhof um dort den klasse Tag mit einem Alphornkonzert ausklingen zu lassen.

Hier geht es ins "Eingemachte".

Wir waren am Battert

Mit Traudi und Steffi waren wir Alpinis Mitte Mai am Battert. Es war für mich die erste Kletterei am Fels in diesem Jahr. Es war ganz anders, weil man sich die Griffe selber suchen musste und sie nicht so schön farbig sind wie in der Halle. Nach dem wir nach ein paar Routen müde waren und wir nach Hause wollten, fing es auch noch zu regnen an. Allgemein war es sehr schön und wir können gerne wieder an den Battert zum Klettern gehen.   Sarah

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