Sektion Freudenstadt e.V. des Deutschen Alpenvereins

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Alpine Klettertour: Delagokante (4+)

 

Am 11. Juni treffen sich 4 Kletterer des Alpenvereins der Sektion Freudenstadt zu einem alpinen Abenteuer in den Dolomiten. Auf heiterer Fahrt durch wechselhafte Wetterbedingungen erreichen wir gegen frühen Nachmittag den Talort Pera di Fassa und nach kurzer Fahrt im Minibus das Rifugio Gardeccia (1950 m) im sonnigen Rosengarten der Dolomiten, wo wir auch die folgenden Nächte verbringen werden.

Ausgerüstet mit Steigeisen und Eispickel im Gepäck sind wir auf winterliche Verhältnisse eingestellt. Kurzentschlossen machen wir uns noch am selben Tag auf, um unser Ziel aus der Nähe zu begutachten, die 3 südlichen Vajolettürme im Rosengarten. Weit weniger bekannt sind die 3 nördlichen Vajolettürme, die von Kletterern auch wenig begangen werden. Auf dieser ersten Erkundungstour klären sich die Fragen im Bezug auf die Schneeverhältnisse positiv und wir beschließen die Eisausrüstung am folgenden Tag nicht als unnötigen Ballast mitzuschleppen.
Die 3 exponierten Vajolettürme haben große touristische Bedeutung und ziehen im Sommer Massen von Bergwanderern und Kletterern an, wodurch sich die große Dichte an Berghütten erkärt, die jedoch jetzt im Juni mit Ausnahme von Winterräumen noch kein Quartier anbieten.

 So starten wir am Freitag hoch motiviert von der Gardeccia-Hütte zu einem der bekanntesten Kletterziele in den Kalkalpen und nehmen dafür etwa 700 m Höhenmeter gerne in Kauf. Vorbei an der schönen Preuss-Hütte (2243 m), die nach einem bekannten Kletterpionier der Dolomiten benannt ist, genießen wir kurz den Ausblick auf den höchsten Berg der Rosengartengruppe, dem Kesselkogel (3002 m) und erreichen die Gartl-Hütte (2621 m) mit Kalenderblick auf die Vajolettürme. Von links nach rechts, West nach Ost, sind es der Delago- (2790 m)- Stabeler- (2805 m) und Winklerturm (2800 m). Bei strahlend blauem Himmel erkennen wir im Westen die Marmolada (3343 m) mit ihrer imposanten Süd- und der vergletscherten Nordwand.

Vajolettuerme

Von der Gartlhütte gelangen wir in einer Viertelstunde zum Einstieg der Route „Delagokante“ auf einem breiten Band. Die Kante des Turms wurde bereits im Jahr 1911 von Hermann Delago erstbegannen und schafft es im Juli 2009 noch auf die Titelseite einer modernen Kletterzeitschrift, mit anderen Worten, ein echter alpiner Klassiker. In Wechselführung bilden wir Zweierseilschaften, wobei die beiden Oliver in der ersten Seilschaft klettern, um Namenskonflikte zu vermeiden, gefolgt von Michael und Sven.

Oli in der ersten Seillänge

Ab der zweiten Seillänge erreichen wir die luftige Kante und können den exponierten Blick in die Tiefe genießen. In der zweiten Seillänge finden wir auch die im Führer erwähnte "etwas abgespeckte Kante" vor, doch ist die Linienführung klar und ausgesprochen schön.

An der scharfen Kante macht uns ein eisiger Wind zu schaffen, wodurch wir froh über Handschuhe und warme Mützen sind. Nach 4 ½ Seillängen erreichen wir den Gipfel des Delagoturms.

Dort werden wir durch einen grandiosen Blick auf Glockner-, Venediger-, Zillertaler-, Stubaier-, Ötztaler und Ortlergruppe belohnt, die gut zu erkennen sind.

Delagoturm 2790 m

Nach Gipfelbild schließt sich eine eindrucksvolle Abseilfahrt über 4 Abseilstellen an. In Anbetracht der verstrichenen Zeit wird schnell klar, dass die geplante Überschreitung aller 3 südlichen Vajolettürme nicht möglich ist. Daher beschließen wir die Tour an dieser Stelle abzubrechen und stattdessen nicht auf das verdiente Abendessen in der Gardeccia-Hütte zu verzichten. Im Abstieg vorbei an der Vajoletthütte bietet sich wiederum der Ausblick auf die Rosengartenspitze und im Süden die Latemargruppe.

Am Folgetag treten wir die Heimfahrt an und blicken mit ein wenig Wehmut zu den 3 Gipfeln der Vajolettgruppe zurück. Fasziniert vom Anblick der weißen Kalkriesen wird uns klar, warum die Unesco im Juni 2009 beschlossen hat, die Dolomiten in die Liste des Weltnatur- und Kulturerbes aufzunehmen und sind uns sicher – wir kommen wieder!

Skihochtour zum Rhonestock (3596m)

Wie auch schon die Durchquerung des Berner Oberlandes mit den Ski im Mai diesen Jahres, so stand auch die Skihochtour zum Rhonestock unter dem Motto der altersgerechten Skitour.
Wetterbedingt mußte die Tour um eine Woche verschoben werden, was auf der einen Seite eine völlig richtige Entscheidung war, andererseits blieben von den sieben Anmeldungen zum Schluß nur eine Einzige übrig. Schade! Es war eine Tour der Superlative! Beste Wetter- und Schneeverhältnisse, wie es schöner gar nicht sein kann.
Aber der Reihe nach: Am Freitag, 12.6.09, fuhren wir zum Furkapaß und waren beim Anblick des Rhonegletschers mehr als geschockt. Seit dem letzten Besuch hier vor 10 Jahren ist der Gletscher im vorderen Bereich dramatisch abgeschmolzen, ein trauriger Anblick. Die Eisgrotte, Touristenattraktion seit vielen Jahren, ist nur noch ein Schatten ihrer selbst. Es ist fraglich, wie lange diese Grotte der Öffentlichkeit überhaupt noch zugänglich gemacht werden kann. Es ist einfach kein Eis mehr da!
Auch das Rifugio Furka ist seit vielen Jahren nicht mehr bewirtschaftet, so daß wir im Hotel Tiefenbach übernachtet haben. In einem Seitengebäude werden Touristenlager angeboten, wo wir das gebuchte 10er Lager ganz für uns alleine hatten. Da wir genug Zeit hatten, wurde im Rahmen einer kleinen Ausbildung nochmal der einfache Flaschenzug zur Spaltenbergung aufgebaut.
Der Wirt vom Tiefenbach lies es sich nicht nehmen, um 4 Uhr das Frühstück anzubieten, so daß wir wie geplant um 5:30 an der Eisgrotte die Tour starten konnten. Das Wetter war perfekt, obwohl es in der Nacht geregnet hatte, und damit waren wir nicht alleine unterwegs. Aber der Rhonegletscher zieht sich kilometerweit in die Länge und als Skitourengipfel locken vor allem der Galenstock und der Dammastock. Zum Schluß waren wir im Aufstieg zum Rhonestock, der zwischen den beiden genannten Gipfeln liegt, fast allein unterwegs. Den Gipfel erreichten wir nach 6 Stunden Aufstiegszeit, was für die 1350 Höhenmeter relativ lang erscheint. Die Länge des Rhonegletschers darf dabei aber nicht unterschätzt werden, der Gletscher war gut eingeschneit und es hatte in der Nacht gefroren, so daß wir sehr gute Aufstiegsverhältnisse hatten.
Der Gipfelblick von 3600m Höhe war atemberaubend. Bei azurblauem Himmel (aber leider bei einem eiskalten Wind) waren die Gipfel des Wallis zum Greifen nah. Das Berner Oberland präsentierte sich kristallklar von seiner schönsten Seite mit Finsteraarhorn, Schreckhorn, Rosenhorn und Wetterhorn. Auch der obere Teil des Rosenlauigletschers war gut zu erkennen.
Mittlerweile war der Schnee etwas aufgegangen und wir konnten die Abfahrt starten. Ein butterweicher Firn lies uns in nicht enden wollenden Hängen zum Rhonegletscher hinabschwingen. Skitourerherz, was willst du mehr? Unsere Begeisterung über diese Tour war einfach grenzenlos.
Die weitere kilometerlange Abfahrt über den Gletscher war wie Sightseeing: Einfach die Ski laufen lassen und dabei rechts und links das Panorama der vorbeiziehenden Gipfel geniessen.
An der Paßstrasse hat uns dann die motorisierte Realität wieder eingeholt. Unzählige Motorräder und Autos, dazwischen viele Fahrradfahrer, die den Lärm und die Abgase inhalieren durften. Auf der Rückfahrt dann kurz nach dem Furkapaß ein Riesenstau: ein Schneerutsch hatte fast die ganze Paßstrasse verschüttet. Das satte Grün der Wiesen am Vierwaldstädter See war das tolle Kontrastprogramm zu dieser Skitour, waren wir doch noch vor wenigen Stunden im Reich von Eis und Schnee.
Dabei waren die Tourenführer Achim und Steffen sowie als Teilnehmer der Walter (Walle), der sich über diese Skitour riesig gefreut hat.
 
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Jugend II im Öländerle

Am Sonntag, den 17.05. waren wir zu acht im Öländerle bei Calw.
Dieser Klettergarten ist ein ehemaliger Sandstein-Steinbruch, wo relativ kurze (bis ca. 17m), aber recht knackige Routen zu finden sind. Bei Anfangs wunderschönem Wetter legten wir dann auch gleich in Zweierseilschaften los und kletterten Routen von 4- bis 8-.
Gegen Mittag stärkten wir uns dann beim grillen mit unseren mitgebrachten Leckereien und versuchten unsere Balance auf der Slack-Line zu finden.
Mit neuer Kraft kletterten wir dann bis ca. 16 Uhr und schafften den Aufbruch gerade noch vor dem Regen.

Mit dabei waren: Ines, Eva, Eliane, Janna, Tobi, Richi, Patrick und Oli.

 

 

 

Durchquerung des Berner Oberlands

Eine altersgerechte Skitour! Unter diesem Motto fuhren wir, 7 begeisterte Skihochtourer, in die Schweiz um drei wunderbare Tage im Berner Oberland zu verbringen.
 
Tag 1 - Freitag 01.05.09
 
Nach Beratung durch einen Schweizer Bergführer fuhren wir am 01.05., statt  wie geplant am 30.04., nach Gutannen, da es in der zurückliegenden Woche 75 cm Neuschnee gab und somit die Lawinengefahr zu hoch war. Unser Vorstand Achim Rapp "kutschierte" unsere Gruppe sehr komfortabel und kommunikativ in seinem Bus zu unserem Zielort. Sein Freund Roland Künzli (arbeitet beim Stausee) fuhr mit uns zum Stausee Räterichsboden (1767m) am Grimselpass, da der Pass wegen des Neuschnees noch gesperrt war und ermöglichte uns so einen genüsslichen Einstieg. Hinzu war er so nett und brachte den Bus am Sonntag nach Rosenlaui, unserem Ziel. Wir waren sehr dankbar für diesen "Service". Die 650 hm  Aufstieg auf die Bächitalhütte (2328m) in der Mittagssonne waren sehr schweißtreibend. Dafür entschädigt wurden wir mit einer hervorragende Bewirtung durch Barbara Hess, der Hüttenwirtin. Die Hütte war erstklassig ausgestattet mit fließendem Wasser und Elektroheizung, das der Aufenthalt schon fast einem drei Sterne Hotel ähnelte.
 
Tag 2 - Samstag 02.05.09
 
Bei bewölktem Wetter stiegen wir am Samstag ca. 700 hm zur oberen Bächilücke (2746m) auf. Das Überqueren der Lücke wurde durch zwei Leitern sowie einer Kette auf der anderen Seite sehr vereinfacht. Auf der anderen Seite angekommen fuhren wir im Nebel und durch üblen Bruchharsch, aber bei lawinensichern Verhältnissen, in Spitzkehren ab zum Gauligletscher. Auf der Gaulihütte (2205m), die wir im Nebel etwas suchen mussten und nach einen knackig, technisch anspruchsvollen, Gegenanstieg (300 hm) erreichten. Die Hüttenwirtin begrüßte uns mit einem Wilkommenstee. Nachdem es den gesamten Samstag trüb und regnerisch war, waren wir sehr gespannt, ob sonntags tatsächlich der angekündigte strahlende Sonnenschein herrschen würde.
 
Tag 3 - Sonntag 03.05.09
 
Um 3.40 Uhr stand Thomas auf und  fand einen sternklaren Himmel vor! Das schöne Wetter beflügelte uns und wir kamen rasch voran. Am Abzweig Ränfenhorn (3259m) /Rosenhorn (3688m) fiel die Entscheidung bei den tollen Bedingungen für die anspruchsvollere Variante: Die Besteigung des Rosenhorns (3688m) mit dann insgesamt 1600 hm. Die Aussicht auf Eiger, Mönch und Jungfrau, sowie auf die Nordflanken von Schreckhorn und Lauteraarhorn waren beeindruckend. Um 10.55 Uhr waren wir am "Wintergifel" des Rosenhorns angelangt. Vor uns lagen nun eine 2300 hm Abfahrt nach Rosenlaui (1345m). Im oberen Bereich überraschten uns die traumhaften Pulverhänge. Dann ging es durch die Eisbrüche des Rosenlauigletschers bei wunderbarem aufgesulztem Schnee. Gefolgt von einem Steilcouloir, das die meisten auf den Kanten abrutschten, erreichten wir die Ausklänge des Gletscher zügig. Gegen Schluss ging es noch über Steileisplatten, Felsen im Bereich der Gletscherzunge und durch Arvenwälder bis zum Ende der Rosenlauischlucht. Der letzte Teil war ein Salomlauf um Latschenkiefern auf Restschneebändern. Unser ältester, Hartmut, hat den Aufstieg super bewältigt, doch die Abfahrt war hart für ihn. Er bewältigte bravorös den alpinen Mehrkampf in der Abfahrt, die sich über fast 3 Stunden hinzog!
 
Nach einem gemütlichen Abschluss ging wieder einmal eine wunderschöne Skihochtour zu Ende, für die sich Achim, Ernst, Hartmund, Tobias, Steffen und Uwe recht herzlich bei ihrem Tourenplaner Thomas bedanken!
 
 
Thomas Fischer & Tobias de Jager
 

Bildergalerie zur Tour

 

Battertfelsen bei Baden-Baden April 2009

                                          

Am 5. April waren die Alpinis am Battert. Wir (9 Kinder und 7 Erwachsene) sind um 8.30 von Freudenstadt los gefahren und in ungefähr einer Stunde haben uns die Baden-Badener-Felsen begrüßt.

 

Eine reichliche Auswahl von Routen mit unterschiedlicher Schwierigkeit, gab jedem die Möglichkeit seine Freude am Klettern zu genießen. Bei wunderschönem Wetter wagten sich alle, manche zum ersten Mal in ihrem Leben, die Felsen hoch. Wir haben nicht nur steile Wände geklettert sondern auch miteinander geredet und gelacht. Nach 7 Stunden Klettern und Spaß sind wir müde und erschöpft nach Hause zurück gefahren und freuen uns jetzt schon auf das nächste Mal.

 

Wir danken Traudi für die tolle Unterstützung, die sie den Anfängern gegeben hat.

 

Kacper

                                 

 

 

 

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