Sektion Freudenstadt e.V. des Deutschen Alpenvereins

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Ausbildung der Ausbilder 2011

Zum ersten Mal fand dieses Jahr eine Ausbildung für Ausbilder und Tourenführer unserer Sektion unter Leitung eines professionellen Bergführers im Gebirge statt. Wir konnten Jan Mersch, Mitglied im Bundeslehrteam seit 1995 für die Ausbildung gewinnen.

Stützpunkt der Ausbildung war die Saarbrücker Hütte (2538 m) in der Silvretta. Ein zentrales Thema war das Führen einer Gruppe.

Als Übung bereiteten zwei Teilnehmer die Besteigung des Kleinen Litzners (2781 m) vor. Zwei Teilnehmer wurden als Führer bestimmt und bekamen die Aufgabe, die restlichen 4 effektiv zum Gipfel zu bringen. Gewählt wurde der hinter der Hütte beginnende Ostgrat, der in leichter Gratkletterei im 2. bis 3. Grad zum Gipfel führt und teils mit Bohrhaken versichert ist. Jan gab uns hier genug Spielraum, eigenverantwortlich zu agieren und gab uns im Anschluss Feedback für Verbesserungen. Bevor es an den Abstieg ging, wurden zwei neue Führer bestimmt, um diesen über einen Klettersteig zu anzuleiten.

Das Thema Standplatzbau im Fels konnten wir zum einen auf der Klettertour, zum anderen an Kletterfelsen in der Nähe der Hütte ausgiebig üben.

Als theoretischen Input gab uns Jan einen Überblick über die rechtliche Situation beim Führen von Gruppen, sowie einen Einblick in psychologische Aspekte der Gruppendynamik.

Teilnehmer: Swen Haubold, Steffen Lots, Claus Lieb, Andreas Heim, Andreas Kuhn, Oliver Mohrlok

Leitung: Berg- und Skiführer Jan Mersch

Calciummagnesiumcarbonat

Diese Verbindung hat es uns Kletterern angetan, beschreibt sie nämlich chemisch die Zusammensetzung von Dolomit, dem bleichen Fels unserer Begierde. In die In die Dolomiten zog es uns, um dort 5 Tage im Banne saugender Tiefe steiler Massive zu verbringen.

Gleich zu Beginn starteten wir mit einem Ultraklassiker im Langkofelgebiet, der Nordkante am Daumen der Fünffingerspitze (9 SL, IV).

Unser Ausgangspunkt war perfekt und so konnten wir als erste Seilschaft um 8 Uhr in die Tour einsteigen. Durch die nördliche Exposition, die uns im Übrigen auch die nächsten Touren erhalten bliebt, konnten wir großzügig auf den Einsatz von Sonnencreme verzichten. Dafür bestaunten wir das Naturschauspiel der Eiszapfen an der Felswand, die am 9. August die Tour zierten – das Thermometer an der Hütte in der Langkofelscharte zeigte bereits -1° Celsius. Der Insidertipp von Enrico Demetz, dem freundlichen Hüttenvater der gleichnamigen Hütte lautete: „immer direkt an der Kante bleiben, dort ist die Tour am schönsten“ und wurde prompt in die Tat umgesetzt.

Dazu die Beschreibung in Mauro Bernardis Kletterführer „Klettern in Gröden“: „die schönste und luftigste Felskante der Grödner Dolomiten.“ Die Kante hielt was sie versprach. Die Ausgesetztheit steigerte sich in der 7. Seillänge zu ihrem Höhepunkt, wodurch die reine Kletterschwierigkeit als Nebensächlichkeit belanglos in den Hintergrund rückte.

Eine traumhafte Aussicht erwartete uns am Gipfel des Daumens (2953 m) auf den benachbarten Sellastock mit Piz Boé. Durch Abseilen in die Daumen- und später die Langkofelscharte konnten wir den Abstieg knieschonend hinter uns bringen.

Nach kurzem Abstieg erreichten wir mit der Langkofelhütte (2256 m) unsere Unterkunft, die bereits 1903 erbaut wurde und deren Ursprünglichkeit weitgehend erhalten geblieben ist.

Die zweite Klettertour führte uns an die Nordwestwand des Plattkofels, in die Tour „Tanz über der Tiefe“ von Richard Goedecke und Nicole Luzar aus dem Jahr 1993. Diese sehr schöne und eindrückliche Tour abseits vom Trouble der Langkofelscharte führte in der logischen Linie an bombenfestem Fels in 9 Seillängen auf den grasigen Ausstieg des Plattkofels. Die Sicherungen konnten durch üppige Sanduhren fast ausschließlich durch Schlingen realisiert werden. Die Schwierigkeiten lagen in etwa einen Grad höher als an der Daumenkante. Wie aus dem Namen der Tour bereits zu erwarten, war diese Tour nicht minder ausgesetzt als die Daumenkante.

Da wir die Tour als Überschreitung des Plattkofels ausführten, waren wir mit vollem Gepäck unterwegs. Zu fortgeschrittener Stunde entschieden wir im Abstieg kurzerhand, eine Nächtigung in der Plattkofelhütte dem langen Fußmarsch zum Sellajoch vorzuziehen.

Am Campingplatz von Kolfuschg schlugen wir für die folgenden Tage unsere Zelte auf und machten uns auch gleich auf zur Nordwand der „Parte Oscura della Luna“. Dieses Felsmassiv befindet sich in unmittelbarer Nähe des Ortes und kann etwa mit „Teil der Rückseite des Mondes“ übersetzt werden. Dieser äußerst treffende Name wurde schon auf den ersten Metern der Tour „Indian Summer“ offensichtlich, da Dellen und Löcher in verschwenderischer Art die Route zierten. Die erhöhten Kletterschwierigkeiten im Grad VI+ wurden durch die reichliche Absicherung mit blitzenden Bohrhaken relativiert. Durch die Nächtigung in der Plattkkofelhütte fehlte uns jedoch die Zeit für einen kompletten Durchstieg der 200 m hohen Wand und so begnügten wir uns mit der ersten Seillänge dieser wunderbaren Route.

Den Abschluss der Alpinkletterwoche bildete am Turm der „Meïsules dala Biesces“ am Nordrand der Sellagruppe die „Sieglinde-Kante“ im V. Schwierigkeitsgrad. In einer abwechslungsreichen Route mit Quergängen, Rissen und einem antiquierten Holzkeil wurde auch diese Herausforderung gemeistert. Auch der Abstieg auf Bändern über steilen Abgründen war eine ernste Angelegenheit, die besondere Vorsicht und Konzentration verlangte.

Die steilen und schroffen Felsmassive haben es uns angetan und wir blicken gern zurück auf die herrlichen Landschaften der Dolomiten.

Teilnehmer: Hanna Klenert, Sven Delitzsch, Oliver Rosenhahn, Thomas Häcker

Organisation: Oliver Mohrlok

 

Wanderwoche in den Dolomiten

Pünktlich zum vereinbarten Treffpunkt am 8. August um 12:00 Uhr am Grödner Joch stellte der Himmel den Regen ein und ließ die Wolken aufreißen. Einer erlebnisreichen Wanderwoche bei prächtigem Sonnenschein stand nichts mehr im Wege. Vom Grödner Joch stiegen wir auf zur Pisciadùhütte, unserer Unterkunft für die erste Nacht.

Das letzte Stück das Zustiegs auf das Sellaplateau ging durch den Fels. Da waren Handschuhe und fester Tritt gefragt.

Unser Gruppenbild in der Pordoischarte kurz vor dem Abstieg zum Joch. Der See hatte eine dünne Eisschicht gehabt und wir waren noch gut eingepackt, obwohl der Himmel auch heute einen sonnigen Tag versprach.

Durch den Schneefall in der Nacht wurden alle Gipfel des Sellastocks leicht gezuckert. Überall nur Fels dachten wir uns. Doch die Dohlen und der Schneefink wußten es besser.

Am zweiten Tag genossen wir die karge, fast wüstenhafte Felslandschaft der Sella. Miriam hatte die Tagesetappen großzügig geplant, so dass wir bereits mittags unser nächstes Etappenziel, die Boèhütte erreichten. Mit leichtem Gepäck konnten wir von dort den Piz Boè ersteigen, der mit 3152m üNN der höchste Gipfel der Sella ist und auf der Tour unser höchster Gipfel war. Er bietet nicht nur einen grandiosen Rundblick auf viele bekannte Massive der Dolomiten, sondern in der Capanna Fassa auch warmen Apfelstrudel und Kaffee – ein unerwarteter Genuss in dieser Höhe. In der Ruhe und Einsamkeit, die nach der letzten Talfahrt der Pordoi-Bahn bis zum nächsten Tage anhielt, überquerten wir die Sella am folgenden Morgen und stiegen durch die Pordoischarte ab, um am Pordoijoch den Bus zum Sellajoch zu erreichen. Von dort führte unser Weg (die Seilbahn verachtend) an Edelweiß vorrüber zur Langkofelscharte hinauf und jenseits steil hinab ins Kar zu Langkofelhütte.

Nach dem Abstieg vom vielbesuchten Boegipfel erstrahlte das Alpenglühen für alle, die über Nacht auf der Boehütte blieben.

Wir ließen die Boehütte zurück und querten früh am Morgen zum Pordoijoch.

Nach zwei Tagen im kargen, grauen Fels tat uns das Panorama in satten Grüntönen von den Rosszähnen über Schlern und Seiser Alm bis zu Raschötz und den Geisler Spitzen richtig gut.

Ganz nach Belieben konnte am Abend noch der Oskar Schuster Klettersteig auf den Plattkofel gekostet werden oder ein Kaiserschmarrn auf dem Hüttenbalkon mit Ausblick auf das Panorama der Seiser-Alm, ein Panorama, das uns am nächsten Tag begleitete. Über die Plattkofelhütte ging es weiter durch die Almlandschaft. Rundum der Blick auf die Seiser-Alm, die Rosszähne, die Marmolata, Sella, Plattkofel,... Unser Tagesziel, das Tierser Alpl erreichten wir wieder am frühen Nachmittag. So blieb noch ausreichend Zeit für die Begehung des Maximiliansteiges (Klettersteig über die Rosszähne und die Roterdspitze) oder einen Ausflug zum Schlern mit Ausblicken über die gesamte Seiser-Alm und die ganze Front des Rosengartens. Die letzte Tagesetappe war die längste und führte uns durch den ganzen Rosengarten, einmal von Norden nach Süden.

Auf dem Grasleitenpass trennten wir uns. Zwei begingen den Klettersteig auf den Kesselkogel, während der Rest der Gruppe zur Vajolethütte hinab und über das Tschagerjoch auf die Westseite des Rosengartens querte. Steil durch's Kar hinab und über Felsen erreichten wir die Rosengartenhütte. Über den Hirzelweg erreichten wir unser letztes Nachtlager, die Rotwandhütte. Mit einer großen Sellaumrundung per Omnibus ging es am nächsten Tag zurück zu unseren Fahrzeugen, die wir am Grödnerjoch zurückgelassen hatten. Mitgenommen haben wir viele schöne Eindrücke aus der grandiosen Kulisse der Dolomiten.

Organisiert und geleitet wurde die Tour von Miriam.

Mit dabei waren Fritz, Sabine, Margret, Ruth, Ida, Johanna und Thomas.

 

Junioren auf Hochtour in der Silvretta

Am Samstag den 16. Juli 2011 machten sich die Junioren auf in die Silvretta. An der Bielerhöhe am Silvrettastausee wurde erst einmal ordentlich gefrühstückt, schließlich hatte Kathrins Mom extra einen Hefezopf spendiert. Gestärkt ging es hinauf zur Wiesbadener Hütte, unserem Stützpunkt. Bereits nach einer Stunde Aufstieg machten sich die steigeisenfesten Schuhe bemerkbar und ein Blasenpflaster wurde angebracht. Nach kurzer Rast vor der Hütte ging es auf gutem Weg vorbei am Ochsenkopf weiter, um in etwa 2750 m Höhe den Vermuntgletscher zu betreten. Hier konnten die Steigeisen angeschnallt werden, da der Gletscher im Bereich der Zunge recht wenig Schneeauflage bot.

Im direkten Aufstieg durch die steile Westflanke der Dreiländerspitze kam als nächstes Werkzeug der Hochtourenausrüstung der Pickel zum Einsatz - auch der nostalgische Holzpickel leistete gute Dienste. Vor dem Übergang zum Westgrat wurde ein Materialdepot eingerichtet und die Felsausrüstung ausgepackt. Im schrofigen Bereich des Grats folgte das letzte Teilstück bis zum Vorgipfel.

 

Da nachfolgend absturzgefährdetes Gelände betreten wurde, entschieden wir uns, ein Geländerseil hinüber zum Gipfelkreuz des Südgipfels einzurichten. In 3197 m Höhe treffen sich die österreichischen Bundesländer Tirol und Vorarlberg, sowie der schweizer Kanton Graubünden. Das unbeständige Wetter nötigte uns zum raschen Abstieg, um nicht am Grat ein Gewitter zu riskieren.

Vor der Wiesbadener Hütte kam nach abgeschlossener Tour erst recht keine Langeweile auf. Die Aufmerksamkeit der Bedienung durch ein zerbrochenes Glas war uns für den restlichen Abend gesichert. Auch die Gruppe der "Normalweg-Aspiranten" auf den Piz Buin trug zur Erheiterung bei, die beim Anlegen der Gurte einen Kampf mit den Materialschlaufen führten.

Am Sonntag wurde es ernst, der Aufstieg über das „Wiesbadner Grätle“ zum Piz Buin stand auf dem Programm. Die Anzeichen einer nahenden Kaltfront hielten zum raschen Aufbruch und schnellen Aufstieg an. Bereits am Einstieg des „Grätles“ zogen dichte Wolken auf. Trotzdem setzten wir den Gipfelsturm fort. Zur Entschärfung des Übergangs vom Gletscher zum Fels wurden vor einigen Jahren Fixseil und Trittstufen angebracht. Berichten zu Folge waren diese nicht in gutem Zustand, was sich vor Ort bestätigte. Dennoch konnten die Schwierigkeiten im 3. Grad mit Fixseil bewältigt werden, die sich lediglich auf etwa 15 m beschränkten. Die restlichen 200 Meter im leichteren Gelände wurden mühelos am gleitenden Seil bewältigt.

An der Buinlücke galt es, eine Entscheidung über den Weiterweg zu treffen. Die Zeichen des Wetterumschwungs waren unübersehbar. Einvernehmlich beschlossen wir den Abstieg über den spaltendurchzogenen Ochsentaler Gletscher. In großen Teilen konnten die offenen Spalten jedoch gut umgangen werden. Der Rückzug erwies sich als gute Entscheidung, da es auch bald anfing zu regnen. Um noch etwas Zeit zu sparen, wurde der Weg entlang des Bachs aus dem Ochsentaler Gletschers gewählt. Trotz spärlicher Markierung wurde dieser Weg wohl selten begangen und auch ein reißender Bach musste überquert. werden. Zurück am Silvrettastausee konnten endlich die schweren Klopfer ausgezogen werden, was erschreckend blutige Fersen zu Tage brachte. Doch nichtsdestotrotz – die Junioren kämpfen und lassen sich weder vom Wetter, noch von blutigen Blasen eine Bergtour vermießen ;-)

Teilnehmer: Lena Springmann, Kathrin Maulbetsch, Moritz Bergdoll, Matthias Zimmermann, Simon Bauer, Rolf Eberhardt, Oliver Mohrlok

Alpinis meistern den Saulakopf-Klettersteig

Wir waren  mit insgesamt 5 Alpinis und drei Erwachsenen in den Österreichischen Alpen .Das Ziel war der Saulakopf. Wir starteten am Parkplatz ( 1566 m) unter dem Lüner See. Dann stiegen wir zu besagtem auf, wo es eine kleine Rast gab. Danach ging es weiter zur Lüner Krinne (2155 m).Von da ging es nach einer weiteren Rast im absteigenden Gelände weiter. Als wir die Heinrich -Hueter  Hütte (1770 m), unser Zwischenziel, sahen, entschieden wir uns dafür, den Einstieg des Klettersteiges, den wir am nächsten Tag zu besteigen gedachten, zu inspizieren. Nach getaner Arbeit gingen wir zur Hütte und verbrachten dort den Rest des Tages.

Am nächsten Tag ging es gleich nach dem Frühstück los. Wir machten uns auf zum Klettersteig, bestiegen ihn, und machten uns nach einer Rast auf dem Gipfel des Saulakopfes (2517 m) an den Abstieg. Wieder am Parkplatz angekommen ging es nach kurzer Nachbesprechung dann auch wieder nach Hause. Ich denke, es ist keine Lüge, wenn ich behaupte, dass alle Beteiligten sehr viel Spaß an der Ausfahrt hatten.    

 

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