Sektion Freudenstadt e.V. des Deutschen Alpenvereins

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Biwak beim Krokodil

Für die Praxisausbildung im "Grundkurs Alpin", der diesmal schon eher zum Fortgeschrittenenkurs wurde, haben uns Bernhard und Traudi vom 13. Juli bis 15. Juli auf die Bergseehütte über dem Göscherneralpsee geführt. Zur praxisnahen Ausbildung war für alles gesorgt: für den Nebel zur Orientierungsübung beim Gehen im weglosen Gelände auf der Blockhalde und für ausreichend Regen zum Test des Fünfmannnotbiwaks. Im steilen Schrofengelände lernten wir den Auf- und Abstieg am Fixseil. Die Verwendung eines Geländerseils und das Gehen am gleitenden Seil wurde am Felsfuß des Hochschijen geübt. Richtiges Verhalten bei Unfällen und in Notsituationen haben wir besprochen, genauso wie allgemeine Überlegungen zur Tourenplanung, potentielle Gefahren der Gruppendynamik bei gemeinsamen Unternehmungen sowie die Möglichkeit und Unmöglichkeit von Rückzügen in Kletterrouten. Den Höhepunkt der Ausbildung stellte aber sicher die wetterbedingte Absage der zwei geplanten Klettertouren über die Südgrate von Bergseeschijen und Hochschijen dar. Eine Lektion, die alle Bergsteiger einmal lernen müssen. Geschmerzt hat das schon. Getröstet haben wir uns mit ein paar kleineren Klettereien in der Hüttenumgebung und am Vorbau des Bergseeschijen, beim guten Essen am Abend in der Bergseehütte und zum Abschluss mit einer Runde um den sonnigen Göscheneralpsee (weit unter der Wolkendecke in die sich der Bergseeschijen hüllte).

An Traudi und Bernhard: Habt Dank für das lehrreiche und unterhaltsame Wochenende!

An den Bergseeschijen: Wart's nur ab, wir kommen wieder!

Mit dabei waren Traudi, Bernhard, Lars, Ruth und Thomas.

Besprechung von Sicherungsmöglichkeiten für die Gruppen mit dem Kletterseil (Fixseil, Geländerseil, Gehen am gleitenden Seil)

Das "Krokodil" auf dem Vorbau des Bergseeschijen-Südgrats.

 

Unser Trainingsbiwak am Fuß des Hochschijen Südgrats.
Aufstieg am Fixseil

Verwendung eines Geländerseils

Abschlussrunde um den Göscheneralpsee Der Bergsee unter dem Bergseeschijen, bei der Bergseehütte - am Abend kam der Helikopter und warf ein Bündel Forellen ab, um sie im See auszusetzen, damit die Angler was zu angeln hatten (nichts ist bizarrer als die Wirklichkeit).

 

Eis- und Gletscherkurs

   

Reger Zuspruch fand der Eis- und Gletscherkurs vom 28.06. bis zum 01.07. auf dem Gepatschhaus im Kaunertal. 9 motivierte Teilnehmer waren dabei, um die nötigen Techniken und Tricks zu erlernen oder aufzufrischen um sicher Gletschertouren und mittelsteile Eis/Firnflanken zu begehen und im Notfall die richtigen und effizientesten Bergungsmaßnahmen durchführen zu können.Geeignetes Gelände hierfür fanden wir auf dem Gepatschferner sowie auf dem Weißseeferner. Angefangen hatten wir mit Sturzversuchen in einer steilen Firnflanke an der Weißseespitze. Beine voraus, Kopf voraus, auf dem Bauch oder Rücken. Ziel war es dann, jeweils immer wieder so schnell wie möglich in den Vierfüßlerstand zu kommen um eine stabile Lage einzunehmen und den Sturz zu halten.

Auf dem Programm standen außerdem Steigeisentechniken mit den Vertikalzacken wie Nachstellschritt und Übersteigen, sowie die Frontalzackentechnik und diese Techniken dann kombiniert mit den verschiedensten Einsatzmöglichkeiten des Pickels. Von mäßig steil bis steil setzten wir je nach dem den Spazierstockpickel, den Schaftzugpickel, den Seitstützpickel, den Kopfstützpickel oder im Abstieg den Geländerpickel ein. Zudem übten wir die Spaltenbergung anhand des Mannschaftzugs oder der Losen Rolle. Außerdem die Selbstrettung mittels „Münchhausen Technik“. Wir bauten Fixpunkte in Firn (T-Anker) und Eis (Abalakov Eissanduhr oder Eisschrauben), seilten uns ab an einer Eisbirne und begingen verschiedene Geländeformen am Fix- oder Geländerseil. Viel Erstaunen brachte die selbstausdehende Eisschraube, welche dann noch beim Steileisklettern im Gletscherbruch gezeigt wurde.

Natürlich machten wir auch eine Gipfeltour. Ziel war die Weißseespitze (3510),    wo wir über den Weißseeferner den Westgrat über eine NNW-Flanke aus Firn und Eis erreichten und jenen dann in leichter Kletterei bis zu zum Gipfel folgten. Nach einer ausgiebigen Gipfelrast stiegen wir dann ostseitig ab, um dann kurz vor dem Zahn eine nordseitige Firn/Eisflanke abzusteigen. Da wir hierfür schon recht spät (ca. 13 Uhr) dran waren, stiegen wir diese Flanke wegen der Schneebrettgefahr in 3 x 60 m am Fixseil ab, wo dann das Erlernte wie Fixpunkte im Eis, Fixseil, Prusik und Degengriff gleich in die Praxis umgesetzt werden konnte. So erreichten wir dann sicher den flacheren Gletscher, von wo aus wir gefahrenlos Richtung Auto zum Parkplatz der Talstation des Skigebiets gehen konnten.

Es war wirklich eine super Truppe beisammen und wir hatten gemeinsam sehr viel Spaß. So wünscht man sich´s als Übungsleiter und Verantwortlicher. Danke Männer – war schön mit Euch !

 

Teilnehmer: Uwe de Jager, Rolf Eberhardt, Tobias Bleibel, Helmut Springmann, Oliver Rosenhahn, Steffen Lots, Peter Kappelmann, Stefan Haist und Hans-Peter Zepf

 

Bericht: Oliver Dorka 

 

Alpiner Klassiker im Lechquellgebiet

Als idealen Stützpunkt für die Unternehmung hatten wir die Ravensburger Hütte ausgesucht, sie liegt etwa eine halbe Stunde oberhalb des Spullersees und ist einfach zu erreichen. Am Freitag den 15. Juni reisten wir mit zwei Autos und zehn Personen an, einer recht großen Gruppe für die geplante Tour. Das Frühstück auf der Hütte war außerordentlich und ließ keine Wünsche offen, so ging es gut gestärkt zum Einstieg der Nordkante an der Roggalspitze. Spannend für uns war, wie viel Schnee uns im nordseitigen Einstieg, sowie im Abstieg erwarten würde. Durch die fehlende nächtliche Abkühlung konnten die bestehenden Altschneefelder im Zustieg jedoch mühelos überwunden werden und nach einer guten Stunde konnten wir uns für den Einstieg der Klettertour bereitmachen.

Die Nordkante zeigte sich von ihrer schönsten Seite. Bei wolkenlosem Himmel kletterten wir die 9 Seillängen. Die Standplätze waren sehr gut eingerichtet. Als Zwischensicherungen gab es Schlaghaken und einige Bohrhaken. Wir freuten uns besonders über den alpin belassenen Charakter der Tour und die Möglichkeit, mobile Sicherungen wie Torque Nuts, Tricams, Schlingen, Keile oder Friends legen zu können.

Beim Eintrag ins Gipfelbuch stellten wir fest, dass wir dieses Jahr die ersten Besteiger der Roggalspitze waren, ausgenommen ein Skitourengeher im Winter.

Etwas mühsam vollzog sich der Abstieg über den Normalweg auf der Südwestseite, da durch die abtauenden Schneereste die Erde an den Schuhen klumpte und die Stahlseilversicherung noch teilweise im Schnee steckte. Entschädigt wurden wir jedoch im Anschluss durch die Abfahrt im Schnee.

Für Sonntag war die direkte Westwand an der Roggalspitze geplant. Da jedoch der Wetterbericht mit Wärmegewittern nicht ideal war beschlossen wir, stattdessen an den Spullerplatten, zwischen Ravensburger Hütte und Stausee, zu klettern. Eine gute Entscheidung. Nicht wegen dem Wetter – damit hatten wir Glück. Sondern vielmehr fanden wir dort lohnende und gut abgesicherte Kletterrouten, die auch „alpine Neulinge“ im Vorstieg genießen konnten.

Organisation: Oliver Mohrlok, Tobias de Jager

Teilnehmer: Uwe de Jager, Lando Huber-Denzel, Oliver Rosenhahn, Sven Delitzsch, Thomas Forbriger, Lars Franze, Thorsten Züfle, Joachim Gaiser

Gletscherkurs der Jugend II vom 07. -09. Juni

 

Vergangene Woche fuhren wir gemeinsam nach Tirol. Genauer gesagt ins Kaunertal auf die Gepatschhütte. Nachdem wir am Donnerstag Mittag angekommen waren, sind wir dann auch gleich nach dem Bezug unseres Lagers die Gletscherstraße bis ganz nach oben zum Weißseeferner gefahren, wo sich auch das Kaunertaler Skigebiet befindent, um auf dem Ferner an einer Firnflanke Richtung Nörderjöchl Rutschversuche durchzuführen. Hierbei hatten alle sichtlich viel Spaß, da wir in allen erdenklichen Lagen einen Sturz simulierten um dann wieder in eine kontrollierte Position (Vierfüßlerstand) zu kommen um die Talfahrt abzufangen. Aktion war natürlich geboten bei einem Sturz Kopf voraus auf dem Rücken.

Wir übten wie man sich auf dem Gletscher als Seilschaft einbindet, vor allem wie man schnell gleiche Abstände ermittelt mittels der Ziehharmonikamethode.

Außerdem bauten wir hier einen T-Anker, welcher ja auf verschneitem Gletscher zur Spaltenbergung unerlässlich ist. Da uns dann aber die Zeit zum Abendessen auf die Hütte drängte, brachen wir ab und bauten nach dem Essen die Lose Rolle noch kurz in der Hütte mit dem Vorhaben, es morgen auf dem Gletscher im Gelände nachzuholen.

Am Freitag ging es dann auf den aperen Gepatschferner, wo wir nach ca. 1 ½ stündigem Anmarsch auch geeignete Stellen für unsere Übungen mit Steigeisen und Pickel fanden.

Nach anfänglich spielerischem Gewöhnen an die Steigeisen begaben wir uns in Gelände verschiedener Steilheit, wo wir erst ohne Pickel die verschiedenen Formen der Vertikalzackentechnik kennen lernten. Eckensteintechnik in allen Variationen: im Aufstieg, Absteig, diagonal mit Nachstellschritten oder mit Übersetzen. Nach einigen Übungen kam dann der Pickel zum Einsatz in Form von Spazierstockpickel, Schaftzugpickel vor- und rückhändig, Kopfstützpickel, Seitstützpickel und Geländerpickel. Wobei wir den Kopfstützpickel dann in Kombination mit dem Einsatz der Frontzacken nützten.

 

Wir gingen dann als Seilschaft weiter über den Gletscher um ein Terrain für weitere Übungen wie Aufsteig am Fixseil, Geländerseil und vor allem der Spaltenbergung mittels loser Rolle zu finden.

Doch gerade als wir an einem geeigneten Platz mit einer Abalakov Eissanduhr und einer Eisschraube das Seil fixieren wollten fing es an zu regnen, so dass wir abbrachen und uns zur Hütte aufmachten. Somit war´s heut wieder nichts mit der losen Rolle auf dem Gletscher.

Da es gegen später dann aber wieder besser wurde mit dem Wetter, gingen wir in den hüttennahen Klettergarten um am Fels zumindest noch die Selbstrettung anhand der Münchhausentechnik zu üben bevor uns wieder das Abendessen in die Hütte rief.

Den restlichen Abend nach dem Essen verbrachten wir dann mit dem Üben von ein paar Knoten und dem Spielen verschiedener Brettspiele.

Es regnete dann leider die ganze Nacht von Freitag auf Samstag, so dass wir erst einmal ausschliefen . Nach dem Frühstück packten wir dann unsere Sachen zusammen und beschlossen zumindest noch eine kleine Wanderung zu machen. Wir wählten den Weg Richtung Ölgrubenjoch, wohin wir durch Wolken; Nieselregen und Nebelfelder aufstiegen. Allerdings erreichten wir unser Ziel nicht ganz, da wir auf ca. 2800m umdrehten. Zu viel Schnee lag noch dort oben und zudem wollte die Sonne einfach nicht rauskommen. Im Gegengteil, der Nieselregen wurde stärker und es fing richtig an zu regnen, an unserem Umkehrpunkt graupelte es sogar. So erreichten wir klatschnass gegen 13.30 Uhr wieder die Hütte, wo wir uns noch ein wenig stärkten, bevor wir uns an die Heimfahrt machten. Gegen 20 Uhr sind wir dann in Freudenstadt angekommen.

Wir konnten zwar nicht alles wie geplant durchführen, dennoch glaube ich, dass alle ihre Freude hatten und doch das Eine oder Andere lernen und mitnehmen konnten, um in Zukunft sicher über einen Gletscher zu gehen.

 

Es waren dabei: Jessi, Laura, Manu, Urs, Sven und Oli


 

Junioren am Battert

Eigentlich wollten wir das lange Wochenende nutzen, um im Verwall drei Tage auf einer Selbstversorgerhütte zu verbringen um dort einige alpine Genusstouren zu klettern. Da der Wetterbericht diese Unternehmung zu einem Wagnis machte, entschieden wir uns kurzerhand für Genusstouren am Battert.

Am Samstag passte das Wetter, wobei der Wind anfangs im Schatten noch recht frisch war. Geklettert sind wir an der Cima della Madonna den Lohmüller- (IV+) und Schusterkamin (IV) mit Ausstieg Pfingstkante (VII-), den Quergang der Ottovariante (IV+) und den Kuhkamin (III-) und Schwabenweg (VI+) am Sass Maor - dem Klassiker von Fred Gaiser. Oben am Gipfel konnten wir zum ersten Mal die wärmenden Sonnenstrahlen und den schönen Blick auf Baden-Baden genießen.

Nach einer Brotzeit machten wir uns an den Schmittkamin (IV+) und Vagabundenriss (V). Nach dem norseitigen Abseilen vom Sass Maor gingen wir nach rechts zum Sektor Raucherwandel im linken Bereich der Falkenwand. Dort durchstiegen wir zum Abschluss den Bergwachtriss (V+) und den Bergwachtkamin (IV-), um nach einem erlebnisreichen Klettertag mehr als entschädigt für die entgangene alpine Tour zufrieden nach Hause zu fahren.

Mit dabei waren: Simon Bauer, Moritz Bergdoll, Jochen Boev und Oliver Mohrlok

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