Sektion Freudenstadt e.V. des Deutschen Alpenvereins

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Jubiläumsfeier 50 Jahre Alpenverein Sektion Freudenstadt

Im Hotel Zollernblick in Lauterbad feierte die Sektion Freudenstadt ihr 50-jähriges Bestehen. Zur Begrüßung spielten Jugendreferent Hubertus Jehnert und Mitglieder der Jugendgruppen Weihnachtsliedern.

Die Ehrengäste Bürgermeisterin Dr. Stephanie Hentschel und Alfred Schweizer, Präsident des Sportkreises Freudenstadt, richteten Grußworte an die Mitglieder und dankten den vielen ehrenamtlich engagierten Menschen der Sektion. Beide übergaben anlässlich des runden Jubiläums Geldgeschenke an den Verein, die der erste Vorsitzende Dr. Gerald Hellstern dankend entgegennahm. Er blickte auf die Höhepunkte der Vereinsgeschichte zurück, u. a. wurden Expeditionen nach Grönland und ins Karakorum unternommen, wo knapp 8000 m hohe Berge bestiegen wurden und auf große Erstbegehungen wie die 1000 m lange Gaiser-Lehmann Führe am Piz Cengalo-Pfeiler im Schweizer Bergell, die längst zum Klassiker geworden ist. Mit der Eröffnung des 250 m² großen Kletterzentrums in der David-Fahrner-Halle wurde 2016 ein neues Aushängeschild des Vereins geschaffen.

Für herausragendes ehrenamtliches Engagement verlieh Alfred Schweizer an Bernhard Gebert die WLSB-Ehrennadel in Gold und in Silber an Waltraud Gebert und Thomas Laufer. Gleich noch eine Ehrung bekam Bernhard von Gerald durch die Verleihung der Ehrenmitgliedschaft in der Sektion Freudenstadt. Bernhard freute sich sehr darüber und meinte, dass die vielen anderen ehrenamtlich Aktiven im Verein ebenfalls einen Anteil an der Ehrung verdient haben.

Berhard Gebert erhält die Ehrenmitgliedschaft in der Sektion freudenstadt

Gerald Hellstern überreichte Urkunden und Buchgutscheine an die 13 anwesenden Gründungsmitglieder und an Jubilare für 40 und 25 jährige Mitgliedschaft.

Anwesende Gründungsmitglieder bei der Jubiläumsfeier 50 Jahre Sektion Freudenstadt e. V. des Deutschen Alpenvereins, von links Richard Haug, Hannes Gaiser, Heinz Trick, Karl-Heinz Burkhardt, Karl Leistler, Helmut Nusskern, Kurt Wein, Joachim Wolf und Dieter Mayer.

Der zweite Vorsitzende Lando Huber-Denzel gab ein Gedicht mit Erlebnissen aus der vertikalen Welt zum Besten, das auch an den Vortrag von Extremkletter Alexander Huber im September anknüpfte. Joachim Wolf las ein Gedicht von Bergfreund Udo Imme vor, das treffend die Aktivitäten der Seniorengruppe beschreibt.

Auch der Nikolaus fehlte bei der Feier nicht, so musste sogar Dr. Stephanie Hentschel als Gehilfin mit anpacken und Gaben aus seinem Sack an die Anwesenden verteilen.

Ein weiterer Höhepunkt war der Rückblick von Bergkamerad Manfred Umhofer mit einer Auswahl von Bildern und Anekdoten. So war 1952 bei einer seiner ersten Bergtouren in der Schweiz erst einmal eine Anfahrt mit dem Fahrrad von 230 km zu bewältigen. An der Grenze durften nur 10 Mark mitgenommen werden, das reichte gerade für eine Übernachtung in einer Scheune und eine Schale Trauben. Nach der Rückkehr von der Besteigung eines Berges war die Enttäuschung groß, als eine Frau aus Westfalen die Trauben gegessen hatte und den Buben als Entschädigung eine Schüssel Griesbrei gekocht hatte.
Wehmütig fiel sein Blick in die Vergangenheit aus, da durch die schnell voranschreitende Klimaveränderung in den Alpen große Veränderungen zu beobachten sind, zu sehen auf den Bildern der Eistürme am Rhônegletscher, wo heute nur noch blanker Fels übrig geblieben ist.

Einen festliche Rahmen gaben der Veranstaltung auch die eindrucksvollen Tricks eines Tischzauberers und ein Livemusiker - die der Eventmanager Roland Albert engagiert hatte.

Vorbereitungsarbeiten für den Klettercup 2017

Bei den Vorbereitungen für den Klettercup 2017 konnten wieder neue Routen geschraubt werden. Dafür mussten über 20 Kletterrouten weichen, die Griffe wurden gereinigt und wieder plaziert.

Erstmals wurden zwei Schrauber aus Karlsruhe verpflichtet: Sabine Bauer und Christoph Dehoust, die vor allem Routen im 6. und 7. Grad inkl. Dach schraubten.

Darüber hinaus führten die Profis Alexandra Schweikert und Christopher Igel exklusiv einen Schrauberkurs durch. Grundlagen der Sicherheit beim Schrauben von Routen wurden vermittelt, ebenso der Aufbau von homogenen Kletterzügen. In diesem Zuge wurden auch die restlichen offen Lücken an der Wand mit Neutouren gefüllt. Ein Dank an alle Beteiligten.

Rund um den Ochsenkopf - die Nationalparktour

    

"Wir gehen bei nahezu jedem Wetter" lautete in Ankündigung zur Ochsenkopf-Tour und so trafen sich am 8. Oktober auch ein Dutzend wild entschlossene Wanderer trotz Regen und sehr mäßigen Temperaturen um 7°.

Der Ochsenkopf ist für Freudenstädter gefühlt viel weiter weg als das Battert oder die Karlsruher Kletterhalle, Grund genug dem höchsten Berg im Landkreis Rastatt auf den "Grind" zu laufen. Seit über 30 Jahren ist das Gebiet Bannwald und aus der wirtschaftlichen Nutzung entlassen. Die Auerhühner freut es und die Wanderer auch, die wie durch einen Zauberwald die leichte Steigung bis zur Turmruine am höchsten Punkt nehmen. Der Weg war in einen Bach verwandelt und manchmal war man sich nicht sicher, ob nicht doch das Wasser den Berg hinauf fließt - Zauberwald!

In einem großen Bogen umrundete die gemischte Gruppe (-jeglichen Alters-) den Ochsenkopf und stellten sich beim Mehliskopf für ein Gruppenbild auf. Hubertus schaffte es mit allen Outdoor-Tricks einen brühfrischen Kaffee zu servieren, bevor wir wieder zum Parkplatz am Hundseck abstiegen. Von Mitte November bis Ende Juni haben die Auerhühner wieder Ruhe für die Balz und den Nachwuchs, dann dürfen die Wanderer wiederkommen.

Ruth Dörschel

UpSeilDown klettert im warmen Süden

Der Termin unserer Ausfahrt 6. bis 8. Oktober ins Val Bedretto rückte näher und der Wetterbericht verhieß nichts Gutes – Kaltfront, Wettersturz, Temperatur Minus-Zehn Grad am Nufenenpass. Das sind nicht gerade optimale Bedingungen fürs Alpinklettern, höchstens im Eis, aber dafür ist es definitiv noch zu früh.

Unser Plan B lautete Tessin, Maggiatal, dort hatten wir in den letzten Jahren schon einige tolle Pfingstlager verbracht. Der Entschluss war goldrichtig, bei der Anfahrt am Freitag 6.10. reichte das Sturmtief bis an die Nordseite des Gotthards, auf der Südseite dagegen strahlend blauer Himmel – die Wetterscheide am Alpenhauptkamm.

Wir trafen uns bei Ponte Brolla und kletterten gleich einige Routen am Fuß des Monte Garzo an den „Placche Rosso“, die Un po di piú (6a), Cini (5a), Harlem (5b) und Lavori di giardina (5a) – herrliche Routen an den braunen geneigten Gneisplatten mit bis zu 200 m Länge.

Anders als in den letzten Jahren wählten wir als Stützpunkt einen Campingplatz in Italien, direkt nach der Grenze im Ort Cannobio. Hier fanden wir einen schönen Platz am Lago Maggiore. Vorteil dieser Idee war, dass wir Abends bequem zu Fuß eine Pizzeria erreichen konnten und damit die Camping-Küche kalt blieb. Reizvoll war auch am nächsten Morgen das Bad im Lago oder eine Joggingrunde im gemütlichen Ort mit mediteranem Ambiente.

Unsere Nachbarn am Campingplatz waren sehr nett, sie versorgten uns mit einer Kanne Kaffee, einem Liegestuhl, Feldbett für den Draußenschläfer und Kissen – wir waren mehr als beeindruckt von der Gastfreundschaft der beiden Schweizern. An ihrem Wohnmobil stand das Motto „Zum Arbeiten zu alt, zum Sterben zu jung, zum Reisen Top Fit“.

Unser Tagesziel war ein uns völlig neues Gebiet, das Valle Onsernone. Schon die Fahrt auf einer oft einspurigen Straße die sich in das Tal schlängelte war eindrücklich. Im Zustieg ging es in dem einsamen Tal hinauf durch Maronenwälder zur „Placche di Paleria“ in den Sektor „Ove tornar desio“. Dieser war nicht ganz einfach zu finden – hier gibt es deutlich weniger Betrieb und Begehungsspuren als im Maggiatal, die Routen sind jedoch ebenso schön. Wir fanden einige genüssliche Mehrseillängenrouten bis 5c, „Ove tornar desio“, Figlio del vento“ und „Sono libero“ und verbrachten dort schöne Stunden in der warmen Oktobersonne.

Am Abend freuten wir uns bereits wieder auf die bevorstehende Pizza im nahegelegenen Italien.

Am Sonntag beschlossen wir im Gebiet des Speroni di Ponte Brolla noch einmal längere Routen zu klettern, die Nika (4b) 250 m und die Omega (5c+), bevor wir glücklich und zufrieden die Heimfahrt in die nicht mehr ganz so sonnige und warme Heimat antraten.

 Mit dabei waren: Laura, Moritz, Frank, Dennis, Sven, Olli

Als hätte Traudi es geahnt,...

...das zum ursprünglich geplanten Termin unserer Ausfahrt ohnehin nicht so gutes Wetter sein wird (und natürlich der Vortrag von Alex Huber stattfindet), bat sie mich im Herbst letzten Jahres, dass ich doch einen anderen Termin für die Ausfahrt festlegen sollte. Und dass war nur ein Grund, warum wir am Wochenende des 23./24. Septembers zwei wunderschöne Klettertage an der Martinswand in den Vogesen erleben durften. Doch nun der Reihe nach...

Am Samstagmorgen trafen wir bei wunderschönem Wetter nahe Hohneck ein. So, wie es sich für "Sportkletterer" gehört, parkten wir nahe der Martinswand, sodass sich ein nur minimaler Zustieg ergab. Beginnend im Sektor 1 nahmen wir in ersten kurzen Routen Kontakt mit dem dortigen Granit auf. Das fühlte sich schon mal nicht ganz schlecht an! Nach einer kleinen Vesperpause wurde der Wunsch nach den etwas längeren Routen stärker, die wir auch im Sektor "Straßburger Wand" fanden. Spätestens hier war dann endgültig klar, der Fels ist extraklasse und die Routen sind einfach nur schön. Ein winziges Detail gab es dann doch, welches den ersten Klettertag nicht ganz perfekt machte. Trotz wunderschönem Wetter stand den ganzen Tag eine kleine Wolke am Himmel - genau über der Martinswand! Dafür ließen wir den Tag in der nahe gelegenen französischen Alpenvereins-Hütte "chalet-refuge des trois fours" genussvoll ausklingen. Mit einem Vier-Gänge-Menü und einer Flasche "Pinot noir d'alsace" war das auch gut möglich!

Nach langer Überlegung, ob wir am nächsten Tag nun etwas früher oder doch nicht so früh an den Fels gehen sollten, entschieden wir uns für die erste Variante. Das Wetter und der Fels haben uns dafür belohnt. Nahezu wolkenloser Himmel und freie Routenwahl bescherten uns einen wunderbaren zweiten Klettertag in den längeren Routen des Sektors "Martinswand".

Ich denke, das wir alle, Traudi, Thomas H., Roland und ich, ein wunderschönes Klettergebiet kennengelernt und tolle Erinnerungen mit nach Hause genommen haben.

 

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