Sektion Freudenstadt e.V. des Deutschen Alpenvereins

Textgrösse verändern Text vergrößern Textgrösse zurüsetzen Text verkleinern
Aktuelle Seite: Start Touren 2018

Hurra, geschafft!

Über die bestandene Prüfung am Ende des Toprope-Kurses konnten sich alle acht Teilnehmer freuen.

Vorausgegangen waren anstrengende Stunden mit Klettern, Sichern und einiges an Informationen zu diesen Themen.

      

Klettern und Wandern im Maggiatal

Am Samstagmorgen fuhren wir mit 10 Personen nach Avegno auf den dortigen Zeltplatz. Nach dem Einrichten ging es an die Felsen von Ponte Brolla Sektor Rovine del Castelliere. Für die Neulinge auf dem Gebiet Reibungsklettern wurden Topropes eingerichtet, andere starteten gleich in längere Routen. Da es herrliches Wetter war kehrten wir erst recht spät zum Zeltplatz zurück und mussten im Schein der Stirnlampen kochen.

Auch am zweiten Tag war schönstes Wetter und wir begaben uns in den Sektor Placca di Tegna. Zuerst kletterten alle in unterschiedlichen Seilschaften die 150 langen Routen bis zum „Gipfel“. Nach dem Abseilen bzw. Absteigen und einer kleinen Pause konnte sich jeder seine Beschäftigung aussuchen: nochmals Mehrseillängen-Routen, kurze schwerere Routen, erste Vorstiegs-Versuche in leichterem Gelände. Und dann war es auch schon wieder Zeit, um zum Campingplatz zurückzukehren.          

Da über Nacht Regen einsetzte, gab es ein etwas späteres und ausgedehnteres Frühstück. Aber gegen Mittag besserte sich das Wetter und wir starteten zu einer Wanderung über Avegno am Klettergarten Torbeccio vorbei nach Dunzio und über Streccia nach Colma – höchster Punkt mit 795 m) – dann steil abwärts ins Tal der Maggia und zurück zum Zeltplatz. So war auch dieser Tag ausgefüllt.

      

Der Dienstag versprach wieder schön zu werden und versuchten wir uns am Sperone di Ponte Brolla bzw. am Übungsfelsen daneben, so dass jeder auf seine Kosten kam. Es folgte noch ein letzter gemeinsamer Abend, denn am nächsten Tag musste zusammengepackt und die Heimreise angetreten werden.

Eine gelungene Ausfahrt in jeder Hinsicht.          Mit dabei waren Olli, Birgit, Margrit, Hubertus, Jana, Nils, Leif, Ines, Bernhard und Traudi.

Der Nationalpark in seiner ganzen Breite

Abseits der Hauptwege auf den Grinden


- Eine Wanderung von West nach Ost,vom Ruhestein über die Höhenrücken bis Huzenbach -
über Grindenflächen und steile Karwände.
Zur viert wollten wir den Nationalpark Schwarzwald in seiner vollen Breite kennenlernen und
starteten nach einer Busfahrt bei Strahlewetter am Ruhestein. Oben am Seekopf drehten wir für
Julius Euting, dem weisen Orientforscher und Schwarzwaldliebhaber, eine Ehrenrunde bis zu
seinem Grab.
Doch dann zogen wir scharf nach Osten über die Grindenflächen und waren für lange Zeit allein auf
dem schmalen Weg zum Stübleskopf. (Dieser Wegabschnitt ist ab Juli bis Mitte November, also
nach Abschluss der Auerhahnbrut, für Wanderer offen.)
Als breite Forststraße zeigt sich das Verbindungsstück bis zum Überzwercher Berg. Da war die
Mittagsrast abseits des geraden Weges auf der sonnendurchfluteten Blockhalde bei Schlangenkirche
eine willkommene Abwechslung. Auf diesem Forstweg trafen sich Wanderer und Mountainbiker,
doch wir ließen sie bald hinter uns, denn wir nahmen nicht die beliebte Route zum Huzenbacher
See sondern stiegen bei der Kleemisshütte ins Kammerloch ab zur Schwarzmiss, dort verließen wir
den Nationalpark nach ca. 16 km. Der regenarme Sommer hat den Wasserfall im Kammerloch
trocken gelegt. Erst ein, zwei Kilometer weiter, schon auf der Zielgeraden zum Huzenbacher
Bahnhof führt das Bachbett wieder Wasser. Der Dobelbach rauschte und gluckerte neben uns.
Die S-Bahn brachte uns nach Freudenstadt zurück. Damit haben wir diese ausgedehnte Wanderung
durch den Nationalpark ohne Auto absolviert.
Sabine, Fritz, Nils und Ruth hatten also am Freudenstädter Bahnhof allen Grund zum feiern.
Ruth Dörschel

Auf einer der ältesten alpinen Routen auf den Mont Aiguille

…ich erinnere mich noch gut an den Moment, als ich vor einigen Jahren einen Bildband mit den schönsten Alpengipfeln in den Händen hielt und die Seite mit dem Foto eines einzigartigen „Tafelbergs“ aufschlug. Ab diesem Augenblick ließ mich die Faszination für diesen Berg nicht mehr los. Doch da war ich nicht der erste, dem es so erging.

Als nämlich im Jahre 1490 der französische König Karl VIII mit seinen Mannen an den Westalpen entlang reiste, erblickte auch er diesen wunderschönen Berg, der mit seinen nach allen Seiten steil abfallenden Felswänden nahezu unbesteigbar aussah und deshalb von den Einheimischen auch „Mons Inascensibilis“ genannt wurde. Da sich seinem Willen aber alles unterwerfen musste, so auch dieser abweisende Berg, befahl er dem Führer seiner Truppe diesen zu bezwingen. Mit seiner ganz eigenen Taktik, wie er sie bislang bei der Bezwingung von hohen Wehrtürmen erfolgreich einsetzte, bestieg Antoine de Ville mit Hilfe von Leitern, Seilen und Eisenhaken am 26.06.1492 mit einer kleinen Gruppe von Soldaten den Mont Aiguille durch die Nordwestflanke.

Der Plan unserer Sektionstour war jedoch nicht, diese nun über 500 Jahre alte Route mit Holzleitern zu besteigen, sondern eher im klassischen Freiklettern. Als eine Art besonderer Herausforderung wollten wir stattdessen auf dem Gipfel des Mont Aiguille biwakieren. Und dafür war auch etwas mehr Gepäck erforderlich.

Gut vorbereitet und jeder mit seinen ganz eigenen Erwartungen an die Tour, trafen sich sechs der acht Teilnehmer am Freitagmorgen bei Lando, der uns noch mit einem Frühstück anlässlich seines Geburtstages überraschte. Gut gestärkt absolvierten wir die leider sehr weite Anreise trotzdem ohne Verzögerungen und konnten so schon am frühen Nachmittag Kaffee und Kuchen auf dem kleinen Zeltplatz von Saint Martin de clelles genießen. Das Wetter zeigte sich nach dem Regen am Morgen nun schon von seiner besten Seite. Kurze Zeit später stießen dann auch Ruth und Thomas zu uns, die in der Woche davor schon viele Eindrücke bei Ihren Wanderungen in den Bergen des Vercor sammeln konnten.

Nach dem Aufbau unserer Zelte brachen wir zum gemeinsamen Abendessen in der Nähe auf. Lando hatte mit seinem Spürsinn für das Besondere ein stilvolles Restaurant in einem Chateau in Chichilliane ausfindig gemacht und Plätze für uns reserviert. Zudem lag es so perfekt, dass wir vorab noch einen wunderschönen Blick zu den steilen Südwänden des Mont Aiguille genießen konnten.

Am nächsten Morgen machten wir uns nach kurzer Anfahrt dann endlich auf den Weg. Von Süden her folgten wir einem recht steilen Pfad. Dieser ließ uns schnell an Höhe gewinnen und so erreichten wir bald den Col Aupet auf ungefähr 1600 m Höhe und konnten erstmals unsere Aufstiegsroute in der Nordwestflanke ausmachen. Diese Wände sahen schon wesentlich einladender aus, als der überhängende Fels der Südseite. Aufgrund unseres guten Vorankommens sollte es eine ausgedehntere Mittagspause vor dem Einstieg werden. Doch die große Anzahl eintreffender Seilschaften ließ uns diesen Plan schnell wieder verwerfen, was uns noch zugutekommen sollte.

So reihten wir uns ein und folgten den voransteigenden Seilschaften auf dem für uns ebenfalls logischen Routenverlauf. Allerdings mit der wachsenden Erkenntnis, dass irgendetwas nicht ganz zusammenpasste und es sich bei einigen Stellen nicht mehr um einen reinen „Dreier“ handeln konnte. Des Rätsels Lösung fanden wir nach der Fünften Seillänge, als wir auf die Seilversicherung des Normalweges trafen, die von weiter rechts kam. Ab hier ging es schon wieder wesentlich einfacher aufwärts, allerdings hatte uns der Stau davor sehr viel Zeit gekostet. Die Kletterei war wunderschön und nie zu schwer, was angesichts des „Übergepäcks“ auch gut war. Trotz allem war es ein sehr alpiner Anstieg, woran uns auch die herabschießenden Steine der voraussteigenden Seilschaften immer wieder erinnerten. Schließlich erreichten auch unsere beiden Dreierseilschaften mit reichlich Abstand zu unserer starken Zweierseilschaft das Gipfelplateau. Die Freude über das bis dahin Erreichte, das phantastische Panorama und das super Wetter stand in diesem Moment allen förmlich ins Gesicht geschrieben.

Nach kurzer Pause rafften sich dann alle nochmals zu einem kleinen entspannten „Gipfelspaziergang“ über die Wiese auf. Das Stehen nahe der teilweise überhängenden Felskante war nicht jedermanns Sache. Aber ein paar Mutige riskierten zumindest liegenderweise einen Blick in die saugende Tiefe. Ein absolut großartiges Schauspiel war auch, den Schattenwurf des Mont Aiguille weit entfernt im Tal wiederzufinden.

Nachdem jeder einen Biwakplatz gefunden und sich für die Nacht eingerichtet hatte, ging es an die Zubereitung des Drei-Gänge-Menüs für diesen Abend – zwei Tüten „traveller lunch“ als Vor- bzw. Hauptspeise und ein Müsliriegel zum Dessert. Sicher nicht ganz so ausgewogen wie das Menü des Vorabends, aber gefühlt genauso lecker. In diesem Moment des Sonnenuntergangs war das Essen eh nur noch Nebensache, da so gut wie alle anderen Sinne bereits befriedigt waren (Bemerkung eines Teilnehmers: „… jetzt wird es fast schon ein bisschen kitschig!“). Und so wurde es dann auch, als eine sternenklare Nacht bei Neumond hereinbrach und uns erste Sternschnuppen schenkte. Die Realität holte uns aber spätestens mit der beginnenden, starken Taubildung wieder ein.

Unser Plan am darauffolgenden Tag sah vor, bei Kaffee und Frühstück den Sonnenaufgang zu genießen und danach dann abzusteigen und abzuseilen. Während unseres gemeinsamen Frühstücks in den ersten wärmenden Sonnstrahlen des Tages kletterten auch die ersten Steinböcke aus dem Tal auf. Ob die auch den Normalweg genommen haben?

Der Abstieg startete zunächst mit einer leichten Kletterei, welche wir mit einem Fixseil versicherten und führte uns dann durch ein Couloir, durch das wechselweise abgestiegen und abgeklettert werden musste. Da wir nicht ganz allein auf dem Mont Aiguille übernachtet hatten, waren mit uns natürlich auch andere Seilschaften am Morgen auf dem Rückweg vom Berg. Hier galt nun besondere Vorsicht, in dem instabilen Gemenge des Couloirs keine Steine loszutreten, da zudem der trichterförmige Auslauf dieser Rinne geradewegs in die erste kurze Abseilstelle mündete. Nach dieser gab es eine noch eindrücklichere fast 60 m lange Abseilstelle in einen Kamin hinein. Dieser war allerdings breit genug, sodass keiner mit seinem schweren Rucksack steckenblieb. Allerdings machte auf dieser langen Abfahrt manchem der ungünstige Schwerpunkt (…mit dem Rucksack) zu schaffen, sodass diese finale Abseilstelle nochmals richtig Arbeit bedeutete. Schließlich brachte uns ein leichter Pfad, der noch durch ein kleines Felslabyrinth am Fuße des Mont Aiguille führte, zurück bis fast zum Einstieg des Vortags. Fast 24 Stunden waren seit dem Einstieg vergangen und es gab in dieser Zeit unendlich viele Erlebnisse.

Glücklich darüber, dass der schwierigste Teil der Tour sehr gut verlaufen war, machten wir uns ohne Pause auf den Rückweg ins Tal. So konnten wir im Talort Richardiere auf der Terasse eines urigen kleinen Cafes noch gemütlich die Tour bei Kaffee und Kuchen ausklingen lassen und uns unsere Eindrücke austauschen.

Rückblickend war es für alle sicher eine schöne Tour mit vielen unvergesslichen Eindrücken. Vielen Dank an alle Teilnehmer, die mich bei den Vorbereitungen und bei der Durchführung bestens unterstützt haben! (…und natürlich für den guten Wein, von dem ich gerade das letzte Glas leere und sehnsüchtig zurückdenke!)

Mit dabei waren Ruth, Anja, Andreas, Thomas, Roland, Lando, Hubertus.

 

 

Auf den Spuren der Karolinger

Am Mittwoch, den 29. August trafen sich einige Mitglieder der Familiengruppe im Ebinger Haus im Donautal in Hausen im Tal. Erstes spannendes Ereignis für die Kinder war die Baustelle in der Zufahrt zum Haus, für die Erwachsenen war dadurch eher mäßige Freude, da das Gepäck aus den voll gepackten Autos weiter getragen werden musste.

Am Donnerstag wurde gleich gespannt die Umgebung der Hütte erkundet. Die älteren Kinder erinnerten sich noch an eine Höhle und fanden diese auch gleich wieder. Nach kurzer Zeit des Spielens war für Léonard klar: „Wir brauchen ein Seil!“ Das wurde auch sofort von der Hütte geholt und ein Übungsklettersteig im Wald eingerichtet. Spielerisch konnte so der Umgang mit dem improvisierten Klettersteigset angewandt werden.

 

Schnell war das zu langweilig und die Kinder wollten etwas Schwierigeres klettern. Wir erinnerten uns an den eigentlichen Plan für den Tag, nämlich einer Wanderung zu einer Burg. Die gesamte Truppe wurde mobilisiert, auch die drei Einjährigen wurden in Kraxen startfertig gemacht. So starteten wir allesamt und wanderten ostseitig zum Stuhlfels, alle ausgerüstet mit Gurt und Selbstsicherungsschlingen. Schnell richteten die Betreuer einen Klettersteig zum Gipfel ein und die Kinder ab drei Jahren kletterten gesichert zum Aussichtspunkt am Kreuz. Die Kleineren wurden schnell ungeduldig und so trennte sich die Gruppe beim nahegelegenen Turm, die Größeren wanderten noch weiter zur Ruine Hausen. Etwas enttäuscht waren sie schon, da nur noch einige Mauern an das ehemalige Schloss von 1090 erinnerten. Dafür fanden wir auf dem Rückweg eine beeindruckende Raupe eines Ligusterschwärmers. Diese etwa 8 cm lange Riesenraupe wird zu einem Falter mit einer Spannweite von bis zu 120 mm, das interessierte unseren Insektenforscher Kilian ungemein.

Dominic hatte für Freitag etwas Besonderes ausgesucht. Er nahm uns mit zu einer Erkundung des Campus Galli bei Messkirch. Dort wird seit ein paar Jahren ein ehrgeiziger Plan in die Realität umgesetzt, mit den Mitteln aus dem Mittelalter wird eine karolinische Klosterstadt gebaut. Als Zuschauer hat man die Möglichkeit, in eine andere Welt einzutauchen und die handwerkliche Kunst neu zu entdecken. Kinder und Erwachsene staunten, was mit den Händen alles geschaffen werden kann, auch wenn alles viel länger dauert als mit modernen Maschinen. Manche Techniken sind in unserer heutigen Zeit verloren gegangen und müssen neu erfunden werden. Die Bauwerke werden mit Lehm und Ton vor Ort hergestellt. Es arbeiten viele Menschen mit, manche sind zwei Wochen dort, andere länger, es gibt keinen Zeitdruck. Zur Mittagszeit durften wir aus dem Steinbackofen je nach Belieben Dennetle probieren, einen Weizenfladen mit Schmand und Speck oder vegetarisch. Trotz der kalten Witterung waren wir so fasziniert von der Anlage, dass wir erst spät wieder in unserem Haus eintrafen und uns so schnell wie möglich um das leibliche Wohl unserer hungrigen Meute kümmern mussten.

Für unseren letzten Tag nahmen wir uns eine Klettertour auf den Stuhlfels vor. Mit einer 6er-Seilschaft realisierten wir das Projekt, in sechs Seillängen kletterten wir auf den Gipfel. Der Normalweg hatte einige schwierige Kletterzüge zu bieten und war selbst für die größten Kinder eine Herausforderung. Am Gipfel waren alle Mühen vergessen und stolz berichteten die Kinder den zurückgebliebenen Geschwistern und Müttern von ihren Erlebnissen.

Die kleineren Kinder hatten sich in der Zwischenzeit mit Malen und Basteln beschäftigt und freuten sich ungemein, dass es Nachmittags noch eine Wanderung zum Spielplatz an der Donau gab. Ausgiebig wurden alle Spielgeräte ausprobiert.

Schon brach der letzte Tag an, packen, aufräumen, Auto einladen und die Heimfahrt stand auf dem Programm. Für Kinder und Erwachsene waren vier erlebnisreiche Tage vergangen und alle empfanden die Freizeit sehr angenehm, harmonisch und ausgewogen.

Mit dabei waren: Familie Minnich mit 4 Kindern, Familie Giesekus mit 3 Kindern und Familie Mohrlok mit 3 Kindern

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok Ablehnen