Sektion Freudenstadt e.V. des Deutschen Alpenvereins

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Kletterausfahrt ins Bergell

Fällt der Begriff „Bergell“, klingelt es in den Ohren von ambitionierten Alpinkletterern. Ganz große Klettertouren wie die Piz Badile Nordkante, der Cengalo Pfeiler, die Fuori- und Pioda-Kante sind der Traum vieler. Doch es gibt auch die Genusskletterregion, nämlich rund um die Albignahütte. Eine Gruppe von 5 Personen unternahm von Donnerstag 28. Juni bis So. 1. Juli eine Ausfahrt dorthin. Am Piz Balzetto begrüßte uns das Gesicht des übergroßen „Albignageists“ und mit Hilfe der Pranzaira-Seilbahn war die Hütte nach einer kurzen Wanderung entlang des Albigna-Stausees in einer dreiviertel Stunde erreicht.  Unterwegs erwarteten uns mit Pfeifen einige Murmeltiere, die zahlreich anzutreffen sind. An den Seeplatten wurde kurz darauf erste Bekanntschaft mit dem Bergell-Granit in den 140 m langen Routen Wassersinfonie und Rehbrüggli gemacht. Ein paar unbedeutende Regentropfen fielen, doch sollten diese für die Ausfahrt die einzigen bleiben.

Auf der Hütte erwartete uns mit Annamaria und Martin sehr freundliche, junge und nette Hüttenwarte, die immer Tipps für Touren parat hatten und uns kulinarisch sehr gut versorgten.

Am Freitag stand bei sommerlichem Bergwetter ein Highlight auf dem Programm. Eine Klettertour an der Spazzacaldeira über den Nord-Ost-Grat, die zum Wahrzeichen des Albignagebiets, der Fiamma führt, einer imposant exponierten Gipfelnadel von etwa 20 m Höhe. Eine Seilschaft verlängerte die Kletterei durch den Einstieg über acht homogenen Seillängen der Route Dente per Dente im Schwierigkeitsgrad bis 7-.

Ein weiteres Juwel des Gebiets folgte am Samstag, die beiden Routen Via Meuli und Moderne Zeiten führen in achtzehn genussvollen Seillängen mit einer Kletterlänge von etwa 800 m auf die 2825 m hohe Punta Albigna. Ein herrliches Panorama bietet sich am Gipfel und auch der Abstieg ist eine anspruchsvolle alpine Unternehmung.

Am Sonntag, wieder bei sonnigem Hochdruckwetter, teilte sich die Gruppe. Eine Seilschaft entschied sich für die fünf genussvollen Seillängen der Route Piccolo auf den Torre dal Päl, während die andere Seilschaft noch einmal die Seeplatten unter die Füße nahm. Glücklich, zufrieden und müde machte sich die Gruppe nach etwa vierzig gekletterten Seillängen auf den Heimweg.

 

Mit dabei waren Reinhard, Traudi, Lena, Olli und Bernhard

Ausbildung Klettersteige gehen

29.6.2018
Bei idealen Wetterbedingungen konnten wir unter fachkundiger Anleitung erste Erfahrungen auf einem Übungsklettersteig am Karlsruher Grat sammeln. Bevor es an den Fels ging, übten wir das korrekte Einbinden sowie den Umgang mit dem Klettersteigset. Nach einem recht steilen Abstieg zum Fuß des Felsens, kletterten wir nacheinander über den mit Seilen aufgebauten Übungssteig, wobei der griffige Fels guten Halt bot. Am Gipfelkreuz genossen wir die herrliche Aussicht und querten dann, immer noch gesichert, über den Felsen zum Ausgangspunkt zurück. Praktische Übungen zum Umgang mit Gefahrensituationen rundeten den Nachmittag ab. Bei Radler und Apfelschorle ließen wir diesen schönen Tag in der Sonne ausklingen!
Vielen Dank an Andreas und Lars!
Dabei waren Vero, Margrit, Michelle, Tabea, Vanessa, Catalina, Bernd, Andreas und Lars

UpSeilDown-Pfingstlager in Finale – Klettern und Meer

Mit dabei waren: Nadja, Andi, Laura, Mori, Kilian, Frank, Daniel, Dagmar, Lena, Dennis, Inga, Olli, Miriam, Sophia und Loreen.

„Wir lieben die Schwierigkeit, doch wir hassen die Gefahr“. So lautet ein Zitat von Gaston Rébuffat, einem der größten Alpinisten Frankreichs, das für das Sportklettern an der ligurischen Küste in Finale sehr treffend wäre. Aneinander gereiht ergibt sich eine Kletterlänge von Stuttgart bis München. Die Absicherung ist perfekt, der Fels ein Traum, sehr rauer und löchriger Kalk, teils auch Sinterstrukturen und Risse.

Wir bezogen am Samstag, 19. Juni unser Quartier am Campingplatz Tahiti in Finale, wo wir eine Woche unser Pfingstlager verbrachten. Der sehr ordentliche und saubere Platz gefiel uns gut, in terrassenförmiger Bauweise hatte man oft den Eindruck, fast allein dort zu sein. In etwa 5 Minuten war der Sandstrand zu erreichen, die ligurische Küste Italiens.

Der ortskundige Mori führte uns gleich zu Beginn zu einigen Anfänger-freundlichen Felsen, an denen der Einstieg in die Kletterei mit Meerblick gleich sehr positiv ausfiel. Auch die Kinder boulderten sofort an den überall verstreuten Blöcken und zwei seilten sich in eine Höhle ab. Gegen Mittag wurde uns dann schnell bewusst, dass eine südseitig ausgerichtete Felswand doch recht anstrengend werden kann und verlagerten unsere Aktivitäten an den Strand. Bei 18 Grad anfangs etwas gewöhnungsbedürftig war das Schwimmen im Meer dann doch recht angenehm.

Am Abend verabredeten sich einige dann noch einmal zum klettern an einem anderen Fels und zu späterer Stunde wurde in geselliger Runde das Abendessen am Grill zubereitet.

Bella Italia, natürlich durfte auch die lokale Gastronomie nicht vernachlässigt werden. Pizza und Pasta, direkt am Meer, hier wissen die Leute, was Dolce Vita bedeutet.

So oder so ähnlich verliefen die meisten der Tage in Finale, Klettern, Baden, Essen, Eis, Pizza, … es war sehr entspannt, ein richtiger Urlaub für uns alle. Ein Tag jedoch unterschied sich von den anderen, der Dienstag war mit Durchzug einer Kaltfront recht nass. Wir fanden aber auch dafür eine Lösung, der Besuch der Tropfsteinhöhle in Toirano. Das war für Groß und Klein interessant, Knochen von Bären, Jahrtausende alte menschliche Spuren und beeindruckende bis zu acht Meter hohe Riesentropfsteinsäulen. Trotzdem freuten wir uns, dass bereits am frühen Nachmittag wieder die Sonne lachte und das für den Rest der Woche auch so bleiben sollte.

Ein besonderes Erlebnis war der Besuch des markanten Monte Cucco, mit dem Sektor Torre. Hier fanden wir Mehrseillängenrouten im mittleren Schwierigkeitsgrad. Doch das besondere war der plötzlich ungewohnt heftige Nordwind. Wir fühlten uns in der Wand wie auf einem Viertausender, die Magnesiabeutel entleerten sich teilweise von selbst.

Ein Highlight war schließlich noch das Klettern direkt an den Klippen am Meer. Im Sektor „Pilastre“ wurde der Kletterer vom Geländer etwa 30 m senkrecht zum Wasser abgelassen und war dann auf sich gestellt, um wieder zurück zur Straße zu kommen.

 

 

Das Besondere an dieser Ausfahrt war für uns, dass jeder in seinem Schwierigkeitsgrad befreit im Vorstieg klettern konnte, ohne sich Gedanken über die Absicherung oder Aufprallgefahr machen zu müssen – „wir lieben die Schwierigkeit, ...“.

Jugendbetreuerwochenende 2018

Am 11.5. haben wir uns am Alpintreff versammelt und sind von dort mit 9 Teilnehmern (Loreen, Miriam, Sophia, Inga, Olli, Lars, Vincent, Kilian, Daniel, Hubertus) in die Pfalz gestartet. Zur Erhöhung der Realitätsnähe für eine Jugendbetreuerausfahrt konnte Olli seine private Kinder-/Jugendgruppe (Inga, Daniel, Kilian) zur Teilnahme motivieren. Um ca. 17:30 sind wir im Freizeitheim Oberotterbach angekommen und haben nach kurzer Schlafplatzverteilung Feuerholz zum Befüttern der Grillstelle für das nahende Abendessen gesammelt. Unter Sophia's strenger Aufsicht wurde ein leckerer Salat zubereitet. Mit angenehm gefülltem Bauch haben wir den Tag dann am Lagerfeuer ausklingen lassen und als Kletterziel für den nächsten Tag den Schafsfelsen ausgewählt.

  

Nach dem Frühstück sind wir am Samstag gegen 9 nach Erfweiler gefahren und waren nach ca. 40-minütigem Fußmarsch am Ziel. In 2 Seilschaften haben wir uns dann am Pfälzer Sandstein erfreut. Mit Olli und Lars im Vorstieg war ein abwechslungsreicher Klettertag garantiert – danke dafür. Zumindest für uns Nachsteiger waren die meist kantenfreien und ergonomisch runden Griffe eine neue Erfahrung. Erstaunlich war dann doch die Griffigkeit des Sandsteins an den Tritten.

 

     

              

 

Unsere Highlights in der Südwand waren die Routen Feuerverschneidung (Rißverschneidung) und der Feuerkamin, mit Einstieg in einer Rißverschneidung zum engen Kamin, durch den man zum Grat gelangt. Mit dem Wissen, dass eine großzügige Auswahl verschiedener Friends im Pfälzer Sandstein durchaus empfehlenswert ist, sind wir nach einem wunderschönen Klettertag gegen 16:30 wieder zurück und waren gegen 18:00 wieder im Basislager. Unsere schon etwas eher zurückgereiste Jugendgruppe hatte unter Olli’s Anleitung bereits das Grillfeuer aktiviert. Somit war nur noch der Tisch zu decken und das Überführen verschiedener Gemüse in eine Salatkomposition erforderlich, bevor wir die über den Tag verlorenen Energiereserven wieder auffüllen konnten. Gefühlt haben wir dabei deutlich überkompensiert. Bis zum eintreffenden Regen war dann die beheizte offene Feuerstelle wieder zentraler Punkt des ausklingenden Tages.

 

     

         

 

Am Sonntag hat der morgendliche Regen einen erneuten Ausflug an den Fels verhindert. Nach dem Frühstück haben wir dann zunächst aufgeräumt und ein Kurzseminar über die seit 1.1.2018 für uns geltende Mustersektionsjugendordnung durchgeführt. Anschließend gab es noch eine Ausbildungseinheit, durchgeführt von Olli und Lars zur behelfsmäßigen Bergrettung mit praktischer Übung am Baum vor’m Haus. Es gab dabei weder Verletzungen am Baum noch an den behelfsmäßig geretteten.

Nachdem die Unterkunft gereinigt und unser Material wieder verstaut war, sind wir wieder zurück in den Schwarzwald und waren gegen 17:00 wieder zurück am Alpintreff mit dem Wissen, dass dies nicht der letzte Ausflug in die Pfalz war.

Hubertus Jehnert, 28.05.2018

 

 

Klettersteige in den Gardaseebergen

In ausgesprochen „familiärer“ Gruppengröße machten wir uns am Pfingstwochenende zu viert auf den Weg nach Arco, um uns in den folgenden Tagen nacheinander an verschiedenen Klettersteigen mit moderaten Schwierigkeiten zu probieren.

So war gleich am ersten Tag der „Via Ferrata dei Colodri“ als idealer Steig für Einsteiger und Kinder fällig. Aufgrund seiner Beliebtheit und des kurzen Zustiegs war der Andrang natürlich entsprechend groß. Die entstehenden Wartepausen an den „schwierigeren“ Stellen waren trotzdem recht kurzweilig, da in den umliegenden durchweg schweren Sportkletterrouten auch einiges los war und der Ausblick auf das Sarcatal und die Stadt Arco schon mal einen ersten Vorgeschmack auf die kommenden Touren bot. Mit den Eindrücken aus dieser kleinen Tour und gewachsenem Selbstvertrauen freuten sich unsere „Einsteiger“ schon auf die nächste Tour am Gardasee.

 

Allerdings mussten wir aufgrund unsicheren Wetters etwas umdisponieren, was aber nicht zum Nachteil war. So gingen wir als zweite Tour in den „Via Ferrata Torrente Sallagoni“, einem schon etwas schwierigeren aber kurzen Steig in einer malerischen, verwunschenen Klamm unterhalb des Castello di Drena. Hier musste man schon etwas mehr „zupacken“, aber aufgrund der kühlen Schlucht ist keiner so schnell ins Schwitzen gekommen. Dieser Klettersteig war dann auch eine echte „via ferrata“, denn ohne die vielen Steighilfen, wäre an den glatten Wänden niemand besonders weit gekommen.

  

 

Die mit Abstand beeindruckendste Tour war schließlich die Klettersteigrunde rund um die Cima Capi und Cima Rocca. Allein der Zustieg bis zum Klettersteig führte uns in 1,5 h über einen Felsenpfad bis zu einem, dem Gardasee zugewandten Grat. Über diesen ging es dann in mehreren Stufen auf dem „Via Ferrata Fausto Susatti“ bis auf über 800m über dem Gardasee. Was für ein Panorama! Was für ein Nervenkitzel! Der anschließende Grat zum nächsten Klettersteig war schon recht „luftig“. Von diesem ging es über eine lange Traverse, den „Via Ferrata Maurizio Foletti“, und eine Rinne bis zum Bivacco Arcioni. Von hier aus hatten wir dann bei einer ausgedehnten Rast nochmals unsere ganze Tour vor Augen. „Wow, da sind wir entlang gekraxelt!“ - war das zufriedenstellende Resümee unserer Klettersteig-Debütantinnen!

 

 

Mit dabei waren Marlene, Helena, Anja und Lars

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